Bionische Schwestern

TitelBionische Schwestern
Genre Sci-Fi, Thriller
Jahr2024
FSK16
RegieAfonso Poyart

Starttermin: 30.05.2024 | Netflix

Sportliche Höchstleistung dank Handicap

In den letzten Jahren hat sich die Herstellung von Prothesen rasant weiterentwickelt. Dank fortschrittlicher Technologien wie 3D-Drucker und bionischen Systemen können Prothesen heute präziser an die individuellen Bedürfnisse der Patient*innen angepasst werden. 3D-Druck ermöglicht maßgeschneiderte Kunstglieder, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sind. Gleichzeitig konnten bionische Prothesen, die von neuronalen Signalen gesteuert werden, die Lebensqualität von Betroffenen bereits heute revolutioniert. Bei dieser raschen Entwicklung, kann man nur gespannt sein, was die Zukunft auf diesem Gebiet noch bringen wird – der Sci-Fi-Thriller “Bionische Schwestern” jedenfalls hat da bereits eine grobe Vorstellung, was uns hier noch alles erwarten könnte!

Bionische Schwestern Netflix
Bionische Schwestern ©Netflix / Alisson Louback

Und darum geht es…

In einer unbestimmten Zukunft: Der technologische Wandel der vergangenen Jahre hat auch nicht vor der Herstellung von Prothesen haltgemacht und erleichtert den Amputierten den Alltag, dank bionischen Ersatzgliedmaßen nicht nur ungemein, sondern bringt sie dadurch auch gleich zu ganz neuen Hochleistungen. Normale Sportler*innen sind längst Geschichte, die große Bühne gehört den bionischen Athlet*innen. Dieser Umstand hat vor langer Zeit einen Keil zwischen Gabi (Gabz), einem einstigen Nachwuchstalent im Weitsprung, und ihrer Schwestern Maria (Jessica Córes), die dank einer bionischen Beinprothese zum Superstar avancierte. Als Gabi jedoch selbst einen schweren Motorradunfall erleidet und dabei ebenfalls ein Bein verliert, herrschen plötzlich ausgeglichene Verhältnisse. Während sich die beiden Schwestern bei einem großen Wettkampf gegenüberstehen, zieht am Horizont eine Gefahr auf, in Form des Bionic-Gegners Heitor (Bruno Gagliasso), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, allen technisch überlegenen Sportler*innen das Handwerk zu legen!

Bionische Schwestern Netflix
Bionische Schwestern ©Netflix / Alisson Louback

King Richard“ im futuristischen Cyborg-Portugal

Während vor vielen Jahren die Paralympics ein Ort für Athlet*innen mit Handicap waren, deren Leistungen in den seltensten Fällen an die der Olympischen Spiele heranreichen, haben sich die Verhältnisse in der Welt des Netflix Originals “Bionische Schwestern” dank innovativen technologischen Fortschritten längst gewandelt. Was thematisch durchaus als berechtigte Kritik am durch leistungssteigernde Substanzen geprägte Profisport, die Gefahren des technischen Wandels und in gewissem Maße auch an der längst vorherrschenden Zweiklassengesellschaft gewertet werden kann, entpuppt sich bei näherer Betrachtung lediglich als Gimmick, quasi als einen gezwungen-gesellschaftskritischen Rahmen, der einzig dazu da ist, um der Geschichte über ein wetteiferndes Geschwistergespann eine Plattform zu geben. Da dieser an das Leben der Williams-Schwestern – “King Richard” lässt grüßen – erinnernde Sport-Plot jedoch ähnlich oberflächlich behandelt wird wie die platte Kritik, bleiben eigentlich nur die hübsch anzusehenden Visuals.

Bionische Schwestern Netflix
Bionische Schwestern ©Netflix / Alisson Louback

Mit seinen omnipräsenten Neonleuchtreklamen, dem stylischen Setdesign und den hochwertigen CGI-Effekten kann sich der portugiesische Sci-Fi-Thriller wirklich sehen lassen. Unter der ästhetischen Fassade hingegen tut sich ein großes Gefälle auf. Wenn sich “Bionische Schwestern” schon der modifizierten Technologie der Mensch-Maschinen-Symbiose über den wissenschaftlichen Blickwinkel annähert, dann doch bitte glaubhaft und in sich schlüssig erklärt. Während thematisch ähnlich ausgerichtete Science-Fiction-Filme die Cyborg-Thematik als gegeben darstellen, verstrickt sich das Netflix Original zunehmend in hanebüchene Erklärungsversuche und offenbart dabei massive Drehbuchschwächen, die sich bei den unsinnigen Dialogen und der konstruierten Handlung nahtlos fortsetzen. Das beginnt bereits bei den banalen Beweggründen der Anti-Bionic-Bewegung, geht über die unzureichende Einführung in die „neue Welt“ des Sports und mündet schließlich in einem, von Minute eins an vorhersehbaren Wendung, die darüber hinaus absolut keinen Sinn ergeben will. Kurzweilig, aber blöd!

Bionische Schwestern Netflix
Bionische Schwestern ©Netflix / Alisson Louback

Fazit

Optisch ansprechend, erweist sich “Bionische Schwestern” als inhaltlich mehr als dürftig zusammengeschusterte Cyborg-Geschichte!

Bewertung: 2 von 5.
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