| Titel | Incoming |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | John Chernin, Dave Chernin |
Starttermin: 23.08.2024 (Netflix)
Das „American Pie“ der Gen Z!?
Jede Generation hatte ihr ganz persönliches American Pie und das schon lange bevor sich Jim Levenstein, Steve Stiffler und Co. über den College-Campus feierten. So machte bereits Ferris blau, da steckten besagten Jungs mit hormonellem Überschuss noch in den Kinderschuhen. Als für die zu erwachsenen Männern und Frauen herangereiften Chaot*innen in “American Pie – Jetzt wird geheiratet” die Hochzeitsglocken läuteten, lag die erste Party-Erfahrung von Jonah Hill und Michael Cera in “Superbad” noch in ferner Zukunft. Jahre später durften in “Booksmart” endlich auch die Mädels mal um die Häuser ziehen und in “Bottoms” ging es dann gerade so weiter. Wie eine zügellose Teeniekomödie im Jahr 2024 aussehen könnte – und sogar sollte- das zeigt Netflix mit seiner gar nicht mal so neuen Neuinterpretation – und die hört auf den Namen “Incoming”.

Und darum geht es…
Benj (Mason Thames), Eddie (Ramon Reed), Koosh (Bardia Seiri) und Connor (Raphael Alejandro) sind beste Freunde, 15 Jahre alt und in ihrem ersten Jahr auf der Highschool. Klar, dass da die Hormone überquellen und bei all den Gedanken an Partys, Liebe und Sex wenig Platz für schulische Leistungen im Kopf übrig bleibt. Als es dann endlich so weit ist und die erste Highschool-Party vor der Tür steht, muss alles perfekt laufen, schließlich ist dies ihre Bewährungsprobe für die künftigen Jahre und somit der Scheidepunkt, der darüber entscheidet, ob sie als Gewinner oder Verlierer angesehen werden. Vor allem Benji hat großes Interesse daran, denn anders sieht er kaum eine Chance, das Herz der ein Jahr älteren Schulschönheit Bailey (Isabella Ferreira) zu erobern. Hätte er jedoch gewusst, was an diesem Tag alles schieflaufen würde, wäre er vermutlich lieber zu Hause geblieben…!

Die Dreifaltigkeit des Teenie-Daseins
Auch 25 Jahren nach dem großen Erfolg von “American Pie”, der den Teeniefilm-Hype erst so richtig befeuerte, kreisen die Gedanken von Jugendlichen unverändert um die Dreifaltigkeit des Teenager*innen-Seins: Liebe, Alkohol und Sex. Gut drei Jahre jünger als damals noch Kevin, Finch und Jim, dafür aber gefühlt schon ein gutes Stück reifer und weitaus weniger versext – ob das noch kommt? – beginnt für die Teens von “Incoming” die Reise des Erwachsenwerdens mit der für das Genre obligatorischen ersten großen Party. Separiert in drei parallel zueinander verlaufenden Handlungssträngen, die jeweils eines der klassischen Motive einer jeden mal guten, mal weniger guten Teeniekomödie aufgreifen. Da wäre einerseits die unglückselige, von absurden Zwischenfällen unterbrochene Odyssee a la “Superbad”, die bei Mittdreißigerin nostalgische Gefühle heraufbeschwörende Jagd nach der großen Liebe und zu guter Letzt die episch-zügellose Party samt öffentlichem Urinieren, Kotz-Eskapaden und Gewaltausbrüchen auf den Spuren von “Project X”.

Dass “Incoming” zwar jedes dieser Elemente bedient, aber nie vollumfänglich ausspielen kann, so wie es einst die großen Vorbilder taten, ist in Anbetracht der durchweg unterhaltsamen Entwicklungen wenig störend. Während Benj und seine Mitstreiter durch die Bank sympathisch sind und die Gags größtenteils funktionieren, bleibt vor allem der Running Gag rund um einen, seine Midlife-Crisis unter dem Deckmantel der Wissenschaft auslebenden Lehrkörpers im Gedächtnis. Da wird mit den Schüler*innen schon mal Eimer geraucht, Shorts gekippt und Feuerspucken – als Lehrstunde in Sachen Chemie völlig legitim. An Ideen mangelt es John und Dave Chernins Netflix Original jedenfalls nicht – das Rad erfinden sie damit aber auch nicht neu, wenngleich die Schlusspointe doch ziemlich gelungen ist und den üblichen 08/15-Liebes-Kitsch gekonnt umspielt.

Fazit
Auch 25 Jahre nach „American Pie“ bleibt die Dreifaltigkeit aus Liebe, Alkohol und Sex zeitlos. „Incoming“ spielt geschickt mit diesen Themen, erreicht jedoch nicht die Einzigartigkeit seiner Vorbilder.

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