Fußball Eltern: Kritik zur Netflix Serie – Fußball, Spaß und Elternwahn

Fußball Eltern Netflix Serie 2025
TitelFußball Eltern
Genre Komödie
Jahr2025
FSK12
CreatorIlse Warringa, Albert Jan van Rees

Starttermin: 16.05.2025 | Netflix

Eltern am Spielfeldrand

Im Mikrokosmos des Jugendfußballs offenbart sich eine kleine Gesellschaft aus drei archetypischen Elternfiguren, die sich in ihrem Verhalten fast karikaturesk zeichnen. Da ist zunächst der „Trainer-Trainer“, der sich ungefragt als Feldkommandant aufspielt, mit lautem Organ jeden Schritt kommentiert und so tut, als stünde er selbst auf dem Profi-Rasen. Daneben, die ehrgeizige Managementpersönlichkeit, die übereifrig an Fahrpläne und WhatsApp-Gruppen schmiedet – stets bemüht, den Nachwuchsfußball reibungslos durchzutakten, während der dritte Archetyp, der entspannte Elternteil, mit einem Bier in der Hand das Spiel kaum beachtet und das Ganze als willkommene Auszeit vom eigenen Leben zelebriert – und noch ein Bier trinkt, oder zwölf. Ja, Jugendfußball ist eine Welt für sich – und das nicht wegen der Kinder. Das hat auch “Fußball Eltern” treffend erkannt.

Fußball Eltern Netflix Serie 2025
Fußball Eltern ©Netflix

Und darum geht es…

Als Lillian (Ilse Warringa) ihren Sohn Levi bei einer neuen Fußballmannschaft anmeldet, wird schnell deutlich, dass sie selbst zur überambitionierten Mutter wird, deren Ehrgeiz das eigentliche Spielgeschehen immer wieder in den Schatten stellt. Lillian avanciert zur treibenden Kraft am Spielfeldrand, deren Einsatz mehr Verwirrung als Unterstützung stiftet. Während Levi Schwierigkeiten hat, sich in der Mannschaft zurechtzufinden, versucht Lillian zunehmend, Eltern, Team und Trainer zu einen – ein Unterfangen, das trotz guter Absichten wiederholt an Spannungen und Widerständen scheitert.

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Unser Eindruck nach zwei Folgen

Fußball Eltern sind ein eigenes Phänomen – laut, ehrgeizig, besserwisserisch. Sie stehen am Spielfeldrand, kommentieren jede Bewegung, schreien Anweisungen, als ginge es um die Champions League. Es ist eine Welt voller Fremdscham und falsch verstandener Leidenschaft. “Fußball Eltern”, die niederländische Netflix Serie, erdacht von Ilse Warringa, greift genau dieses Milieu auf – und ist dabei genauso anstrengend wie ihre Vorlage. Was als bissige Satire gedacht sein könnte, entpuppt sich als zähe Aneinanderreihung überzeichneter Figuren, in der jede Nuance untergeht. In ihrer nervtötenden Authentizität so nah an der Realität, dass es weh tut. “Fußball Eltern” ist nicht die Satire, die es sein will – sondern eine Reinszenierung des Problems: genauso laut, genauso unangenehm und genauso schwer auszuhalten.

Fußball Eltern Netflix Serie 2025
Fußball Eltern ©Netflix

Allen voran: Lillian, verkörpert von Warringa selbst. Eine Figur, die nicht nur nervt, sondern aktiv am Nervenkostüm rüttelt. Dauerquasselnd, hektisch, schrill – als wäre ihre bloße Existenz ein einziger Reizüberflutungsversuch. Sie ist nicht die Ausnahme, sondern symptomatisch für das Problem dieser Serie: Alles ist zu viel – und doch irgendwie nichts. “Fußball Eltern” mag es zwar gelingen den Vibe neben dem Platz einzufangen – das passive Aggressive, das übergriffig Fürsorgliche, das latent Lächerliche. Doch daraus entsteht keine echte Komik, keine erzählerische Bewegung. Stattdessen zappeln die Figuren in ihren Klischees, Gags verpuffen, und man ertappt sich dabei, wie man hofft, das Spiel möge bald abgepfiffen werden. 

Fußball Eltern Netflix Serie 2025
Fußball Eltern ©Netflix

Fazit

“Fußball Eltern“ spielt auf dem Spielfeld der Nerven. Der Spielstand nach zwei Episoden: viele Fouls, wenige Tore!

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