She the People: Kritik zur Netflix Serie von Tyler Perry – Streamen oder skippen?

She the People Netflix Serie 2025
TitelTyler Perry’s She the People
Genre Komödie
Jahr2025
FSK12
RegieTyler Perry

Starttermin: 22.05.2025 | Netflix

Politik trifft Comedy

Tyler Perry gehört zu den produktivsten Stimmen des afroamerikanischen Mainstream-Kinos – und zugleich zu den umstrittensten. Kaum ein anderer widmet sich mit solcher Ausdauer den Lebensrealitäten Schwarzer Amerikaner*innen: Er erzählt von vergessenen Heldinnen der Geschichte (“The Six Triple Eight”), thematisiert strukturelle Gewalt durch die Polizei (“Doppelspiel”) oder liefert eskapistische Genrekost, um einfach mal abzuschalten (“Mea Culpa”). Doch so ehrenwert Perrys Anliegen oft ist, so ernüchternd fällt die filmische Umsetzung aus. Zwischen klischeehaften Dialogen, flachen Charakteren und erzählerischem Leerlauf bleibt bei vielen seiner Streaming Originals wenig Substanz – teils kaum erträglich, wie etwa bei “Beauty in Black”. Ob sein neuestes, erneut für Netflix produziertes Werk “She the People” den Fluch der Belanglosigkeit endlich brechen kann?

She the People Netflix Serie 2025
She the People ©Netflix

Und darum geht es…

Nach einem historischen Wahlsieg wird Antoinette Dunkerson (Terri J. Vaughn) zur ersten schwarzen Vizegouverneurin von Mississippi ernannt. Doch anstatt politischen Rückenwind zu genießen, muss sie sich mit einem sturen, sexistischen Gouverneur, Irwin Harper (Robert Craighead), auseinandersetzen, der ihre Ambitionen lieber im Keim ersticken möchte. Während Antoinette versucht, in einem von Männern dominierten Machtapparat zu bestehen, sorgt ihre Familie für zusätzliche Turbulenzen, denn Unterstützung und Chaos liegen oft nah beieinander. Zwischen öffentlichem Druck, familiären Eigenheiten und einem politischen System, das auf Stillstand statt Wandel gebaut ist, kämpft sie darum, sich Gehör zu verschaffen – und dabei sie selbst zu bleiben.

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Unser eindruck nach zwei Episoden

Mit “She the People” wagt Tyler Perry den Versuch, zwei seiner vertrautesten Erzählformen zu kombinieren: lauten, klamaukigen Humor und gesellschaftlich relevante Themen. Rassismus, Repräsentation, strukturelle Ungleichheit – all das wird zwar angerissen, doch nie konsequent durchdrungen. Die Argumentation, dass sich die Serie klar als Sitcom versteht und damit per se nicht in der Lage sei, Gewicht und Tiefe zu entwickeln, greift zu kurz. Gelungene Formate wie „Black-ish“ haben schließlich unlängst bewiesen, dass sich politische Schärfe und unterhaltsames Erzählen keineswegs ausschließen. Wo das Genre als humorvolle Bühne diente, um Alltagsrassismus, Identitätsfragen und kulturelle Widersprüche zu behandeln, verkommt “She the People” zur bloßen Kulisse für grelle Überzeichnung und hektische, überladene Dialoge.

She the People Netflix Serie 2025
She the People ©Netflix

“She the People” hetzt von Szene zu Szene, überzeichnet seine Figuren bis zur Karikatur und ersetzt pointierte Gesellschaftsbeobachtung durch oberflächliche Gags. Was Perry hier präsentiert, wirkt, als wolle er politisch relevant erscheinen, ohne sich tatsächlich für die Inhalte zu interessieren. Das wäre verzeihlich, wenn der Humor funktionieren würde, verkommt in Anbetracht des chronischen Mangels an Gags aber zur Gedulds-, vor allem aber Zerreißprobe für die Nerven. Man nehme “Black-ish”, entferne den charismatischen Cast, die liebenswürdigen Figuren und all das, was die Serie sonst ausmacht – das Ergebnis ist “She the People”.

She the People Netflix Serie 2025
She the People ©Netflix

Fazit

Humorbefreiter Klamauk statt ernstzunehmender politischer Kommentar – „She the People“ bleibt flach, überdreht und verfehlt damit jegliche Wirkung!

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