| Titel | Justice: Naped – Der Überfall |
| Genre | Krimi, Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Michal Gazda |
Starttermin: 16.10.2024 | Netflix
Auf der Suche nach Gerechtigkeit
In den frühen 1990ern, als der Wind der Freiheit durch Polen wehte, erwachte ein Land aus einem langen, bleiernen Schlaf. Der Fall des Eisernen Vorhangs entblößte eine Nation, die jahrelang im Schatten des Kommunismus gelebt hatte. Cafés sprossen aus dem Asphalt, die Kultur erblühte und mit ihm ein neuer Eifer, der die Bürger*innen erfüllte. Doch hinter den glänzenden Auslagen schlummerten Zweifel. Wie führt man ein Leben ohne die allgegenwärtigen Fesseln der Vergangenheit? Während die neue Freiheit verlockend flimmerte, blieb sie für viele unbekanntes Terrain, auf dem sie erst noch lernen mussten zu navigieren. Das Land tanzte in diesen Jahren auf einem schmalen Grat zwischen Hoffen und Zögern, zwischen Aufbruch und dem Suchen nach einer neuen Identität. Das polnische Netflix Original “Napad – Der Überfall” („Justice“) spielt in genau dieser Zeit und entspinnt darin eine Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gesetz und Verbrechen!

Und darum geht es…
Polen: Nach der politischen Wende in den frühen 90er-Jahren befindet sich das Land im Wandel. Als die Ermittlungen in einem Banküberfall nicht vorankommen, sieht ein aufgrund seines kommunistischen Hintergrundes in Ungnade gefallener Ex-Polizist (Olaf Lubaszenko) endlich seine Chance, sich zu rehabilitieren. An der Seite der leitenden Ermittlerin (Wiktoria Gorodecka) muss er sich durch ein Dickicht an Spuren kämpfen, die Medien, die dem Fall große Aufmerksamkeit widmen, immer im Nacken. Doch selbst als sie einen Verdächtigen (Jedrzej Hycnar) fassen können, fehlt es dem Duo immer noch an hieb- und stichfesten Beweisen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Ein Netflix Original auf TV-Krimi-Niveau
Ein ungleiches Ermittler*innen-Duo, ein brutaler Mordfall, viele offene Fragen! Die Zutatenliste, die der Plot des polnischen Kriminalthrillers “Napad – Der Überfall” (im Englischen „Justice“) mit sich bringt, ist nicht unbedingt neu und weicht in seiner Zusammensetzung kaum von der eines handelsüblichen ZDF-Abendprogramm-Krimis ab. Die Verortung der Handlung im nachkommunistischen Polen der frühen 90er dient hierbei lediglich als Stichwortgeber und spielt für die ansonsten recht stringent erzählte Mördersuche eine weit weniger große Rolle, als man zunächst denken könnte. Wer sich also Sonntagabends auf den Sendeplätzen der öffentlich Rechtlichen wohlfühlt, dürfte sich auch dementsprechend gut mit dem Netflix Original arrangieren können.

Während die schnörkellose Geschichte, frei von größeren Überraschungen, ihren Zweck als leidlich unterhaltsame Thrillerkost erfüllen kann, versäumt es “Napad – Der Überfall”, eine tiefergehende Verbindung zu seinen Figuren herzustellen. Durch die Entscheidung, sowohl die Ermittlungsarbeit als auch die Täterperspektive zu beleuchten, bleiben beide Seiten lediglich oberflächlich und entwickeln sich kaum über klischeehafte Attribute hinaus. Das Ergebnis ist emotional flach und nur in den seltensten Momenten spannend, wodurch “Naped – Der Überfall” zum konventionellen, lediglich durch die vertraute Krimi-Machart irgendwie nahbaren Erlebnis verkommt, das kaum nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Routiniert, aber ohne Eigenständigkeit.

Fazit
Austauschbare Krimiunterhaltung auf bekanntem TV-Niveau ohne nennenswerte Höhepunkte!

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