| Titel | Paradise |
| Genre | Thriller, Drama |
| Jahr | 2025 |
| FSK | 16 |
| Schöpfer | Dan Fogelman |
Starttermin: 28.01.2025 | Disney+
Mord im Weißen Haus!
Wenn die makellose Fassade zu bröckeln beginnt, offenbaren sich meist Abgründe, die das Publikum magisch anzieht. Machtmissbrauch, Korruption, Verrat – Zutaten, die in der Welt der Reichen und Mächtigen einen schaurig-schönen Reiz entfalten. Wir lieben es, wenn die vermeintlich Unantastbaren plötzlich an ihrem eigenen Gift ersticken. Je höher die Verstrickungen reichen, umso faszinierender – am besten direkt bis ins Weiße Haus wie einst in “House of Cards”. Die Intrigen hinter verschlossenen Türen und die kalt kalkulierte Manipulation zeigen eine Welt, in der Moral nur ein störendes Hindernis ist. Der Gedanke, dass hinter den glänzenden Fassaden der Privilegierten ebenso viel Finsternis lauert wie in einem düsteren Kellergewölbe, wird auch in “Paradise” zum Leitmotiv und verspricht fesselnde Unterhaltung über acht Episoden hinweg.

Und darum geht es…
Eine schockierende Tat erschüttert die wohlhabenden Bewohner*innen einer abgeschiedenen Luxusgemeinde. Während die Ermittlungen immer tiefere Abgründe zutage fördern, stellt sich heraus, dass hinter der glitzernden Oberfläche kaum etwas so ist, wie es scheint. Mitten in diesem Chaos steht Xavier Collins (Sterling K. Brown), der mit seinem Team ursprünglich nur für den Schutz des ehemaligen Präsidenten Cal Bradford (James Marsden) abgestellt wurde. Doch was als Sicherheitsauftrag begann, entwickelt sich zu einem gefährlichen Spiel, das die Grundfesten der gesamten Gemeinschaft erschüttert. Die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge verschwimmen, und die Illusion einer perfekten Welt droht endgültig zu zerbrechen.

Unser Fazit nach den ersten drei Episoden
Nichts ist so, wie es scheint – ein Credo, das sich die Film– und Serienwelt seit jeher zu eigen macht, um das Publikum durch verwinkelte Geschichten zu geleiten und Erwartungen gekonnt zu unterwandern. Dass sich eine Serie in ihrer Vermarktung jedoch vollumfänglich der Mimikry bedient, also der Fähigkeit von Tieren, das Aussehen oder Verhalten anderer Lebewesen nachzuahmen, um die Zuschauerschaft mit einem Versprechen zu locken, dass letztlich gar nicht eingelöst wird, ist äußerst selten. “Paradise” ist eines dieser raren Exemplare. Durch diverse Trailer, Inhaltsangaben und Pressetexte als reinrassige Regierungsverschwörung mit zwielichtigen Machenschaften und doppelten Spielen im Kreise der Reichen und Einflussreichen angepriesen, entpuppt sich das Disney+ Original nach einer bärenstarken ersten Episode, die genau das liefert, also etwas ganz anders.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, um den Aha-Effekt für all diejenigen, für die der entscheidende Twist in Richtung, nennen wir es mal, dystopische Gefilde, vielleicht sogar der Punkt ist, an dem “Paradise” erst so richtig interessant wird, darf der überraschende Genrewandel natürlich nicht unerwähnt bleiben. Dass mit dieser Enthüllung gleichzeitig auch ein Qualitätsabfall zu verspüren ist, sollte hingegen deutlich gemacht werden. “Paradise” startet atmosphärisch dicht, auf wenige Handlungselemente fokussiert und trotz, oder gerade wegen des gemächlichen Erzähltempos mit einer konsequent anziehenden Spannungsschraube. Mit der Offenlegung eines weitreichenden Ereignisses, dass die Serie in Sci-Fi-eske Sphären erhebt – wir befinden uns nun in Folge 2 – verliert der Plot seine klare Struktur, verwässert zunehmend durch Nebenschauplätze und büßt dadurch auch an Unterhaltungswert ein. Bleibt zu hoffen, dass sich dies mit den restlichen fünf Episoden noch beheben lässt.

Prognose
“Paradise” hätte gut daran getan, am simplen, aber effektiven Konzept der ersten Episode festzuhalten. Ob der dystopische Twist sich auszahlt, bleibt zu hoffen – besonders gut stehen die Chancen nach den ersten drei Episoden jedoch nicht!

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