Clown in a Cornfield: Kritik zum Film – Wie gut ist der blutige Slasher?

Clown in a Cornfield Film 2025
TitelClown in a Cornfield
Genre Horror, Komödie
Jahr2025
FSKungeprüft
RegieEli Craig

Fantasy Filmfest Nights 2025

Bist du ein Freund von Frendo?

Neben der weit verbreiteten Angst vor Spinnen zählt auch die Angst vor Clowns zu den häufigsten Phobien. Dabei sollen die bunt gekleideten Gestalten mit ihren Zaubertricks eigentlich Kinder zum Lachen bringen – doch bei vielen Erwachsenen lösen sie blanke Panik aus. Das Horrorgenre macht sich diesen Effekt seit jeher zunutze und hat mit Figuren wie Pennywise oder Art längst ikonische Grusel-Clowns etabliert. Nun möchte sich auch der unheimliche Frendo in diese Reihe einreihen – ein Killerclown aus der erfolgreichen Buchreihe „Clown in a Cornfield“, deren Verfilmung von Eli Craig („Tucker & Dale vs. Evil“) inszeniert wurde. Noch vor dem offiziellen Kinostart Ende Mai sorgt Frendo auf den Fantasy Filmfest Nights 2025 für blutige Unterhaltung.

Clown in a Cornfield Film 2025
Clown in a Cornfield ©Constantin Film Verleih GmbH

Und darum geht es…

Quinn Maybrook (Katie Douglas) zieht mit ihrem Vater (Aaron Abrams) nach Kettle Springs, um dort ihr letztes Schuljahr zu absolvieren. Ihre neuen Freunde spielen ihr eines Abends einen Streich: Einer der Jungs verkleidet sich als Clown Frendo, eine berühmte Werbefigur der Stadt, und macht Jagd auf die verängstigte Quinn. Das Video geht schnell in den sozialen Medien viral. Doch kurze Zeit später wird Frendo zur ganz realen Bedrohung – und eine brutale Mordserie erschüttert die Kleinstadt.

Ein Killerclown als Spiegel der Gesellschaft

Kein anderes Genre wie Horror funktioniert so sehr als Spiegel seiner Zeit: Es verarbeitet gesellschaftliche Ängste, reflektiert politische Lagen und konfrontiert das Publikum mit Themen, über die sonst lieber geschwiegen wird. Werfen wir einen Blick zurück, finden sich zahlreiche Beispiele: „Die Körperfresser kommen“ spiegelt die Angst vor Kommunismus und Konformität, „Halloween“ und „Freitag der 13.“ thematisieren die vermeintliche Sicherheit der amerikanischen Vorstädte, die durch den Einzug potenzieller Gewalt bedroht wird, „28 Days Later“ wird zur Metapher für die Folgen wissenschaftlicher Eingriffe in die Natur. In diese Reihe fügt sich auch „Clown in a Cornfield“ mühelos ein. Auf den ersten Blick ein generischer Slasher über einen mordenden Clown, entpuppt sich Eli Craigs Verfilmung von Adam Cesares Jugendroman als pointierter Kommentar zur aktuellen politischen Situation – nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Craig zieht den Vorhang zurück und liefert einen satirischen Blick auf eine ältere Generation, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, der Jugend zuzuhören, sich dem Wandel zu öffnen – und stattdessen stur auf traditionelle Werte pocht. Er zeigt die Abgründe der scheinbar perfekten amerikanischen Familie, das idyllische Vorstadtleben, das im Inneren von Frustration und Fremdenhass geprägt ist – und im Film wortwörtlich hinter der Maske eines Clowns versteckt wird. Wer in der Realität stellvertretend für diesen Clown steht, muss wohl nicht weiter erklärt werden. Besonders clever ist, wie Craigs Drehbuch jenen einen Mittelfinger zeigt, die immer wieder behaupten, Horror sei unpolitisch oder hätte nichts Relevantes zu sagen.

Clown in a Cornfield Film 2025
Clown in a Cornfield ©Constantin Film Verleih GmbH

Doch selbst wenn man den gesellschaftlichen Subtext ignoriert, funktioniert „Clown in a Cornfield“ immer noch als kurzweiliger, handwerklich solide inszenierter Slasher. Craig, der bereits mit „Tucker & Dale vs. Evil“ eine der witzigsten Horrorkomödien der 2010er Jahre schuf, zeigt einmal mehr sein feines Gespür für die richtige Balance zwischen Horror und Humor. Das er davon nichts eingebüßt hat, stellt er auch in „Clown in a Cornfield“ eindrucksvoll unter Beweis. Hier ist der Humor zwar deutlich auf Gen Z zugeschnitten, doch wenn die Hauptcharaktere etwa auf der Flucht vor Frendo mit der Wählscheibe eines alten Festnetztelefons kämpfen, funktioniert die Horrorkomödie durchaus universell – und bringt generationenübergreifend das gesamte Kinopublikum zum Lachen. Die Kills sind zwar nicht durchgehend innovativ, aber konsequent blutig und spaßig. Craig will das Genre nicht neu erfinden – er ist sich bewusst, dass es manchmal auch einfach reicht, sich an die goldene Horrorregel zu halten: „Wenn es nicht kaputt ist, reparier es nicht.“ Dafür punktet der Horrorfilm mit einer überraschenden Wendung in der Mitte der Laufzeit, die, die üblichen Konventionen eines Slashers stark genug durchrüttelt, um Schwung ins Geschehen zu bringen. Die spätere Auflösung ist hingegen weniger überraschend – sie deutet sich im Laufe des Films mehrfach an – rundet die Geschichte aber gerade deshalb zufriedenstellend ab. Zu guter Letzt sei erwähnt das Katie Douglas als Final Girl eine starke Figur macht – smart, charismatisch und wortgewandt. Potenzielle Sequels wird sie sicher mit Leichtigkeit tragen.

Clown in a Cornfield Film 2025
Clown in a Cornfield ©Constantin Film Verleih GmbH

Fazit

„Clown in a Cornfield“ ist ein kurzweiliger Slasher, der mit einer gelungenen Mischung aus Humor und blutigen Kills überzeugt – und dank seines clever geschriebenen Drehbuchs deutlich mehr zu sagen hat, als man zunächst vermuten würde.

Bewertung: 3.5 von 5.
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