Warum Amazons Yakuza-Serie enttäuscht!
Die „Yakuza“-Spieleserie, entwickelt von SEGA, erfreut sich seit ihrer Erstveröffentlichung 2005 in Japan stetig wachsender Beliebtheit. In der Rolle von Kazuma Kiryu, einem ehemaligen Yakuza, tauchten die Spieler*innen in die düstere Unterwelt Japans ein, um sich darin durch gefährliche Machtkämpfe und moralische Dilemmata zu navigieren. In Deutschland lange Zeit als kleiner Geheimtipp gehandelt, mauserte sich die Reihe mit wachsender Popularität von Titeln wie „Yakuza 0“ und den Neuauflagen der ersten Spiele zum festen Bestandteil der Gaming-Szene. Nach dem Überraschungserfolg, den Amazon mit der Videospielverfilmung “Fallout” einfahren konnte, vielleicht nicht die schlechteste Vorlage, dieses Kunststück mit “Like A Dragon: Yakuza” zu wiederholen. Mit Erfolg?
Und darum geht es…
1995: Als Kazuma Kiryu (Ryoma Takeuchi) und seine Freund*innen bei einem semiprofessionellen Raubüberfall ausgerechnet den Laden eines Yakuza-Mitglieds erwischen, gibt es nur zwei Möglichkeiten für den unbedarften Jungspund: Entweder er stellt sich seiner gerechten Strafe, oder er schließt sich dem kriminellen Clan an. Die Antwort ist denkbar einfach. Doch auch als frischgebackener Yakuza enden Kazumas Probleme nicht, der nach einem brutalen Mord unschuldig ins Gefängnis wandert. 10 Jahre später, endlich auf freiem Fuß, findet er sich inmitten eines unerbittlichen Kampfes zwischen verfeindeten Organisationen wieder – und trifft dabei auf einen alten Wegbegleiter, dem er einst sehr nahestand…

Unser Fazit nach den ersten Episoden
Blutgetränkt, exzentrisch, adrenalingeladen – mit diesen drei Worten lässt sich “Like A Dragon” eigentlich perfekt auf den Punkt bringen. In diesem Fall ist die Rede jedoch von der Realverfilmung von Ausnahmeregisseur Takashi Miike ist – also dem japanischen FSK 18-Actionthriller aus dem Jahre 2007 – und nicht etwa der überraschend weichgespülten Videospieladaption, die Amazon seinen Abonnent*innen in Form der sechs Episoden umfassenden Original Serie “Like A Dragon: Yakuza” um die Ohren haut. Statt knackiger Action und kurzweiligem Storytelling präsentieren die bis dato abrufbaren Folgen – drei an der Zahl – eine wirr erzählte Geschichte, die zwar allerhand zu berichten hat, dabei aber so gut wie gar nichts aussagt. Über drei Zeitebenen hinweg reißt das fahrige Skript immer wieder die verschiedensten Figuren und Handlungsstränge an, ohne auch nur einem davon etwas Interessantes abzugewinnen.

Neben dem aktuellen Tagesgeschehen in der Welt der Yakuza im Hier und Jetzt, sowie einem Rückblick in Kazuma Kiryus Kindheit, begleitet “Like A Dragon: Yakuza”, zwischen diesen beiden Zeitsträngen angesiedelt, auch noch dessen Werdegang hin zur eiskalten Killermaschine. Dass eben jene Ausbildung zum Yakuza eher wie die Lehre eines herkömmlichen Handwerkerberufs über die Industrie- und Handelskammer wirkt, ist nur eines von vielen Glaubwürdigkeitsproblemen, die die Erzählung mit sich bringt. Wenn sich dann auch noch banale Slapstick-Einlagen und bierernste Mafiafachsimpeleien zu einer tonal völlig diffusen Tonalität vermischen und selbst den Actionszenen – schlecht getimte, schlecht geschnitten – jedes Gespür für Gravitas abhandenkommt, wird es schwer, “Like A Dragon: Yakuza” irgendetwas Positives abzugewinnen. Definitiv nicht das neue “Fallout”…

„Like A Dragon“ ab dem 24.10.2024 exklusiv auf Netflix streamen!


