Ein Sommer voller Leidenschaft

Ein Sommer voller Leidenschaft
TitelEin Sommer voller Leidenschaft
Genre Romanze, Drama
Jahr2024
FSK16
RegieJac Cron

Heimkinostart: 30.05.2024

Über das Erwachsenwerden und die Liebe

In der Filmwelt ist das Wort Romanze zumeist negativ konnotiert. Denkt man an das Gerne, denkt man unweigerlich an die immergleichen Liebesgeschichten, mit den immergleichen Abläufen – am Reisbrett entworfen, vom ersten Kennenlernen bis zum obligatorischen Happy End. Doch die dramaturgische Schablone, die die RomComs, Liebesdramen und Erotikfilmchen dieser Erde hervorbringt, kommt außerhalb des Mainstreams überraschend selten zum Einsatz. Abseits der ausgetrampelten Pfade der gleichgeschalteten Massentauglichkeit, dort, wo sich Indie-Regisser*innen und Arthouse-Filmschaffende gute Nacht sagen, offenbart das Medium Film die echten Lovestorys, die es wirklich verdient haben, gesehen zu werden. “Ein Sommer voller Leidenschaft” ist eines dieser Werke.

Ein Sommer voller Leidenschaft
Ein Sommer voller Leidenschaft ©Meteor Film

Und darum geht es…

Eigentlich steht für Annie (Natalia Dyer) nach dem Abschluss des Colleges in Philadelphia die Heimreise nach L.A. an, wo sie in wenigen Monaten in einem aussichtsreichen Job so richtig losstarten möchte. Als sie jedoch eines Abends Bekanntschaft mit der undurchsichtigen Tyler (Rachel Keller) und deren Freund Danny (Danny Ramirez) macht, entscheidet sie sich, noch etwas länger zu bleiben. Von Anfang an ist sie von Tyler Aura fasziniert und fühlt sich schnell zu ihr hingezogen. Doch je näher sich die beiden Frauen kommen, desto größer scheint die Distanz.

Ein Sommer voller Leidenschaft
Ein Sommer voller Leidenschaft ©Meteor Film
Filmpodcast

Ein kleiner Film mit großer Wirkung

Wenn die Streamingdienste in Sachen Liebesgeschichten von wenigen Ausnahmen wie “Als du mich sahst” auf Prime Video mal abgesehen nur noch Dienst nach Vorschrift machen und die Kinoleinwände größtenteils ihr 08/15 RomCom-Programm abfahren – auch hier gibt es Ausreißer wie das deutsche Meisterwerk “Roter Himmel” – dann muss es eben das Heimkino richtigen. So abgedroschen der Titel “Ein Sommer voller Leidenschaft” hierzulande auch sein mag – im Original “Chestnut” – als umso erfrischender erweist sich doch das Produkt. Eingebettet in ein unaufdringliches Coming-of-Age-Drama, sind Liebe, Sehnsucht und Leidenschaft zwar stetiger Begleiter, und doch vielmehr ein Symptom, vom Körper eingefordert, auf der Suche nach sich selbst. 

Ein Sommer voller Leidenschaft
Ein Sommer voller Leidenschaft ©Meteor Film

“Ein Sommer voller Leidenschaft” ist ein leiser Film – einfach, reduziert und bedacht. Eine unaufgeregte Momentaufnahme aus dem Leben einer jungen Frau, die sich am Scheideweg ihres Lebens von ihrer Umwelt mitreißen lässt, um sich nicht nur in einem Liebesdreieck, sondern auch in ihrer Gefühlswelt zu verlieren. Gespielt wird diese von “Stranger Things”-Star Natalia Dyer, die die introvertierte, sich nach etwas Neuem sehnende Annie auf subtile Art und Weise Ausdruck verleiht. Das alles macht “Ein Sommer voller Leidenschaft” zu einem hypnotischen, entschleunigten Sehgenuss, der sich positiv abgrenzt vom ansonsten so hektischen Trubel der modernen Filmlandschaft. Ein bisschen wie eine laue Sommernacht – irgendwo zwischen ausklingender Bar-Atmosphäre und Nachtspaziergang.

Ein Sommer voller Leidenschaft
Ein Sommer voller Leidenschaft ©Meteor Film

Fazit

Ambivalente Figuren in einer stimmungsvollen Coming-of-Age-Geschichte!

Bewertung: 3.5 von 5.
Ein Sommer voller Leidenschaft
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