| Titel | Der Champion |
| Genre | Drama, Sport |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 12 |
| Regie | Carlos Therón |
Starttermin: 12.07.2024 (Netflix)
Das EM-Fieber macht auch vor Netflix nicht halt!
Wer nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bereits mit der sich in den letzten Zügen befindenden Europa Meisterschaft abgeschlossen hat, aber noch nicht ganz weggekommen ist, von der nachhallenden Fußball-Euphorie, der bekommt mit “Der Champion” auf Netflix nun doch noch eine Möglichkeit seinen Hunger zu stillen. Ob das spanische Sportdrama einen ähnlich fahlen Beigeschmack hinterlässt, wie die strittige Schiedsrichterentscheidung, die Toni Kroos und Co. den Einstieg ins Halbfinale verwehrt haben könnte, oder ob hier taktisch souverän über zwei Halbzeiten abgeliefert wurde? Das haben wir uns über den Video-Assistenten einmal genauer angeschaut!

Und darum geht es…
Als neuer Stern am Fußballhimmel, liegt Diego (Marcel Serrano) mit seinen gerade einmal 20 Jahren, bereits die ganze Welt zu Füßen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Titelgewinn mit seinem Verein Atlético Madrid, der bereits zum Greifen nahe ist. Doch sein impulsives Temperament und sein ausschweifender Lebensstil führen immer wieder zu Spannungen mit Teamkollegen, Trainern und Funktionären. Um einer Strafe zu entgehen, wird ihm der Psychologieprofessor Alex (Dani Rovira) zur Seite gestellt. Alex soll Diego helfen, sein Verhalten zu ändern. Obwohl ihre Zusammenarbeit zunächst skeptisch betrachtet wird, wächst zwischen ihnen schon bald eine innige Beziehung, die beiden hilft, über ihre persönlichen Grenzen hinauszuwachsen und ihre wahren Ziele im Leben zu erkennen.

Ein Film, wie ein nicht gegebener Handelfmeter im EM-Viertelfinale
Subtrahiert man “Der Champion” einmal um die Laufzeit des Abspanns, kommt man auf eine Nettolänge von insgesamt 100 Minuten, also einem Fußballspiel mit einer zehnminütigen Nachspielzeit – was durchaus ungewöhnlich ist. Damit es bei einem Bundesligaspiel zu einer derartig langen Überschreitung der regulären Spielzeit kommt, muss es während des Aufeinandertreffens zu diversen ungeplanten Komplikationen gekommen sein. Was durch ein Übermaß an Faulspielen, verletzungsbedingten Pausen und unsportlichen Störaktionen an Zeit eingebüßt wird, muss dann eben wieder reingeholt werden. Eine Metapher, die sich so auch einfach auf das Netflix Drama übertragen lässt – denn das ist voll mit allegorischen Blutgrätschen, Schiedsrichterdiskussionen und Spielunterbrechungen.

Dass “Der Champion” nach dem Abpfiff keinen Titel mit nach Hause nehmen kann, ist einzig und alleine der mangelhaften Chancenverwertung zuzuschreiben – denn Potenzial ist durchaus vorhanden. Die Aussicht auf einen nuancierten Blick hinter die glänzende Fassade eines gefeierten Sportlers, verloren in einer Welt, in der Geld, Macht und Fremdbestimmtheit herrschen, während das persönliche Glück eigentlich ganz woanders liegt, macht neugierig, wird über bloße Andeutungen hinaus aber nie zufriedenstellend erfüllt. Stattdessen dreht sich das unglaubwürdige Skript seine beiden Protagonisten immer wieder so hin, wie es ihm gerade passt, während die Figuren und das, was sie sagen, nie über Plattitüden hinausgehen, um schließlich im quasi nicht vorhandenen Erzählfluss zu erstickt. So spielt kein Champion – das ist Amateurliga.

Fazit
„Der Champion“ kassiert durch mangelhafte Chancenverwertung eine Niederlage!

Wie hat Dir „Der Champion“ gefallen?

