| Titel | All Fun and Games |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Ari Costa, Eren Celeboglu |
Heimkinostart: 12.04.2024
Wie ein Horrorfilm sein Potenzial verspielt
Salem, eine Stadt, deren Name untrennbar mit einem der düstersten Kapitel der US-amerikanischen Geschichte verknüpft ist. Die Hexenprozesse von 1692 haben die Salem zu einem Ort gemacht, der wie kaum ein anderer das Grauen und das Unheimliche verkörpert. Der mystische Ruf dieser Stadt hat bereits unzählige Film– und Serienschaffende inspiriert, ihre Geschichten von Hexerei und übernatürlichem Schrecken in dieser sagenumwobenen Kulisse anzusiedeln. Auch “All Fun and Games” weis den Hexenmythos für sich zu nutzen. Doch anstatt die subtilen Pfade des Okkulten zu bewandern, entscheidet sich der Horrorthriller lieber für die ausgetrampelten Wege des Slasher-Genres.

Und darum geht es…
Salem, Massachusetts: Eine Gruppe von Jugendlichen (u.a. Asa Butterfield, Natalia Dyer und Benjamin Evan Ainsworth) findet ein mysteriöses, altes Spiel, das sie aus Neugier ausprobieren. Was zunächst harmlos erscheint, entwickelt sich schnell zu einem tödlichen Albtraum, als das Spiel beginnt, sie gegeneinander auszuspielen und dunkle Kräfte entfesselt. Gefangen in einem grausamen Wettlauf um ihr Überleben, müssen die Freunde herausfinden, wie sie die unheimlichen Regeln brechen können, bevor das Spiel sie endgültig zerstört.

Kein Spaß und wenig Spiel
Beim Blick auf die Credits mag es zunächst verwunderlich klingen, dass “All Fun and Games” seine Deutschlandpremiere nicht etwa in den hiesigen Kinosälen, sondern direkt auf dem Heimkinomark feierte. Wer, gelockt von der für Abonnent*innen kostenlosen Prime Video Veröffentlichung am 11. August 2024, in Hoffnung auf spannende Genre-Unterhaltung einschaltet, bekommt prompt eine hinreichende Erklärung serviert, wieso der Hexen-Slasher trotz namhaften Cast und bekanntem Produzentenduo – keine Geringeren als Anthony und Joe Russo (“Avengers: Endgame”) – verdienterweise keinen Kinostart genießen durfte. Oder, um das Kind beim Namen zu nennen: “All Fun and Games” ist schlicht und ergreifend unterirdisch inszeniert, stellenweise furchtbar gespielt und darüber hinaus auch noch ziemlich albern, während das blutigen Horrorspaß verheißende Potenzial der tödlichen Kinderspielvarianten so gut wie gar nicht genutzt wird.

Was Asa Butterfield für ein charismatischer und fähiger Darsteller ist, konnte der Brite in der fantastischen Netflix Original Serie “Sex Education” mehr als nur einmal unter Beweis gestellt. Und dass Natalia Dyer (“Stranger Things”) nicht minder gute Überzeugungsarbeit vor der Kamera liefern kann, zeigt alleine ihre Beteiligung an der queeren Romanzen “Ein Sommer voller Leidenschaft”. Wieso davon in “All Fun and Games” nichts mehr zu spüren ist, hinterlässt Fragezeichen. Butterfields Overacting jedenfalls ist unerträglich. Selbiges gilt für die völlig aus der Zeit gefallenen Inszenierung der banalen Schockmomente, die qualitativ und optisch mehr an eine frühe “Supernatural”-Folge, aber ganz bestimmt nicht an eine Horrorproduktion aus dem Jahre 2023 erinnern. All das verstärkt das – im negativen Sinne – nostalgische Gefühl, man betrachte mit “All Fun and Games” einen Teenie-Horrorfilm aus den bedauerlich schlechten Horrortagen um die Jahrtausendwende. Ein gewisser eher im Trash angesiedelter Unterhaltungswert ist dennoch gegeben!

Fazit
Hier wird der Titel zur bitteren Ironie! *All Fun and Games* hält weder Spaß noch Spannung bereit – ein blutleeres Spiel ohne Höhepunkte, das mehr Frust als Freude bereitet!

Wie hat Dir „All Fun and Games“ gefallen?

