| Titel | Fluch aus der Tiefe |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Pablo Absento |
Heimkinostart: 24.04.2025
Ein oberflächlicher Desktop-Thriller
Pablo Absento (übrigens eine Frau) ist bislang vor allem durch drei düstere Kurzfilme aufgefallen. Mit ihrem französisch–japanisch–russischen Spielfilmdebüt “Fluch aus der Tiefe” beweist sie, dass „tief“ nicht automatisch auch tiefgründig heißt. Das Geschehen spielt sich fast ausschließlich auf digitalen Bildschirmen ab – gefangen im engen Korsett des Screenlife-Formats, das mehr Distanz als Nähe erzeugt. Statt echter Beklemmung herrscht hier vor allem eines: gähnende Leere – und das nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im Drehbuch.

Und darum geht es…
Während ihr Mann Jack (Ben McKenzie), ein Militäroffizier, in der Türkei stationiert ist, reist Hannah (Bojana Novakovic) mit ihren beiden Söhnen nach Tokio. Was als harmloser Familienausflug beginnt, kippt ins Unheimliche, als ihr jüngerer Sohn beinahe in einem See ertrinkt. Danach ist nichts mehr wie zuvor: Der Junge verändert sich, sein Verhalten wirkt verstörend – und auch die Umgebung scheint sich zu wandeln. Auf der Suche nach einer Erklärung stößt Hannah auf eine uralte japanische Legende über dunkle Dämonen. Schon bald muss sie erkennen, dass nicht nur ihre Angst real ist – sondern auch die Bedrohung, die sich langsam um sie und ihre Kinder legt.

Weniger Tiefgang als eine Pfütze
Die Wahl des Screenlife-Formats wirkt hier eher als Limit denn als erzählerischer Gewinn. Wo andere Filme dieser Machart (etwa “Searching” oder “Host”) digitale Oberflächen als Spannungsverstärker nutzen, bleibt „Fluch aus der Tiefe“ seltsam leblos. Die visuelle Gestaltung wirkt stellenweise unfokussiert, der Horror verpufft zwischen verpixelten Videochats und dramaturgisch überfrachteten Einblendungen. Die Inszenierung verhindert Nähe – zu den Figuren ebenso wie zur Bedrohung selbst. Das Unheimliche bleibt äußerlich, nie wirklich greifbar. Während Novakovic sichtlich bemüht ist, ihrer Figur Tiefe zu verleihen, bietet das Drehbuch kaum Raum zur Entwicklung. Die Beziehung zu den Söhnen bleibt schematisch, die Bedrohung durch das japanische Wasserwesen Kappa wird eher behauptet als erfahrbar gemacht.

Die kulturelle Verankerung – eigentlich ein Potenzial – gerät zur bloßen Kulisse. Was als Allegorie auf familiäre Zerrissenheit und Schuld funktionieren könnte, bleibt oberflächlich, fragmentarisch und dramaturgisch fahrig. Das macht “Fluch aus der Tiefe” zu einem Film, der seine eigenen Themen unterläuft: Isolation, Trauma, Kontrollverlust – alles angelegt, doch ohne formale oder emotionale Konsequenz. Die wenigen gelungenen Momente – ein verzerrter Bildschirm, ein verstörter Blick – reichen nicht, um über die narrative Leere hinwegzutäuschen. Was bleibt, ist ein unausgereifter Versuch, Horror und Technologie zu verschmelzen, ohne das eine wirklich zu verstehen oder das andere überzeugend zu nutzen.

Fazit
„Fluch aus der Tiefe“ hätte ein atmosphärischer Screenlife-Albtraum werden können, bleibt aber ein uninspirierter Streifen, der sich an besseren Vorbildern bedient, ohne deren Klasse zu erreichen.


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