| Titel | Captain America: Brave New World |
| Genre | Action, Thriller |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 12 |
| Regie | Julius Onah |
Kinostart: 13.02.2025
Endlich wieder gutes Blockbusterkino aus dem Hause MCU?
Das Marvel Cinematic Universe – eine cineastische Welt, die wie keine zweite dazu verführt, sich in Spekulationen und Analysen zu verlieren. Dass die Diskussionen meist wenig konstruktiv verlaufen und sich größtenteils um vermeintlich falsche Besetzungen, unbefriedigenden Abweichungen zu zugrundeliegenden Comics und unerfüllten Fanwünschen drehen, zeigt nach nunmehr 16 Jahren auch einschneidende Auswirkungen auf das filmische Endprodukt. Wenn selbst sogenannte Filmkritiker*innen mittlerweile in den Kanon einstimmen und sich an Fan-Foren-Rhetorik orientieren, ohne analytischem Verständnis für das Geschichtenerzählen, ist es wenig überraschend, dass sich auch die kreativen Köpfen hinter dem Mammutwerk MCU zwischenzeitlich dem anbiedern, was die Masse verlangt. Was als kreative Reise begann, mit frischen Ideen, großen Visionen und brennender Leidenschaft, ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Das einst strahlende Marvel Cinematic Universe, ein filmgewordener Fanservice, ein sinnbefreiter Crowdpleaser mit endlosen Cameos und Comicbuchverweisen. Und dann kommt “Captain America: Brave New World” und wiederbelebt das, was einst die Herzen von Cineast*innen und Comicfans gleichermaßen in Wallung gebracht hat.

Und darum geht es…
Sam Wilson (Anthony Mackie) muss sich endgültig in seiner neuen Rolle als Captain America beweisen. Während er sich mit den Herausforderungen seiner neuen Verantwortung auseinandersetzt, tritt eine alte Bedrohung in Erscheinung: Die Weltpolitik ist instabiler denn je, und dunkle Mächte versuchen, das entstandene Machtvakuum für sich zu nutzen. Unterstützung erhält Sam von alten Verbündeten wie Joaquin Torres (Danny Ramirez), während er sich neuen Gegnern stellt, die das Erbe von Steve Rogers infrage stellen.

Die Durststrecke hat ein Ende!
Eine Frage scheint beim Diskurs rund um das MCU völlig in den Hintergrund geraten zu sein: Was macht gutes Kino eigentlich aus? Zwischen all den Spekulationen, Meta-Ebenen und Lobgesängen auf Vorlagentreue wurde diese eigentlich essenzielle Frage zunehmend an den Bildschirmrand gedrängt. Und gerade dann, wenn man seinen Frieden mit dem einst so strahlenden MCU geschlossen hat, erstrahlt mit “Captain America: Brave New World” ein Hoffnungsschimmer, der sich auf genau das zurückbesinnt, wofür das Blockbusterkino einst stand: mitreißendes Erzählen, lebendige Figuren und eine Inszenierung, die mehr will, als nur Erwartungen zu bedienen. “Captain America: Brave New World” verspricht nicht einfach nur ein weiteres Fragment in einem überfrachteten Universum zu sein, sondern eine Geschichte zu erzählen, die aus eigener Kraft bestehen kann. Plotgetrieben, charakterfokussiert und mitreißend – keine lose Aneinanderreihung von womöglich mal wichtigen Handlungselementen, nostalgischen Wiedergeburten und Fanwünschen.

Seit “Spider-Man: No Way Home”, einer perfekt ausbalancierten Ausnahme, die nostalgischen Fanservice und fesselndes Storytelling miteinander vereinte, gelangt es einzig James Gunns “Guardians of the Galaxy 2” – die Zeitspanne umfasst zwischenzeitlich vier Jahre – einen ähnlichen erzählerischen Sog zu generieren wie “Captain America: Brave New World”. Wie schon in “The Falcon and the Winter Soldier” liegt in Sam Wilsons erstem Kinoabenteuer als neuer Captain America der Fokus auf den menschlichen Geschichten. Eingebettet in den wendungsreichen Plot eines Politthrillers schöpft die Geschichte einen großen Teil ihrer Energie aus den inneren Konflikten. Trotz saftig-dynamischer Action – vor allem die intensive Luftschlacht und das bereits im Trailer prominent angeteaserte Face-off mit dem roten Wutmonster sind überaus schmackhaft – sind es genau diese menschlichen Kämpfe, die “Captain America: Brave New World” vom Großteil dessen abhebt, das sowohl heute als auch damals das MCU zu bieten hat und hatte.

Fazit
Mit „Captain America: Brave New World“ gelingt es, das MCU zurück zu seinen Wurzeln zu führen – fesselnde Unterhaltung, knackige Action und eine charaktergetriebene Geschichte, die mehr bietet als bloßen Fanservice!

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