| Titel | All You Need is Blood |
| Genre | Horror, Komödie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Cooper Roberts |
Heimkinostart: 22.11.2024
Bucky Le Boeuf als Regisseur? Oder doch nicht?
Das Marketing für „All You Need is Blood“ ist gleichermaßen verwirrend wie genial. Je nachdem, wo man hinsieht, wird Hauptcharakter Bucky Le Boeuf als Regisseur des Films genannt – sein Name prangt sogar auf dem Cover. Doch in Wirklichkeit steckt Regie-Newcomer Cooper Roberts hinter dem Zombiestreifen… oder etwa doch nicht? Findet es selbst heraus – in einer der originellsten Zombiekomödien der letzten Jahre.

Und darum geht es…
Der 16-jährige Bucky (Logan Riley Bruner) träumt davon, ein gefeierter Filmregisseur zu werden. Gemeinsam mit seinem besten Freund Vish (Neel Sethi) dreht er regelmäßig Kurzfilme in der heimischen Garage – doch bisher bleibt der große Erfolg aus. Als die beiden von einer Ausschreibung für ein Filmfestival erfahren, wittern sie ihre Chance, endlich groß rauszukommen und das Preisgeld zu gewinnen. Es gibt nur ein Problem: Der eingereichte Film muss ein Horrorfilm sein, und Bucky verabscheut das Genre. Doch das Schicksal greift ein: Ein Meteorit schlägt im Garten der Jungs ein und verwandelt Buckys Vater (Tom O’Keefe) in einen blutrünstigen Zombie – der perfekte Antagonist für einen Zombiestreifen.

Meta-Horror mit Hirn – und jeder Menge Blut
„All You Need is Blood“ mag auf den ersten Blick wie eine typische, low-budget Zombiekomödie wirken – und in vielerlei Hinsicht ist sie das auch. Doch hinter Cooper Roberts Regiedebüt steckt weit mehr. Der blutige Liebesbrief ans Filmemachen ist ein sehr persönliches Werk, was schon daran deutlich wird, dass der Satz „A film by Bucky Le Boeuf“ das Cover ziert. Roberts, im Filmbusiness bislang ein unbeschriebenes Blatt, schafft es, sein Publikum auf charmante Weise zu verwirren und treibt die Metaebene auf die Spitze, indem er seinen Hauptcharakter nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in der Realität ins Rampenlicht stellt. Denn, falls es noch nicht klar genug ist: Cooper Roberts ist Bucky Le Boeuf. In dieser Figur spiegelt er sich selbst und seine Liebe zum Film wider. Gleichzeitig steht Bucky aber auch stellvertretend für all jene, die Filme machen – oder davon träumen. „All You Need is Blood“ ist einer dieser Filme, die in einem die Leidenschaft wecken oder verstärken, selbst hinter der Kamera stehen zu wollen. Roberts steckt so viel Herzblut in dieses Werk, dass man förmlich spürt, worum es ihm geht: nicht um Anerkennung oder Preise, sondern um den Prozess des Filmemachens und das Bedürfnis, seine Geschichte zu erzählen. Cooper Roberts‘ spürbare Liebe für das Horrorgenre, insbesondere für dessen Klassiker, zieht sich wie ein roter Faden durch seinen Film. Dabei scheut er nicht davor zurück, auf amüsante Weise jene Filmfans aufs Korn zu nehmen, die auf das Genre herabschauen.

Hauptcharakter Bucky, ein selbsternannter König des Arthouse-Kinos, träumt davon, ein tiefgründiges Drama zu drehen – Horrorfilme hingegen betrachtet er als weit unter seinem Niveau. Als er jedoch gezwungen wird, für einen Wettbewerb einen Horrorfilm zu drehen, versucht er zunächst krampfhaft, ihn als Drama zu verkaufen. Doch im Verlauf der Geschichte erkennt er, dass auch Horrorfilme etwas zu sagen haben – selbst mit den genretypischen Klischees und blutigen Szenen. Mit diesem Ansatz verbeugt sich Roberts nicht nur ehrfurchtsvoll vor dem Horrorgenre, sondern schießt zugleich mit einem Augenzwickern gegen jene, die Horror entweder nicht ernst nehmen oder ausschließlich den sogenannten „Elevated Horror“ schätzen, der sich in den letzten Jahren etabliert hat. Roberts verpackt seine Botschaft in einem kurzweiligen und witzigen Zombiehorror, der zwar nicht immer zündet, aber mit handgemachten Effekten und liebenswerten Charakteren überzeugt. Auf Metaebene funktioniert er ähnlich wie „One Cut of the Dead“ und die ohnehin schon schräge Prämisse wird im Verlauf immer skurriler, wobei der Film mit seinem Finale beinahe an das Trash-Feuerwerk „The Velocipastor“ erinnert. Schauspielerisch liefert das gesamte Ensemble eine starke Leistung ab – allen voran Mena Suvari. Der Schauspielikone merkt man den Spaß an ihrer Rolle als exzentrische Schauspielerin deutlich an, was sie zu einem der Highlights des Films macht.

Fazit
Cooper Roberts‘ „All You Need is Blood“ ist ein charmanter Liebesbrief an das Filmemachen und das Horrorgenre. Die Low-Budget-Produktion punktet mit skurrilem Humor, praktischen Effekten und einem gut aufgelegten Ensemble.


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