| Titel | Family Dinner |
| Genre | Horror, Thriller |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 16 |
| Regie | Peter Hengl |
Starttermin: 02.04.2024
Verheiratet um jeden Preis
Eigentlich bedarf es gar keines weiteren Quells des Grauens, wenn sich die Familie während den Feiertagen für ein gemeinschaftliches Festtagsessen versammelt. Ob es nun die obszönen Bemerkungen des sichtlich angeheiterten Onkels sind, die banalen Ausführungen des von Mal zu Mal tiefer in Verschwörungsmythen versunkenen Cousins, oder die politisch mehr als fraglichen Parolen der Großeltern – kommt die bucklige Verwandtschaft zusammen, gibt es meist mehr als nur einen Brandherd, der das Familienglück in seine Einzelteile zu sprengen droht. Im österreichischen Psychothriller “Family Dinner” wird das näherrückende Osteressen zu allem Überfluss auch noch von einer mehr als nur Düsteres verheißenden Vorahnung begleitet.

Und darum geht es…
Simi (Nina Katlein) will die Tage vor Ostern bei ihrer Tante Claudia (Pia Hierzegger) verbringen. Dabei erhofft sie sich in erster Linie, dass die Ernährungswissenschaftlerin ihr bei ihrem Ziel Abzunehmen behilflich sein kann. Besonders erfreut scheint die Angeheiratete, die seit der Scheidung von ihrem Exmann der Familie den Rücken gekehrt hat, über den Besuch ihrer Nichte jedoch nicht zu sein. Nichtsdestotrotz nimmt sie Simmi bei sich, in ihrem entlegenen Landhaus, das sie mit ihrem neuen Ehemann Stefan (Michael Pink) und ihrem Sohn Filipp (Alexander Sladek) bewohnt, auf. Als sich Stefan zunehmend merkwürdiger verhält und Simi ein erschreckendes Geständnis macht, will die Teenagerin eigentlich nur noch nach Hause. Doch dafür ist es längst zu spät…


Guten deutschsprachigen Horror findet man außerhalb der Landesgrenze!
Während Deutschland in Sachen Genrekino bereits seit unzähligen Jahren auf der Stelle zu treten scheint, da entwickelt sich die Filmindustrie unseres Nachbarn Österreich mehr und mehr zur Fabrik waschechter Horrorgeheimtipps. Wer im deutschsprachigen Raum auf außergewöhnliche Horrorunterhaltung hofft, muss zur Grenzgänger*in werden. Auch wenn “Family Dinner” dabei nie dieselbe Intensität österreichischer Gerne-Highlights wie “Ich seh, ich seh”, “Funny Games” oder “Luzifer” erreicht, entpuppt sich das Langfilmdebüt von Peter Hengl als überaus sehenswerter Slowburner mit zugegebenermaßen recht vorhersehbarem Ausgang, dafür aber einem umso atmosphärischeren Weg bis dahin.

Getragen von der zurückgenommenen Darbietung der Spielfilmdebütantin Nina Katlein und dem undurchsichtigen Spiel seitens Pia Hierzegger entwickelt “Family Dinner” schnell eine unbehagliche Dynamik, die das Publikum zunehmend in seinen Bann zieht. Schockmomente oder ähnlich plumpe Gimmicks lässt Hengel dabei bewusst außen vor. Oft reicht ein flüchtiger Blick, eine kleine Geste oder einfach nur das beklemmende Landhaussetting aus, um ein Gefühl von Schauer auszulösen, womit sich “Family Dinner” nahtlos in den auf psychologischen Horror spezialisierten, noch überschaubaren Gernefilmkosmos Österreichs einreiht. Mehr davon, bitte!

Fazit
Psychologischer Horror made in Austria. Unsere Nachbarn wissen, worauf es ankommt!

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