| Titel | Nonnas |
| Genre | Drama, Komödie |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 6 |
| Regie | Stephen Chbosky |
Starttermin: 09.05.2025| Netflix
Essen ist Heimat. Essen ist Kindheit. Essen ist Erinnerung.
Ein vertrauter Duft in der Küche genügt – und plötzlich ist man wieder acht Jahre alt, sitzt am Tisch der Großmutter und wartet auf den dampfenden Teller Pasta. Essen trägt Geschichte in sich: die Sprache unserer Herkunft, die Zuwendung einer Mutter, das Lachen bei einem Familienfest. Es ist mehr als Nahrung – es ist gelebte Erinnerung. In Rezepten überdauert das, was verloren ging. Jedes Gericht erzählt von Menschen, Orten, Gefühlen. Gerade in Zeiten der Entwurzelung schenkt Essen Halt. Es verbindet Generationen, heilt Unsichtbares. Wer kocht, bewahrt nicht nur Tradition, sondern gibt ein Stück Identität weiter. In einem simplen Bissen kann all das spürbar werden: Wärme, Nähe, das, was uns ausmacht. Essen ist Leben – und “Nonnas” eine zuckersüße Liebeserklärung an die Frauen, die unsere Kindheit mit warmen Händen, gefüllten Tellern und stiller Fürsorge gestaltet haben.

Und darum geht es…
Nach dem doppelten Verlust zweier wichtiger Frauenfiguren in seinem Leben steht Joe (Vince Vaughn) vor einem emotionalen und existenziellen Neuanfang. Orientierung findet er dort, wo einst Geborgenheit war: in den Rezepten seiner Familie. Mit dem Erbe seiner Mutter und der spontanen Unterstützung seines lebenslustigen Freundes Bruno (Joe Manganiello) wagt er einen ungewöhnlichen Schritt – die Eröffnung eines italienischen Restaurants, das mehr Gemeinschaft als Geschäft sein soll. Unerwartet trifft er dabei auf Olivia (Linda Cardellini), seine einstige Highschool-Liebe, mit der ihn nicht nur eine verpasste Vergangenheit, sondern auch ein Gefühl von Unvollendetem verbindet. Den wahren Herzschlag seines Projekts aber bringen vier ältere Damen ins Haus: Roberta (Lorraine Bracco), Antonella (Brenda Vaccaro), Teresa (Talia Shire) und Gia (Susan Sarandon) – allesamt mit Wurzeln in unterschiedlichen Regionen Italiens, allesamt mit Geschichten, die tief in Töpfen und Erinnerungen liegen.

Wohlfühlkino häppchenweise
Basierend auf einer wahren Geschichte, gewährt “Nonnas” einen herzlichen Blick auf Familie, Tradition und den Zusammenhalt über Generationen hinweg, der uns in eine Welt entführt, die sowohl vertraut als auch wohltuend ist. In einer Zeit, in der vieles hektisch und vergänglich wirkt, bietet das Netflix Original eine Oase der Wärme und Geborgenheit, die man gerne betritt – und für eine Weile auch nicht mehr verlassen möchte. Mit seiner unaufdringlichen, aber dennoch spürbaren Emotionalität lädt der Film dazu ein, sich in einer Geschichte von Liebe und familiären Bindungen zu verlieren, in der traditionelle Werte mehr sind, als nur Nostalgie, sondern ein Symbol für Zusammenhalt, Zuneigung und Geborgenheit. Es ist ein Film, der in seiner Einfachheit überzeugt, mit den kleinen, alltäglichen Momenten, die die Figuren erfüllen – und dadurch auch die Zuschauerschaft.

Getragen wird “Nonnas” nicht nur von seinem charismatischen Cast, sondern auch der immensen Wärme, die die Erzählung mit Liebe für die kleinen Details einfängt. Die wahre Magie der Tragikomödie liegt ohnehin in ihrer Fähigkeit, diese Gefühle zu entfesseln, ohne sie zu forcieren. Inmitten einer einfachen, vielleicht sogar vertrauten Geschichte entfaltet sich so eine natürliche Zuneigung, die nie übertrieben wirkt, sondern durch ihre Unaufdringlichkeit umso einladender wirkt. Nicht frei von Klischees, nicht neu – auch ein Stück zu lang geraten, aber herzlich. Das macht “Nonnas” zu einem angenehmen Erlebnis, das sein Publikum in seinen sanften Rhythmus aufnimmt und, trotz kleinerer Mängel, mit einem Gefühl von Leichtigkeit und Wohlwollen zurücklässt, wenngleich die langanhaltende Wirkung ausbleibt.

Fazit
“Nonnas“ bietet charmantes Wohlfühlkino für Zwischendurch – warmherzig und berührend, aber ohne nachhaltigen Effekt!


