All My Friends Are Dead: Kritik zum blutigen FSK-18 Horrorfilm vom „The Collector“-Regisseur Marcus Dunstan!

All My Friends Are Dead 2024 Film
TitelAll My Friends Are Dead (#AMFAD)
Genre Horror, Thriller
Jahr2024
FSK18
RegieMarcus Dunstan

Heimkinostart: 25.10.2024

Die nächste Gen-Z-Horror-Überraschung?

Jede Epoche hat ihren popkulturellen Horrorfilm, der den Zeitgeist perfekt wiedergibt und gleichzeitig bekannte Motive des Genres in neue Sphären hebt. Was Wes Cravens “Scream” für die 90er-Jahre und den Slasherfilm war, dem dürfte “Bodies Bodies Bodies” für die Jetztzeit am nächsten kommen. Ein Film, der den Zeitgeist auf mehreren Ebenen widerspiegelt, indem er aktuelle gesellschaftliche Themen, zwischenmenschliche Dynamiken und kulturelle Phänomene in den Mittelpunkt stellt, ohne sich dabei spöttisch zu verhalten, sondern die Unsicherheiten und Konflikte einer Generation ernst nimmt. Er zeigt ihre Kommunikationsprobleme und Ängste, ohne sie zu übertreiben oder zu karikieren. Eine nuancierte, empathische Darstellung ohne erhobenen Zeigefinger. “All My Friends Are Dead” wäre auch gerne diese Art von Film – macht dabei aber einen kleinen, aber entscheidenden Fehler!

All My Friends Are Dead 2024 Film
All My Friends Are Dead ©Splendid Film

Und darum geht es…

Liv (Ali Fumiko Whitney), Mona (Jennifer Ens), Will (Justin Derickson), L.B. (Julian Haig) und Guy (Jack Doupe-Smith) kennen sich schon lange und haben mehr als nur einmal gemeinsam die Sau rausgelassen. Gemeinsam mit ihrer neuen Bekanntschaft Sarah (Jade Pettyjohn) geht es für die eingeschworene Gruppe für ein Wochenende auf ein angesagtes Festival, wofür sie sich vorab zunächst einmal in ein geräumiges Ferienhaus nahe dem Festivalgelände einquartieren. Blöd nur, dass dort bereits ein Serienkiller auf sie wartet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine Opfer gemäß den sieben Todsünden aus dem Leben zu schnetzeln.

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Liken, teilen, töten!

Ein Haufen Social Media-affiner Teens – zumeist freizügig und selbstbezogen – mit Hang zu Betäubungsmitteln, Alkoholeskapaden und Instagram-Likes trifft sich, um eben jenen Lifestyle-Auswüchsen zu frönen – und stirbt. Was dem Horrorpublikum in “Bodies, Bodies, Bodies” (jetzt auf Amazon Prime Video streamen*) aufgrund der ausgewogenen Balance zwischen aufs Korn und Ernst nehmen eines der amüsantesten Horrorerlebnise der vergangenen Jahre bescherte, funktioniert mangels entsprechendem Feingefühl in “All My Friends Are Dead” leider lange Zeit gar nicht. Marcus Dunstans satirisch gemeinter Horrorthriller fühlt sich bis zum endlich dann doch noch unterhaltsamen Blutbad mit einem den Geist der Scream-Reihe atmendem Twist-Feuerwerk fast schon wie eine plumpe, nie pointierte Parodie der Marke “Scary Movie” an.

All My Friends Are Dead 2024 Film
All My Friends Are Dead ©Splendid Film

Sobald Dustan vom verkrampften Versuch ablässt eine möglichst schräge Gen-Z-Farce auf die Leinwand zu projizieren und zeitgleich seiner, sich durch allerhand ungelenk-aufwendiger Folterfallen bemerkbar machenden Vergangenheit als “The Collector”-Regisseur und Autor diverser Saw-Fortsetzungen abschwört, macht “All My Friends Are Dead” plötzlich doch noch vieles richtig. Statt unfreiwillig komischen Todesapparaturen als Mordwerkzeug, bei denen man sich stets nach der brachialen Gravitas eines einfachen und ehrlichen Messermord herbeisehnt, wird auf den letzten Metern dann doch noch ausgiebig und traditionell geslasht – und Jade Pettyjohn zu einer ziemlich überzeugenden Scream Queen, der etwas anderen Sorte.

All My Friends Are Dead 2024 Film
All My Friends Are Dead ©Splendid Film

Fazit

Lange unerträglich, dann spaßig: Reduziert man “All My Friends Are Dead” auf die deutlich bessere zweite Hälfte, dann kommen vor allem Slasher-Fans voll auf ihre Kosten!

Bewertung: 2.5 von 5.
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