| Titel | Elevation |
| Genre | Sci-Fi, Action |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | George Nolfi |
Starttermin: 30.01.2025 | Prime Video
Zwei Marvel-Stars kämpfen ums Überleben!
Dystopische Überlebensgeschichten scheinen sich in zwei fundamentalen Tropen zu verfangen: Mensch gegen Natur und Mensch gegen Mensch. Meist ist es die Erde selbst, die als übermächtiger Gegner auftritt – sei es durch Naturkatastrophen, zerstörerische Klimaveränderungen oder unaufhaltsame Krankheiten. Die Überlebenden kämpfen nicht nur ums Überleben, sondern um ihre Identität in einer Welt, die nicht mehr die ihre ist, während sich am Ende doch wieder einmal der Mensch selbst als gefährlichster Feind darstellt. Diese Konflikte, scheinbar ewig wiederholt, spiegeln unsere tiefsitzenden Ängste vor dem Unbekannten und der menschlichen Natur wider – und zeigen, dass, egal wie die Welt zusammenbricht, der wahre Kampf oft der innerhalb der menschlichen Psyche bleibt. Ach ja, und Monster gibt es natürlich auch – so auch im Amazon Original “Elevation” mit den Marvel-Stars Anthony Mackie („We Have a Ghost“) und Morena Baccarin („Deadpool & Wolverine„) in der Hauptrolle.

Und darum geht es…
Seit drei Jahren lebt Will (Anthony Mackie) zusammen mit seinem Sohn Hunter (Danny Boyd Jr.) in den abgelegenen Rocky Mountains, fernab der Zivilisation. Die Welt wurde von grauenhaften Kreaturen überrannt, die aus dem Untergrund hervorbrachen und die Menschheit nahezu auslöschten. Nur in Höhenlagen über 2.400 Metern können diese Monster nicht überleben. In dieser sicheren Umgebung lebt auch Nina (Morena Baccarin), eine Wissenschaftlerin, die einst mit Wills verstorbener Frau Tara auf Expedition war. Ihr Ziel war es, eine Schwachstelle der Ungeheuer zu entdecken – ein Versuch, den Tara nicht überlebte. Als Hunters Lungenkrankheit immer schlimmer wird und der Sauerstoff zur Neige geht, bleibt Will keine Wahl: Er muss den gefährlichen Weg in das Tal antreten, um für Nachschub zu sorgen – mitten durch das Gebiet der Monster.

Die immergleiche Melodie dystopischer Überlebensgeschichten
„The Silence“, „Bird Box“ und jetzt auch „Elevation“ – wie schon in vielen dystopischen Zukunftsszenarien zuvor, startet auch die jüngste starbesetzte Amazon-Errungenschaft einen halbgaren Versuch, den mit dem Kinoerfolg von „A Quiet Place“ befeuerten Hype um postapokalyptische Survival-Thriller ein weiteres Mal auszuschlachten. Wo das – wir nennen es einfach mal – Original bereits unter fehlendem Drive, flachen Charakteren und den überstrapazieren Klischees seiner Prämisse zu leiden hatte, dabei aber immerhin punktuell Spannung generieren konnte, fehlt es “Elevation” vollends an Eigenständigkeit, erzählerischer Raffinesse und einer emotionalen Verankerung, die das Schicksal der Figuren über bloße Genre-Routinen hinaus bedeutsam machen würde. Statt eine atmosphärisch dichte Welt zu erschaffen, die das Grauen fühlbar macht, setzt das Amazon Original auf ausladende Expositionsdialoge, mit Erklärungen überladen, als vergeblicher Versuch, das mangelhafte World Building und die nicht vorhandene Charakterzeichnung zu kaschieren, weshalb ”Elevation” letztlich mehr Parallelen zu einem mangelhaften Mittelstufenreferat aufweist, als zu fesselnder Genre-Unterhaltung.

Dass “Elevation” dann auch noch auf technischer Ebene jegliche Sorgfalt vermissen lässt, macht das ohnehin schon schwache Gesamtbild vollends zunichte. Das beginnt bereits beim Mündungsfeuer, das künstlich flackert wie ein hastig eingefügter Computereffekt, und setzt sich fort in der mangelhaft getricksten Monsteraction, die jegliche Immersion im Keim erstickt. Doch nicht nur visuell bleibt “Elevation” blass – auch darstellerisch gelingt es dem Amazon Film zu keiner Sekunde, eine emotionale Verbindung zu seinen Figuren herzustellen und schwankt dabei zwischen stoischer Teilnahmslosigkeit und theatralischer Künstlichkeit. Was bleibt, ist ein visuelles und narrativ ermüdendes Erlebnis, das die Zuschauerschaft eher in einen Zustand der Resignation versetzt, als dass es sie in eine faszinierende, postapokalyptische Welt entführt. Somit scheitert “Elevation” als Thriller und als Drama gleichermaßen und hinterlässt dabei die bittere Erkenntnis, dass das Genre – und seine aufwendigen Produktionen – längst auserzählt sind. An dieser Feststellung ändert auch die Post Credit Szene nichts!

Fazit
Der Höhenrausch bleibt aus – stattdessen erklimmt „Elevation“ den Gipfel der Uninspiriertheit!

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