| Titel | Die junge Frau und das Meer |
| Genre | Biopic, Drama |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 6 |
| Regie | Joachim Rønning |
Starttermin: 19.07.2024 | Disney+
Ein Film für die große Leinwand – direkt im Stream
Gertrude „Trudy“ Ederles Geschichte ist weit mehr als ein persönlicher Triumph; sie ist ein Meilenstein in der Gleichberechtigung des Sports. Als sie 1926 als erste Frau den Ärmelkanal durchschwamm und dabei alle bisherigen, von Männern aufgestellten Rekorde brach, stellte sie die traditionellen Geschlechterrollen radikal infrage. Dieser beispiellose Erfolg inspirierte zukünftige Generationen von Athletinnen und zeigte der Welt eindrucksvoll, dass Frauen nicht nur mithalten, sondern auch führend sein können. „Die junge Frau und das Meer“ auf Disney+ erzählt von diesem außergewöhnlichen Werdegang und Trudys wegweisendem Einfluss auf die Sportwelt.

Und darum geht es…
1905: Als Tochter deutscher Einwanderer in New York hat Gertrude “Trudy” Ederle (Daisy Ridley) von klein auf einen unbändigen Entdeckergeist. Während andere Mädchen ihrer Zeit sich mit traditionellen Rollen abfinden, fühlt sich Trudy von dem angezogen, was sonst nur Jungen vorbehalten ist, weshalb sie sich auch nicht davon abbringen lässt, das Schwimmen zu erlernen. Doch das alleine reicht ihr nicht. Sie will besser werden, an Turnieren teilnehmen und in einem Atemzug mit den männlichen Athleten genannt werden. Da dem Frauensport jedoch kaum Beachtung geschenkt wird, beschließt sie einen waghalsigen Plan, um sich endlich Gehör zu verschaffen. Als erste Frau möchte Trudy den Ärmelkanal von Frankreich nach England durchschwimmen, um der Welt zu zeigen, dass sie ihren männlichen Kollegen keinesfalls unterlegen ist!

Echte Emotionen und große Bilder
Mit seinem Biopic “Die junge Frau und das Wasser” gelingt dem norwegischen Regisseur Joachim Rønning (“Maleficent: Mächte der Finsternis”) das, was der monotonen Kinolandschaft in den vergangenen Jahren zunehmend abhandengekommen ist. In der auf wahren Begebenheiten beruhenden Erfolgsgeschichte verschmelzen echte Emotionen mit großen Bildern zu einem vollkommen mainstream-tauglichen Hollywood-Film, der sich eben nicht wie der nächste seelenlose Aufguss anfühlt, sondern das Publikum zurück in eine Zeit versetzt, in der Blockbuster und Anspruch kein Entweder-oder, sondern ein organisches Miteinander waren. Das Ergebnis ist euphorisches Wohlfühlkino in Reinstform, das in den entscheidenden Momenten für Gänsehaut sorgt. Spannend, leidenschaftlich, mitten ins Herz.

Rønning nimmt sich hierfür die nötigen Freiheiten, die es bedarf, die ohnehin schon emotionale Reise einer wagemutigen, jungen Frau in eine mitreißende Gefühlsachterbahn zu transformieren. Auch inszenatorisch gelingt ihm dabei eine Punktlandung. Während die ausdrucksstarken Kompositionen eine gefühlsverstarkende Klangkulisse Tür und Tor öffnen, sorgen das authentische 1920er-Setting und die atemberaubenden Wasseraufnahmen für visuell ansprechende Anreize. Mitten drin, eine fantastische Daisy Ridley (“Das Erwachen der Jägerin”), die der von Willenskraft und kindlicher Freude angetriebenen Trudy ein vielschichtiges Profil verleiht und damit endlich ihr gesamtes Können unter Beweis stellen darf. Ihr zur Seite, der nicht minder großartige Stephen Graham (“Yes, Chef”) als kauzig-charmanten Mentor und die deutsche Ausnahmedarstellerin Jeanette Hain (“Luden“), in ihrer ersten großen internationalen Rolle. Die Formel, die sich “Die junge Frau und das Wasser” zu eigen macht, mag nicht neu sein, die Wirkung jedoch ist überwältigend!

Fazit
Mit „Die junge Frau und das Wasser“ gelingt Joachim Rønning eine meisterhafte Verschmelzung von Emotion und Bild, die dem modernen Kino oft fehlt!

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