| Titel | The Mouse Trap |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Jamie Bailey |
Heimkinostart: 28.03.2025
Micky Maus … oder Micky Meh?
Immer wieder steht Disney wegen seiner Casting-Entscheidungen bei Live-Action-Neuverfilmungen wie „Arielle, die Meerjungfrau“ oder dem aktuellen „Schneewittchen“ in der Kritik. Der Unterschied in der Hautfarbe im Vergleich zu den animierten Klassikern würde natürlich alles kaputt machen. Aber dass Disney-Charaktere wie Winnie Pooh, Peter Pan oder jetzt auch Micky Maus in „The Mouse Trap“ in blutrünstige Serienkiller verwandelt werden, interessiert niemanden. Interessant. Woran das wohl liegen mag?

Und darum geht es…
Alex (Sophie McIntosh) und ihre Kollegin Jayna (Madeline Kelman) werden von ihrem Chef Tim (Simon Phillips) zur Nachtschicht in einer riesigen Spielhalle verdonnert, während dieser sich in sein Büro zurückzieht, um eine Privatvorstellung von „Steamboat Willie“ zu genießen. Dabei ergreift der böse Geist von Micky Maus Besitz von Tim, der sich daraufhin in einen brutalen Killer verwandelt. Währenddessen wird Alex, die von Jayna allein gelassen wurde, von ihren Freunde mit einer Geburtstagsfeier überrascht. Doch als einige Gäste verschwinden und die Türen plötzlich verschlossen sind, beginnt ein blutiger Kampf gegen die ikonische Maus.

Mickey metzelt – aber keine Ahnung, warum.
Wer mit „Winnie the Pooh: Blood and Honey“ schon nichts anfangen konnte, sollte einen großen Bogen um „The Mouse Trap“ machen. Ersterer bot zumindest noch spaßige Tötungsszenen – besonders in der letztjährigen Fortsetzung –, doch die Horrorversion von Micky Maus versagt selbst in diesem Punkt. Vieles geschieht entweder im Off oder ist einfach nur lahm inszeniert. Wenn man schon Trash serviert, dann bitte mit blutigen und originellen Gore-Effekten. Aber Fehlanzeige: Mickey metzelt mit einer FSK 16-Einstufung vor sich hin. Und wenn dann doch mal eine etwas explizitere Szene auftaucht, muss man sich mit billigem Kunstblut zufriedengeben. Schade eigentlich, denn hier hätte Regisseur Jamie Bailey noch etwas retten können. Dass es mit der Story nicht klappen würde, war hingegen schon lange vorher abzusehen. Tatsächlich ist sie sogar noch abstruser als erwartet und ergibt nur in den seltensten Momenten Sinn. Zuerst schlachtet sich Mickey Maus blutleer durch eine Gruppe Teenager, dann kann er sich plötzlich teleportieren, und seine große Schwäche ist flackerndes Licht? Wer Erklärungen für das Geschehen erwartet ist hier an der falschen Adresse.

Drehbuchautor Simon Phillips verstrickt sich zunehmend in Ungereimtheiten, sodass der Film irgendwann nur noch wie eine Aneinanderreihung willkürlicher Szenen wirkt. Auch sein Versuch, sich auf eine humorvolle Metaebene zu begeben, scheitert kläglich. Der einleitende Lauftext, der „Star Wars“ parodiert und klarmachen soll, dass diese Produktion in keiner Verbindung zu Disney steht, ist mehr als cringe. Und auch das Zitieren von Klassikern wie „Scream“ wertet den Film nicht auf. Zudem werden die ohnehin unlustigen One-Liner emotionslos heruntergerattert und wirken, als würden sie direkt vom Blatt abgelesen. Ob das am Drehbuch oder am mangelnden Talent der Darsteller liegt? Wahrscheinlich an beidem. Gibt es denn auch etwas Positives? Der Aufbau ist anfangs noch einigermaßen gelungen, bevor es rapide bergab geht. Das Setting ist stark, wird aber nicht immer richtig genutzt. Und Micky Maus selbst sieht immerhin besser aus als sein Kollege Winnie Pooh im ersten „Blood and Honey“. Was allerdings auch keine große Kunst ist.

Fazit
„The Mouse Trap“ hätte was werden können, wenn auch nur spaßige Trash-Unterhaltung. Doch stattdessen serviert Jamie Bailey einen langweiligen Slasher von der Stange – ohne Witz, ohne Gore, ohne Charme. Vielleicht kann ja das bereits abgedrehte Sequel „The Mouse Trap: Welcome to the Mickeyverse“ mehr überzeugen. Das steht bereits in den Startlöchern – diesmal inklusive Mickys Freundin Minnie Maus.


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