| Titel | You Can’t Run Forever |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Michelle Schumacher |
Heimkinostart: 12.07.2024
Ein generischer Thriller trotz Starpower
Der mit Oscarpreisträger J. K. Simmons besetzte Thriller „You Can’t Run Forever“ treibt den Nepotismus in Hollywood an die Spitze. Nicht nur hat seine Frau Michelle Schumacher bei dem Projekt Regie geführt und am Drehbuch mitgearbeitet, sein Schwager hat es produziert, seine Tochter spielt eine Nebenrolle und sein Sohn zeichnet für die Filmmusik verantwortlich. Ein Familienprojekt durch und durch.

Und darum geht es…
Die Teenagerin Miranda (Isabelle Anaya) leidet unter starken Angstzuständen. In der Hoffnung, eine engere Verbindung zu ihr aufzubauen, bittet ihr Stiefvater Eddie (Allen Leech) sie, ihn beim Kauf einer Wiege für das ungeborene Kind seiner schwangeren Frau Jenny (Fernanda Urrejola), Mirandas Mutter, zu unterstützen. Auf dem Weg lernen sie den merkwürdigen Motorradfahrer Wade (J. K. Simmons) kennen, der versucht, die Aufmerksamkeit der beiden zu erregen. Nach einer kleinen Auseinandersetzung zückt Wade eine Waffe und erschießt Eddie. Die schockierte Miranda flüchtet in den Wald, und eine Katz-und-Maus-Jagd entbrennt, bei der Wade jeden tötet, der ihm in die Quere kommt.

Nepotismus triumphiert, Spannung bleibt aus
„You Can’t Run Forever“ ist ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn Nepotismus überhandnimmt. Mit einem Star wie J. K. Simmons an Bord scheint es, als müsse man sich bei allem anderen kaum noch Mühe geben, denn vermarkten lässt sich der Film ja sowieso. In dem aktuellen Kinoerfolg „Alles steht Kopf 2“ kämpft die Teenagerin Riley mit Angstzuständen, ein Thema, das auch die Hauptfigur Miranda in diesem Film plagt. Doch die Gründe dafür werden, wenn überhaupt, nur am Rande thematisiert und lassen die Frage im Raum stehen, warum die psychischen Probleme eines Hauptcharakters überhaupt in den Fokus rücken, wenn sie letztlich kaum eine Bedeutung für die Handlung haben. Auch Wades Motivation bleibt blass und erinnert stark an den Killer aus „The Hitcher“. Das hätte funktionieren können, doch am Ende werden vage Beweggründe angedeutet, die ebenso generisch wirken wie der Rest des Films.

J. K. Simmons gibt sein Bestes, um seiner Rolle als psychopathischer Serienkiller wenigstens etwas Charakter zu verleihen. Das dünne Drehbuch lässt dies jedoch kaum zu, noch weniger bei den anderen Charakteren, weshalb es schwerfällt, bei der Katz-und-Maus-Jagd wirklich mitzufiebern. Es kommt kaum Spannung auf, und die Handlungsweisen mancher Beteiligten lassen einen den Kopf schütteln. Meistens dümpelt alles nur so vor sich hin. In wenigen Momenten ist jedoch Potenzial zu erkennen. Der Anfang ist noch stimmig, und zwischendurch nimmt die Handlung ein wenig Fahrt auf, vor allem, wenn weitere Opfer involviert werden. Auch der finale Akt ist, wenn auch sehr vorhersehbar und an Lifetime-Thriller erinnernd, im Kontext der Handlung akzeptabel. Als Ganzes will der Streifen aber einfach nicht funktionieren.

Fazit
„You Can’t Run Forever“ ist ein Familienprojekt, das außer seinem Star J.K. Simmons nicht viel zu bieten hat. Auch wenn hier und da Potenzial aufflackert, ist das Gesamtergebnis zu unspannend und generisch.


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