| Titel | Schlaf! Nicht! Ein! |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Ian Hunt-Duffy |
Heimkinostart: 12.12.2024
Halte die Augen offen – wenn du überleben willst!
Jeder kennt es: eine schlaflose Partynacht, obwohl am nächsten Morgen Arbeit wartet, Gedanken, die einen nachts wach halten, oder andere Gründe, die einem den Schlaf rauben. Am nächsten Tag muss man es dann müde und ohne Energie irgendwie durch den Tag schaffen. Horrorfilme treiben solche alltäglichen Situationen gerne ins Extrem – so auch in „Schlaf! Nicht! Ein!“, wo Schlaf tödliche Konsequenzen hat.

Und darum geht es…
Die junge Claire (Millie Brady) und fünf weitere Personen nehmen an einer medizinischen Studie teil, bei der sie in einer isolierten Einrichtung über mehrere Tage ein Medikament testen sollen – unter der Aufsicht von Dr. Burke (Pollyanna McIntosh). Doch schon bald gerät das Experiment außer Kontrolle: Die Probanden müssen wach bleiben, da ihnen andernfalls der sichere Tod droht. Angst und Paranoia breiten sich aus, und zu allem Überfluss werden die Testpersonen in eine 24-stündige Quarantäne versetzt, aus der es kein Entkommen gibt.

Freddy Krueger hätte hier seinen Spaß!
Nach 24 Stunden ohne Schlaf verschlechtert sich unser Langzeitgedächtnis, und wir erledigen Aufgaben nachlässiger. Nach 48 Stunden können Herzrhythmusstörungen auftreten, der Puls steigt, und es fällt zunehmend schwerer, sich sprachlich klar auszudrücken. Nach 72 Stunden ohne Schlaf – sofern man es überhaupt so lange durchhält – setzen Halluzinationen, depressive Verstimmungen und Paranoia ein. Ein unheimlicher Gedanke, der eine perfekte Grundlage für Horrorfilme liefert, wie etwa im Klassiker „A Nightmare on Elm Street“. „Schlaf! Nicht! Ein!“ orientiert sich jedoch stärker an der Geschichte des russischen Schlafexperiments, das als düstere Legende durch die Welt der Creepypasta geistert und bereits mehrfach verfilmt wurde. Unter anderem nahm der Horrorfilm „Sleep No More“ diese Geschichte als Vorlage, scheiterte jedoch kläglich. Anders ist es bei Regisseur Ian Hunt-Duffy, der zwar keinen makellosen, aber einen unterhaltsamen und effektiven Horrorfilm abliefert. Dabei überzeugt nicht nur seine Regie, sondern auch der pulsierende Soundtrack von Die Hexen, die auch schon für „You Are Not My Mother“ die Musik geliefert haben. Der Score ist hypnotisch, bleibt im Gedächtnis, und untermalt die düstere Atmosphäre des Films auf eindringliche Weise.

Hunt-Duffy, der sich mit seinen Kurzfilmen bereits einen Namen machen konnte, präsentiert mit „Schlaf! Nicht! Ein!“ sein Spielfilmdebüt und schafft es, die Erschöpfung der Charaktere spürbar auf das Publikum zu übertragen. Und das ist durchweg positiv gemeint: Der Film ist keinesfalls einschläfernd, sondern überzeugt mit einem soliden Erzähltempo. Vermutlich kennt jeder das Gefühl, so müde zu sein, dass man sich kaum wachhalten kann. Und genau in dieses Gefühl kann man sich bei den Charakteren leicht hineinversetzen – einerseits dank der schauspielerischen Leistungen, andererseits aber auch durch die starke Inszenierung von Hunt-Duffy und den bereits erwähnten mitreißenden Score. Allerdings wirkt das Geschehen stellenweise etwas repetitiv. „Schlaf! Nicht! Ein!“ folgt in Teilen den Mechaniken eines Slashers, bei dem die Charaktere nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden. Oft geschieht dies jedoch auf ähnliche Weise, nämlich durch die Nebenwirkungen der Tabletten. Auch das sterile Setting bietet, so passend es auch zur Handlung ist, nur begrenzte Möglichkeiten für visuelle Abwechslung – wenngleich Hunt-Duffy es bestmöglich ausschöpft. Erst im letzten Drittel gewinnt der Film mehr an Vielfalt: mit verstörenden Bildern, einer ordentlichen Portion Blut und mehr Dynamik. Darüber hinaus streut der Regisseur eine Prise Gesellschaftskritik an die Pharmaindustrie ein. Dabei kratzt er jedoch nur an der Oberfläche und lässt stattdessen die Bilder für sich sprechen.

Fazit
„Schlaf! Nicht! Ein!“ ist ein intensives Spielfilmdebüt, das mit starkem Schauspiel, einer geschickten Inszenierung und einem hypnotischen Score punktet. Auch wenn das Geschehen stellenweise repetitiv und nicht immer originell wirkt, liefert Regisseur Ian Hunt-Duffy einen atmosphärischen und durchaus effektiven Horrorfilm ab.


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