| Titel | Sara – Die Frau im Schatten |
| Genre | Krimi, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 12 |
| Creator | Carmine Elia |
Starttermin: 03.06.2025 | Netflix
Krimi-Nachschub aus Italien
Eine neue Streamingwoche, ein neuer Netflix-Krimi. Aus allen Himmelsrichtungen trudeln sie ein, die wöchentlichen Verbrechen auf Abruf. Letzte Woche: “Dept. Q” aus den USA. Davor: “Das Reservat” aus Dänemark, “Die Glaskuppel” aus Schweden, “Der Gärtner” aus Spanien. Bleibt die Serienpipeline ausnahmsweise leer, springt ein Spielfilm ein – wie zuletzt “Die schwarze Witwe”. Diesmal ist es Italien, das mit “Sara – Die Frau im Schatten” die vertraute Dramaturgie dieser düsteren Ermittlungswelten bedient: Geschichten über Vergangenheiten, die nicht ruhen, über Ermittler*innen, die nicht loslassen können, und über Wahrheiten, die unter der Oberfläche schwelen. Bleibt nur die Frage, ob sich die Miniserie behaupten kann – oder in der Flut ihrer genreverwandten Netflix Originals untergeht.

Und darum geht es…
Nach Jahren der Stille und einem Leben im Schatten hat sich Sara Morozzi (Teresa Saponangelo) längst von ihrer Vergangenheit im italienischen Geheimdienst verabschiedet. Der Verlust ihres Sohnes hat tiefe Spuren hinterlassen – Rückzug und Reue bestimmen ihren Alltag. Doch als plötzlich neue Hinweise auftauchen, die Zweifel am offiziellen Unfallhergang wecken, beginnt Sara zu ahnen, dass mehr hinter dem Tod ihres Sohnes stecken könnte. Getrieben von der Suche nach Antworten kehrt sie zurück in ein Netzwerk aus Intrigen und dunklen Machenschaften – an einen Ort, den sie eigentlich für immer verlassen wollte.

Unser Eindruck nach den ersten beiden Episoden
Sara hat ihren Sohn schon vor vielen Jahren verloren – lange bevor er durch einen rätselhaften, letztlich aber als herkömmlicher Suizid abgestempelten Tod aus dem Leben schied. Dass die Titelheldin ihre selbstgewählte Abkehr von ihrem damals noch sehr jungen Kind nie wirklich überwunden hat, deutet “Sara – Die Frau im Schatten” allenfalls in ihrem unbeirrten Bestreben an, die wahren Hintergründe seines Todes aufzudecken. Für das, was hinter ihrer kontrollierten, nahezu gefühllos wirkenden Oberfläche vorgeht, zeigt das Netflix Original allerdings kaum Interesse. Statt sich auf das Innenleben seiner Hauptfigur zu konzentrieren, verliert sich die Ermittlungsarbeit so zusehends in einem zerfasernden Spionageplot mit weitreichenden Verstrickungen – nur eben keiner, die erzählerisch trägt oder zum Mitfiebern einlädt.

Es wird ermittelt, Spuren gefolgt, Fragen gestellt – und das Innenleben der Protagonistin, ohnehin nur skizzenhaft angerissen, verschwindet zusehends in der erzählerischen Hintergrundunschärfe. Was zu Beginn noch einige Fragen öffnet, deren Beantwortung das Publikum bei Laune halten könnte, entgleitet bereits im Verlauf der zweiten Episode. Das anfängliche Versprechen eines psychologisch grundierten Thrillers oder Krimis wird schnell von ausschweifenden Dialogen und einer zerfasernden Erzählstruktur überlagert. Ob “Sara – Die Frau im Schatten” im weiteren Verlauf noch zu sich findet, bleibt abzuwarten. Der bisherige Eindruck aber lässt kaum hoffen, dass sich das Dranbleiben wirklich lohnt.

Fazit
“Sara – Die Frau im Schatten” fehlt es an erzählerischem Drive und an Fährten, die Neugier wecken. So ist die Luft schnell raus – und das Weiterschauen wird zur bloßen Pflichterfüllung.


