| Titel | Werewolves |
| Genre | Action, Horror |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Steven C. Miller |
Heimkinostart: 23.01.2025
Frank Grillo auf Werwolfjagd
Mit “Dog Soldiers” gelang Neil Marshall (“The Lair”) im Jahr 2002 eine kleine Horror-Sensation, die das Werwolf-Subgenre zwar nicht nachhaltig revolutionierte, dank pointierter Action und schnörkelloser Inszenierung in Kreisen von Genrefans jedoch schnell zum Kultfilm avancierte. Während es in den folgenden Jahren, trotz ständiger Präsenz in der Popkultur, wenig neues in Sachen Werwolf-Horror zu sehen gab und wenn dann in einfältigen Teenieromanzen oder trashigen C-Movies direkt aus der CGI-Hölle, macht sich Steven C. Miller (“Escape Plan 2: Hades”) mit „Werewolves“ daran, das Erbe von Marshalls pelzigem Actioner wiederzubeleben. Die Intention ist klar, das Ergebnis mehr als dürftig…

Und darum geht es…
Jedes Jahr, wenn der Mond sich auf seiner Umlaufbahn der Erde ein Stück näher schiebt als gewohnt, spricht man von einem „Supermond“. Doch das, was im letzten Jahr passierte, übertraf alle wissenschaftlichen Erwartungen. In jener Nacht erwachte in zahllosen Körpern ein geheimnisvolles Gen, das die Welt ins Chaos stürzen sollte. Plötzlich verwandelten sich Millionen Menschen unaufhaltsam in Werwölfe, trieben in einem blutigen Rausch alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Folgen waren katastrophal: Innerhalb weniger Stunden fiel die Weltbevölkerung um fast eine Milliarde. Jetzt, mit einem neuen Supermond am Horizont, fürchten alle das Wiederaufleben des Schreckens. Doch der Molekularbiologe Dr. Wesley Marshall (Frank Grillo) ist vorbereitet. Er hat ein Serum entwickelt, das den Werwolf-Fluch stoppen soll. Doch als er es testet, versagt das Mittel – und die Welt versinkt für eine weitere Nacht in Chaos!

Ein Schaf im Wolfspelz
Handgemachte Creature Designs, eine auf das Nötigste, also knackige Horroraction reduzierte Rahmenhandlung und atmosphärisch-düstere Nachtaufnahmen – viel mehr braucht es eigentlich nicht, für einen spaßige Werwolfschlachtplatte. Schenkt man dem B-Movie-Spaß verheißenden Trailer glauben, scheint man für dieses Erlebnis bei „Werewolves“ genau an der richtigen Adresse zu sein. Wer sich nun aber, mit geistigen Abstrichen in puncto Figurenzeichnung, Komplexität und sonstiger anspruchsvoller Drehbuchgestaltung im Hinterkopf an das Creature Feature herangewagt, dürfte bitter enttäuscht werden. Das nämlich offenbart, neben der billigend in Kauf genommenen Banalität eines hirnlosen Actionfilms, auch abseits der dramaturgischen Belanglosigkeit einen erheblichen Mangel an spaßigen Unterhaltungswerten. Während “Werwolves” seine, an “The Purge” erinnernde Wolfsnacht-Prämisse zunächst einmal viel zu ausladend erklärt, erweist sich die darauf folgende Werwolf-Action als uninspirierte und spannungsarme Eintönigkeit – selbst für eingefleischte Genrefans.

Dass man Frank Grillo den promovierten Molekularbiologen nicht abnimmt, ist geschenkt. Die unerträglichen pseudowissenschaftlichen Dialoge und die albernen Gummikostüme der während den CGI-generierten Verwandlungsszenen eigentlich gar nicht mal so verkehrten Titelmonster schmerzen hingegen umso erheblicher. Den endgültigen Tiefpunkt erreicht das desaströse Treiben jedoch in seinem mehr als diffusen Finale. Wenn sich Marshall in einem Akt des selbstlosen Heldenmuts – wie denn auch sonst – auf sich alleine gestellt den pelzigen Widersachern zum animalischen Face-Off stellt, findet sich “Werewolves” plötzlich in einer dramaturgischen Zwickmühle wieder. So wird zuerst einmal mit der inneren Logik des Films gebrochen und dadurch die gesamte Prämisse ad absurdum geführt, nur um diesem Fehler wenig später nonchalant wieder auszubügeln, dadurch aber die komplette Hirnrissigkeit Marshalls Plan, der egal, ob er nun aufgeht, oder nicht, ohnehin in einem “Vom Regen in die Traufe”-Szenario münden wird, zu offenbaren.

Fazit
“Werwolves” wäre so gerne der neue “Dog Soldier”, nimmt sich dafür aber viel zu ernst, ohne das Versprechen unterhaltsamer Creature Action einzulösen!


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