Die Welt von Citadel wächst weiter
Nachdem die Amazon Original Serie “Citadel”, produziert von den Russo-Brüdern (“Avengers: Infinity War”, “Avengers: Endgame”), mit dem italienischen Ableger “Citadel: Diana” vor wenigen Wochen einen ersten Schritt in Richtung globales Franchise wagte, geht es mit “Citadel: Honey Bunny” auch direkt weiter. Hierfür verlassen wir Europa und tauchen stattdessen ein in die Welt des indischen Actionkinos. Wer sich nur fragt, wie eine Fusion des dann doch recht geerdeten Citadel-Universums mit einem farbenfrohen Potpourri aus Drama, Romantik und übermenschlicher Action der Marke Bollywood funktioniert, der kann sich ab dem 06. November 2024 auf Prime Video selbst ein Bild machen. Eine klare Antwort darauf wird er oder sie jedoch nicht bekommen…
Und darum geht es…
Als der Stuntman Bunny (Varun Dhawan) die Schauspielerin Honey (Samantha Ruth Prabhu) für einen riskanten Nebenjob anheuert, finden sich beide unvermittelt in einem Netz aus Spionage, Verrat und lebensgefährlichen Gegnern wieder. Was als einfacher Auftrag beginnt, offenbart bald eine Bedrohung, die über sie hinausgeht. Als Ex-Agent*innen der geheimen Organisation Citadel müssen Bunny und Honey nicht nur gegen ihre Widersacher bestehen, sondern auch mit alten Gefühlen und ungelösten Konflikten kämpfen. Jahre später taucht ein neuer Feind auf, der ihre kleine Tochter ins Visier nimmt und die beiden zwingt, ihre Differenzen zu überwinden und erneut als Team zusammenzufinden. Zwischen rasanten Verfolgungsjagden und schicksalhaften Wendungen kämpfen sie nicht nur für ihre Familie, sondern auch für ihre gemeinsame Zukunft.

Unser Fazit nach zwei Episoden
Übermenschliche Held*innen, außer Kraft tretende physikalische Gesetzmäßigkeiten, rhythmischen Tanznummern und CGI-beladene Over-the-top–Action-Feuerwerke – das alles gibt es in “Citadel: Honey Bunny” nicht zu sehen. Stattdessen erweist sich der indische Ableger als größtenteils durchamerikanisierter und an westliche Sehgewohnheiten angepasster Agententhriller, der sich nahtlos in das bestehende Citadel-Universum einfügt, wenngleich dieses Spin-off doch wesentlich zugänglicher und dadurch auch kurzweiliger geraten ist, als der jüngste Ableger aus Italien. Wo sich „Citadel: Diana“ direkt ins Getümmel stürzte und mit den konfus aneinander gereihten Schlüsselszenen mit immer neuen Figuren und Motiven das Gefühl vermittelte, man hätte versehentlich die Pilotfolge mit allen essenziellen Informationen übersprungen, gestaltet sich der Auftakt von “Citadel: Honey Bunny” weit organischer.

Die über mehrere Zeitlinien aufgebaute Hintergrundgeschichte des titelgebenden Ex-Agent*innen-Paars mag zwar auch nicht besonders spannend geraten sein und doch gestaltet sie sich deutlich kurzweiliger als alles, was die unaufhaltsam weiter wachsende Welt von Citadel bisher zu bieten hatte. Die Action ist ordentlich inszeniert, der namhafte Cast funktioniert und der stringente Story-Arc wirkt flüssig vorgetragen, während die Vernetzung zur Hauptserie eigentlich kaum eine Rolle mehr zu spielen scheint und zum reinen Marketing-Coup verkommt. Eine Entwicklung, die durchaus positiv zu betrachten ist, gerade in Anbetracht der mangelhaften Qualität der bisherigen Serien, und doch kommt “Citadel: Honey Bunny” nicht über das übliche Spionage-Einerlei hinaus, dass man bereits unzählige Male gesehen hat.

„Citadel: Honey Bunny“ ab dem 06. November 2024 exklusiv auf Prime Video streamen!


