| Titel | Am I OK? |
| Genre | Drama, Komödie |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 12 |
| Regie | Stephanie Allynne, Tig Notaro |
Heimkinostart: unbekannt
Was ist schon normal?
Normal – ein Wort, das uns Sicherheit geben soll, während es uns zugleich fesselt. Doch wer bestimmt, was normal ist? Jeder Mensch, mit seinen Ecken und Kanten, dem Chaos im Kopf und seiner individuellen Schönheit, tanzt aus der Reihe. Die Idee, dass wir alle einem starren Muster entsprechen müssten, ist eine Illusion. Selbstzweifel gehören dazu – sie sind die kleinen Geister, die nachts an unser Fenster klopfen, uns auf die Probe stellen und uns zwingen, innezuhalten – zu zweifeln. Sich selbst zu verstehen ist eine Reise, die man nicht an einem Wochenende abschließt. Jeder Tag, jeder Moment fügt ein neues Puzzleteil hinzu. Manchmal fehlen welche, manchmal passen sie nicht. In einer Welt, die uns permanent vorgaukelt, wir müssten normal sein, sollten wir uns daran erinnern: Wir sind ok, so wir sind – und dennoch stellen sich Stephanie Allynne und Tig Notaro die Frage: “Am I OK?”.

Und darum geht es…
Lucy (Dakota Johnson) und ihre beste Freundin Jane (Sonoya Mizuno) sind unzertrennlich. Doch als Jane eine Jobchance in London bekommt, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Gleichzeitig beginnt Lucy, ihre eigene Identität und sexuelle Orientierung infrage zu stellen. Inmitten dieser Zeit der Veränderungen müssen beide Frauen herausfinden, was es bedeutet, sich selbst treu zu bleiben und wie eine Freundschaft trotz persönlichen Herausforderungen bestehen bleiben kann.

Ein Film, der mehr als nur OK ist!
Das Ringen mit den eigenen Gefühlen, das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Identität und der Mut, dies nach außen zu tragen. “Am I OK?” ist ein Film, der auf subtile Weise die Komplexität menschlicher Identität, Freundschaft und Selbstakzeptanz erforscht. Im Mittelpunkt steht Lucy, verkörpert von Dakota Johnson, der es mit gewohnt natürlicher Leichtigkeit gelingt, die tiefen inneren Konflikte ihrer Figur authentisch und berührend zutage zu tragen. Johnson verleiht Lucy eine Zerbrechlichkeit, die dennoch von einem stillen Mut durchzogen ist, während sie sich auf die Suche nach ihrem wahren Ich begibt. Ihre Leistung ist insbesondere deswegen bemerkenswert, da sie die Unsicherheiten und Ängste ihrer Figur nicht überdramatisiert, sondern ihnen in stillen, oft unausgesprochenen Momenten Ausdruck verleiht und die komplexen Emotionen mit einer ruhigen Intensität vermittelt. Neben Lucys zentraler, sich im Titel widerspiegelnde Frage “Am I OK?” dient auch die Freundschaft zwischen ihr und Jane als weiteres, essenzielles Leitmotiv. Die Dynamik ihrer Beziehung zeigt die Herausforderungen, die auftreten können, wenn zwei Menschen sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln.

“Am I OK?” wirft auch die Frage nach den Erwartungen auf, die die Gesellschaft und oft auch wir selbst an uns stellen. Lucy fühlt sich nicht nur durch ihre eigene Unsicherheit gefangen, sondern auch durch die von äußeren Umständen geprägte Erwartungshaltung ihrer Umwelt. Die unaufdringliche Art, mit der Dakota Johnson ihrer Protagonistin Leben einhaucht, ist auch in der Erzählung und der Inszenierung von “Am I OK?” wiederzufinden. Trotz des melancholischen Themenspektrums und den dadurch gewährte rührenden Einblicken in die turbulente Seelenwelt vielseitiger Charaktere, gibt sich die Dramödie betont leichtfüßig, beschwingt und warmherzig und deckt damit die gesamte emotionale Palette ab, die man sich von einem Wohlfühlfilm wie diesem nur wünschen kann. Die Dia- und Monologe strotzen nur so vor subtilem Humor und situationsbedingte Komik, was “Am I OK” zu einem unaufdringlich-schönen Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Fazit
„Am I OK?“ erkundet tiefgründig Identität und Selbstakzeptanz, brilliert durch Dakota Johnsons authentische Leistung und bleibt gleichzeitig warmherzig und humorvoll!

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