Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez: Kritik zur Netflix Serie!

Monster- Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez Netflix Serie 2024

Nach Jeffrey Dahmer kommen die Menendez-Brüder

True Crime ist ein nicht tot zu kriegendes Phänomen – wäre da nicht der forensische Fortschritt, der es potenziellen Serienmörder*innen zunehmend schwerer macht Jeffrey Dahmer-she Ausmaße zu erreichen und somit weiterhin morbiden Nachschub zu liefern. Während der Appetit nach wahren Verbrechen – je menschenverachtender, umso besser – bislang kein Sättigungsgefühl vermuten lässt, scheint die Liste an ikonischen Schreckensgestalten aus dem echten Leben so langsam erschöpft. Der nächste Ted Bundy oder John Wayne Gacy lässt glücklicherweise auf sich warten – raffinierter Spurensicherung sei Dank. Doch worüber sollen die unzähligen Podcasts, Dokumentationen und Serien dann berichten? Was stirbt wohl zuerst? Der Hype um bestialische Verbrechen, oder die Monster, die hinter ihnen stecken? Solange wir auf die Antwort warten, gibt es mit “Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez” das passende Programm, um die Wartezeit darauf zu verkürzen!

Und darum geht es…

1989: Auf den ersten Blick führen Lyle (Nicholas Alexander Chavez) und Erik Menendez (Cooper Koch) ein perfektes Leben. Als Kinder des erfolgreichen Medienunternehmens José (Javier Bardem) und dessen Frau Mary Louise „Kitty“ Menendez (Chloë Sevigny) fehlt es den Beiden weder an Geld noch an Möglichkeiten und Einfluss. Und doch entscheiden sie sich dazu, mit Schrotflinten bewaffnet, das Wohnzimmer ihrer Eltern zu stürmen und diese kaltblütig zu ermorden. Aber was hat sie zu dieser abscheulichen Tat getrieben? War es die Gier nach Geld, oder doch der Missbrauch, von dem die Außenwelt nichts mitbekommen hat…

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Unser Fazit nach den ersten zwei Episoden

Über 115 Millionen Aufrufe sollen es laut Netflix gewesen sein, die die True CrimeSerie „Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“ in den ersten 91 Tagen den vierten Platz der erfolgreichsten Netflix Serien aller Zeiten bescherten. Was ursprünglich als in sich geschlossene Miniserie gedacht war, wird dank der beeindruckenden Publikumszahlen mit der Fortsetzung “Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez” zum Anthologie-Format. In Anbetracht der bisherigen Vita von Showrunner Ryan Murphy gar nicht mal so abwegig, schließlich zeigte sich dieser bereits für die Horrorserie „American Horror Storys” verantwortlich. Nach Jeffrey Dahmer stehen nun also Lyle und Erik Menendez im Mittelpunkt – wieder mit im Gepäck: blutige Morde, tonal hingegen in einer ganz anderen Ecke verortet. Statt nihilistischer Trostlosigkeit herrscht der Jetset. Teure Spirituosen, schnelle Autos, teure Villen. Die menschlichen Abgründe machen auch vor der High Society nicht halt – im Gegenteil sogar.

Monster- Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez Netflix Serie 2024
Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez ©Netflix

In seinen besten Momenten fühlt sich “Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez” wie ein filmgewordener Bret Easton Ellis-Roman an. Der exzessive Lebensstil der Menendez-Brüder inmitten der Luxuswelt der 80er und 90er weckt mehr als nur einmal Erinnerungen an die kühle, satirische Schärfe eines American Psycho oder Unter Null. Ähnlich originell oder doppelbödig wird es hingegen nie. So unterhaltsam die ersten beiden von insgesamt neun Episoden auch gestaltet sein mögen, so erwartbar fallen sie auch aus. Dafür biedert sich die kalulierte Herangehensweise, trotz einer überzeichnet-brutalen Gewaltspitze – die FSK 18 lässt grüßen – dann doch zu sehr an die Sehgewohnheiten des gemeinen Netflix-Klientels an. Für ein kurzweiliges Binge Watching-Erlebnis dürfte True Crime-Serie dementsprechend genau das richtige sein – für tiefere Einsichten in die abgründige Gedankenwelt kaltblütiger Psychopathen sollte man jedoch woanders suchen.

Monster- Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez Netflix Serie 2024

„Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez“ ab dem 19.09.2024 exklusiv auf Netflix streamen!

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