| Titel | The Witcher: Sirens of the Deep |
| Genre | Fantasy, Animation |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Regie | Kang Hei Chul |
Starttermin: 11.02.2025 | Netflix
Fans kriegen, was sie wollen
Mit “The Witcher: Sirens of the Deep” erweitert Netflix sein düsteres Fantasy-Universum um ein weiteres animiertes Kapitel. Basierend auf Andrzej Sapkowskis Kurzgeschichte “Ein kleines Opfer” entführt das Anime-Spin-off der südkoreanischen Produktionsfirma Studio Mir, das sich bereits für das Netflix Original “The Witcher: Nightmare of the Wolf” verantwortlich zeigte, in eine (Unterwasser-)Welt voller politischer Intrigen, verbotener Liebe und moralischer Grauzonen. Ein visuell berauschendes Erlebnis, das sich in erster Linie an Fans richtet.

Und darum geht es…
Die Liebe zwischen Herzog Agloval (Camrus Johnson) und der Meerjungfrau Sh’eenaz (Emily Carey) steht unter keinem guten Stern. Während Agloval darauf drängt, dass seine Geliebte ihre Welt hinter sich lässt und an Land lebt, stößt er sowohl bei ihr als auch in den eigenen Reihen auf Widerstand. Das Meervolk misstraut den Menschen, die Menschen fürchten die sirenenhaften Wesen der Tiefe – und so droht der persönliche Zwist zwischen den Liebenden zu einem politischen Pulverfass zu werden. Mittendrin: Der Hexer Geralt von Riva (Doug Cockle) und dessen Freund, der Barde Rittersporn (Joey Batey), die unmittelbar in diese vertrackte Situation hineingezogen werden.

Tiefsee-Romantik mit Luft nach oben
Politische Verhandlungen, Herzschmerz, gefährliche Kreaturen: Eines muss man “The Witcher: Sirens of the Deep” zweifellos zugutehalten. Wenn das Netflix Original das Witcher-affine Publikum mit in die Tiefen des Meeres entführt und dabei auf visuelle Opulenz und detailverliebte Gestaltung setzt, weiß das Spin-off seine Animationsfreiheit vollumfänglich für sich zu nutzen. Die Unterwasserwelt wird mit leuchtenden Farben und schwebenden Partikeln atmosphärisch dicht inszeniert, während die Landschaften an Land gewohnt düster und geerdet wirken. Auch die Kampfszenen profitieren von der Dynamik des Mediums: Flüssige Bewegungen und dramatische Kameraeinstellungen sorgen für mitreißende, wie grafisch explizite Action, während sich die musikalischen Ausflüge hingegen eher als störendes Element herauskristallisieren.

Dass “The Witcher: Sirens of the Deep” trotz der dynamischen Bildkompositionen und den gut ausgespielten Action-Einlagen letztlich doch nur für eingefleischte Gerald-Ultras funktionieren dürfte, liegt vor allem an der generischen Erzählweise, die sich einerseits eng an die literarische Vorlage hält, dabei aber wenig Eigenständigkeit entwickelt. Während Fans der Witcher-Saga an der melancholischen Atmosphäre und den vertrauten Figurenkonstellationen gefallen finden dürften, fehlt es dem Netflix Original letztlich doch an erzählerischem Sog, um auch Gelegenheitszuschauer*innen in seinen Bann zu ziehen. Besonders spürbar wird dies, bei der Arg platt vorgetragenen Konsumkritik bezüglich des Raubbaus an der Natur und der kitschigen Geschichte der altbekannten verbotenen Liebe. Hübsch anzusehen – viel mehr aber auch nicht.

Fazit
Visuell beeindruckend, aber erzählerisch wenig mitreißend: The Witcher: Sirens of the Deep bietet stimmungsvolle Animationen, bleibt jedoch inhaltlich flach. Ein Film für eingefleischte Fans.

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