| Titel | The Bayou |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Brad Watson, Taneli Mustonen |
Heimkinostart: 09.05.2025
Alligatoren auf Autopilot – wenn Horror zur Routine wird
Mit dem finnischen Slasher „Lake Bodom“ machte Regisseur Taneli Mustonen erstmals international auf sich aufmerksam und sicherte sich damit einen Platz auf dem Radar vieler Horrorfans. Es folgten Projekte mit prominenten Namen wie Teresa Palmer, die seine Position im Genrekino weiter festigten. Für seine neueste Arbeit „The Bayou“ holt er sich Regiekollege Brad Watson an die Seite – gemeinsam inszenieren sie einen klassischen Creature Horror, in dem eine Gruppe Jugendlicher in den Sümpfen Louisianas zur Zielscheibe blutrünstiger Alligatoren wird.

Und darum geht es…
Kyle (Athena Strates) reist mit ihren Freunden nach Louisiana, um die Asche ihres toten Bruders an einem besonderen Ort zu verstreuen. Das Flugzeug, das sie dorthin bringen soll, gerät in Turbulenzen und stürzt mitten im Sumpfgebiet ab. Die Überlebenden versuchen, einen Weg aus dem Nirgendwo zu finden, müssen aber feststellen, dass überall Alligatoren lauern – und diese sind ungewöhnlich angriffslustig.

Tierhorror von der Stange
Selten fiel es so schwer, eine Review zu schreiben wie zum Horrorfilm „The Bayou“. Aus dem einfachen Grund, dass es zu Tierhorror – vor allem jenem, der direkt auf Streamingplattformen oder ins Heimkino abgeschoben wird – nicht wirklich noch etwas zu sagen gibt, das nicht auch auf die meisten anderen Vertreter dieses Subgenres zutrifft. Alle laufen nach dem gleichen Schema ab und haben in der Regel mit denselben Problemen zu kämpfen. Tage nach der Sichtung ist der Survival-Horrorfilm zwar noch nicht komplett in Vergessenheit geraten – so viel muss man den Regisseuren Taneli Mustonen und Brad Watson wenigstens zugestehen – doch bleibt er weder überwiegend positiv noch negativ im Gedächtnis. Mustonen und Watson haben ein gutes Gespür für die Platzierung von Jumpscares. Diese sind zwar nicht unbedingt bei allen Horrorfans beliebt, können aber durchaus noch immer effektiv sein. Und bei „The Bayou“ gibt es ein oder zwei Schreckmomente, die einen von der Couch fegen. Immerhin etwas – denn bei Weitem nicht alles funktioniert so gut im Überlebenskampf gegen die Alligatoren.

Nicht, dass man bei einem Tierhorrorfilm mit viel Tiefe rechnen sollte, doch wie lieblos und oberflächlich einzelne Themen in „The Bayou“ behandelt werden, unterbietet selbst niedrige Erwartungen. Die Erklärung für das aggressive Verhalten der Alligatoren und der Grund, warum genau diese Gruppe ins Visier genommen wird, werden zu Beginn kurz angeschnitten und bis zum Finale komplett unter den Teppich gekehrt – zu jenem Zeitpunkt hat man diesen Teil der Story bereits fast wieder vergessen. Hauptcharakter Kyle drückt man ein Trauma um das Ableben ihres Bruders auf, in der Hoffnung, dass man dadurch mit ihr mitfiebert. Das bleibt aus. Keiner der Charaktere schafft es, irgendwie eine emotionale Bindung zum Zuschauer aufzubauen – sie bleiben austauschbar und blass. Spannung baut sich in wenigen Momenten zwar immer mal wieder auf, doch durch das fehlende Interesse an den Figuren hält diese nie lange an. Und wer auf ordentlich Blut hofft, muss sich leider mit mittelmäßigen Effekten zufriedengeben – im Meer der Low-Budget-Tierfilme gab es aber auch schon deutlich Schlechteres.

Fazit
Wer von Tierhorror einfach nicht genug bekommt, kann auch mit „The Bayou“ einen kurzen Abstecher in die Sümpfe wagen. Die Figuren bleiben blass, die Story beliebig – aber ein paar gut gesetzte Jumpscares sorgen immerhin für kurzfristige Unterhaltung. Ein Film, der niemandem weh tut, aber auch niemandem fehlen würde.



