The Fall Guy

TitelThe Fall Guy
Genre Action, Komödie
Jahr2024
FSK12
RegieDavid Leitch

Kinostart: 30.04.2024

Die wahren Held*innen des Actionkinos!

In der schillernden Welt des Actionkinos, wo die Strahlen der Scheinwerfer die gestählten Körper der Stars erhellen und die Kameras ihre glanzvollen Momente für die Ewigkeit festhalten, gibt es eine Gruppe wahrer Held*innen, die im Schatten täglich ihr Leben riskieren, um das alles überhaupt erst zu ermöglichen. Die Rede ist natürlich von Stuntleuten – den Architekt*innen der Gefahr und des Risikos. Doch während das Publikum gebannt die Leinwand verfolgt, bleiben sie im Verborgenen und ihre Namen verschwinden unbeachtet auf den hinteren Rängen der Credits. Als ehemaliger Stuntman und -koordinator ist es für David Leitch, dem mit “John Wick” der Durchbruch als Actionregisseur gelang, von persönlichem Interesse, diesen mutigen Männern und Frauen endlich den Respekt zu zollen, der ihnen zusteht – und “The Fall Guy” ist seine Art, diesem Wunsch Ausdruck zu verleihen.

The Fall Guy ©Universal Pictures

Und darum geht es…

Als sich Colt Seavers (Ryan Gosling) am Set des neuen Actionfilms von Hollywood-Star Tim Ryder (Aaron Taylor-Johnson), für den er als Stuntdouble tätig ist, den Rücken bricht, ist das nicht nur das Ende seiner Karriere, sondern auch seiner Beziehung zu Kamerafrau Jody Moreno (Emily Blunt). 18 Monate später lebt er ein einsames, abgehalftertes Leben als Einparker eines Restaurants, da erreicht ihn plötzlich die Nachricht, dass Jody für ihr Regiedebüt ausgerechnet ihn vor der Kamera als Stuntman möchte. Von alten Gefühlen beflügelt, macht er sich umgehend auf den Weg, nichtsahnend, dass ihn dort mehr als nur eine alte Liebe erwartet. Tim Ryder ist spurlos verschwunden und ausgerechnet er soll herausfinden, was mit seinem ehemaligen Kollegen geschehen ist…

The Fall Guy ©Universal Pictures

Eine Liebeserklärung an Stuntleute im Korsett eines belanglosen Blockbusters

Es ist verständlich, dass sich David Leitch, wenn es darum geht eine Botschaft zu verbreiten, die ihm wirklich am Herzen liegt, dafür entscheidet, dieses auch so zu verpacken, dass sie ein möglichst großes Publikum erreicht. Wieso der Mann hinter eindrucksvollen Actionspektakeln wie “John Wick”, “Deadpool 2” und “Bullet Train” dabei ausgerechnet auf das Gewand einer vollkommen austauschbare ActionRomCom der Marke “Knight and Day” zurückgreift, bleibt hingegen schleierhaft. Selbst der solide agierende Cast, allen voran Emily Blunt und vor allem Publikumsliebling Ryan Gosling, schreit förmlich “Seht mich an” und verwässert die eigentlich löbliche Prämisse, um eine weitere doch arg kalkulierten Komponente. Trotz erkennbarem Herzblut für die Sache an sich, einer breiten Palette an Danksagungen in Richtung Berufsbild, Stuntman and -woman und interessanten Einblicken hinter die Kulissen aufwendig produzierter Actionsequenzen, bleibt “The Fall Guy” dadurch letzten Endes doch nur ein weiterer Mainstream-Actioner.

The Fall Guy ©Universal Pictures

Diametral zu den rasante Unterhaltung verheißenden Trailern, entpuppt sich “The Fall Guy” über weite Strecken als recht dröge gestalteter und dabei eher schleppend vom Fleck gelangender Hybrid aus uninspirierter Romanze und generischer Crime Story, der mit vereinzelten, weit weniger spektakulär geratenen Actionszenen versehen ist, als von Leitch gewohnt. “The Fall Guy” macht eigentlich immer nur dann wirklich Spaß, wenn sich David Leitch zwischendurch den verschiedenen Arten von Stunts widmet – und ganz am Ende, im großen Finale, wenn es dann wirklich an allen Ecken und Kanten rumst und bumst. Das euphorische Gefühl, das mit dem Einsetzen des Abspanns noch eine gute Weile, nachklingt, ist letztlich auch der Grund für den am Ende dann doch positiven Gesamteindruck, wenngleich “The Fall Guy” genügend Angriffsfläche bietet, um ihn in seiner Eigenschaft als Spielfilm als Mittelmaß einzustufen. Irgendwo inmitten dieses Tohuwabohus steckt jedenfalls eine tatsächlich unterhaltsame Liebeserklärung an das klassische Actionkino, das das Publikum in Reinform sicher viel lieber gesehen hätte.

The Fall Guy ©Universal Pictures

Fazit

Hätte David Leitch seine Verneigung vor dem Beruf der Stuntleute mal lieber frei von uninspirierter Lovestory und generischem Blockbuster-Drumherum inszeniert, hätte “The Fall Guy” in der Tat das Zeug zum Kinopflichtprogramm gehabt!

Bewertung: 3 von 5.

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