Skincare: Kritik zum Film mit Elizabeth Banks – Dieser psychologische Thriller geht unter die Haut!

Skincare Film 2024
TitelSkincare
Genre Thriller, Komödie
Jahr2024
FSK16
RegieJustine Bateman

Heimkinostart: unbekannt

Prickelnd an der Oberfläche, geht unter die Haut

Es gibt Filme, die wirken wie eine Gesichtsbehandlung: Zuerst scheint alles angenehm und reinigend. Man genießt die Berührung und das Versprechen von Erfrischung. Doch nach und nach öffnen sich die Poren und das Seherlebnis bahnt sich seinen Weg unter die Haut. Einige Momente kribbeln, andere brennen wie ein chemisches Peeling, das die alte Haut abträgt und verborgene Gefühle freilegt. Nicht jeder Film tut nur gut – manche hinterlassen eine anhaltende Wirkung, gehen an die Substanz, können sogar Narben hinterlassen. Wenn dann der Abspann einsetzt, fühlt man sich verändert – die Behandlung zeigt Wirkung. So auch Justine Batemans mitreißender Genre-Hybrid “Skincare” mit Elizabeth Banks!

Skincare Film 2024
Skincare ©IFC Films

Und darum geht es…

Die erfolgreiche Kosmetikerin Hope Goldman (Elizabeth Banks) steht kurz davor, ihre neue Hautpflegelinie auf den Markt zu bringen. Doch ihre ambitionierten Pläne geraten ins Wanken, als ein Rivale, Angel Vergara (Luis Gerardo Méndez), direkt gegenüber eine neue Boutique eröffnet und ihr die Kund*innen reihenweise abzuspringen drohen. Als Hope dann auch noch zum Ziel einer Reihe von Sabotage- und Stalking-Akten wird, die ihr berufliches und persönliches Leben bedrohen, beschließt sie sich zu Wehr zu setzen, um das Netz aus Intrigen, das sie umgibt, aufzudecken.

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Zwischen Satire und Psychothriller

Wer hätte gedacht, dass hinter der oberflächlichen Welt von feuchtigkeitspendenden Tagescremes, luxuriösen Anti-Aging-Seren und revitalisierenden Gesichtsölen eine facettenreiche Geschichte wie diese schlummert. Lose basierend auf den realen Erfahrungen der Hollywood-Kosmetikerin Dawn DaLuise und doch fiktional erzählt, mit vielen Freiräumen – bloße Inspiration, kein Tatsachenbericht – lädt “Skincare” ein, in ein undurchsichtiges und bitterböses Kabinett der menschlichen Abgründe. Dabei dient der augenscheinliche Einzelunternehmer*innen-Krieg der den Stein ins Rollen bringt eher als Finte, um klammheimlich die Tür für toxische Männlichkeitsgebärden, Cybermobbing und Stalking zu öffnen.

Skincare Film 2024
Skincare ©IFC Films

Was beschwingt und heiter beginnt, mit satirischem Grundton im sonnendurchfluteten Los Angeles-Setting, mutiert mit Hopes zunehmender Paranoia zum scharfsinniger Kommentar zur Objektifizierung und digitalen Misshandlung von Frauen im düsteren Gewand eines psychologischen Thrillers. Die inszenatorische Dichotomie unterstützt den erzählerischen Wandel und verleiht Justine Batemans zweiter Regiearbeit eine beklemmende Atmosphäre, die von einer subtilen, aber eindringlichen musikalischen Untermalung verstärkt wird. Das, in Verbindung mit den sich rapide zuspitzenden Ereignissen, fußend auf einer Verkettung möglicher Missverständnisse (?), weckt wiederholt Erinnerungen an den zynisch-schwarzmurigen Dating-Thriller “Cat Person” vom vergangenen Jahr und macht “Skincare” zu einem Erlebnis, das unter die Haut geht!

Skincare Film 2024
Skincare ©IFC Films

Fazit

„Skincare“ überzeugt als prickelnder Genre-Mix: Satire und Thriller verschmelzen zu einem packenden Erlebnis, das weit mehr als nur an der Oberfläche kratzt und tief unter die Haut dringt!

Bewertung: 4 von 5.
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