| Titel | Becky 2 – She’s Back! |
| Genre | Action, Komödie |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 18 |
| Regie | Matt Angel, Suzanne Coote |
Heimkinostart: 23.05.2024
Don’t f#ck with Becky!
Schon vor seiner Veröffentlichung vor rund drei Jahren machte die spaßige Actionkomödie “Becky”, welche aufgrund der blutigen Slasher-Szenen auch gerne mal dem Horrorgerne zugewiesen wird, mit einer eher ungewöhnlichen Casting-Entscheidung auf sich aufmerksam. Als Bösewicht war dort kein Geringerer als Hollywood-Knuddelbär Kevin James als blutrünstiger Nazi-Verbrecher mit dichtem Rauschebart und babyarmdickem Hakenkreuz-Tattoo auf dem kahlgeschorenen Schädel zu sehen. Für die Fortsetzung “Becky 2 – She’s Back!” darf sich die erneut spielfreudig von Lulu Wilson verkörperte Titelheldin nun mit einem weiteren Comedy-Darsteller messen – und zwar Steve Stifler Himself Seann William Scott (“American Pie”) – nicht die einzige Parallele zum spaßigen Vorgängerfilm!


Und darum geht es…
Es ist zwei Jahre her, dass eine Gruppe nationalsozialistischer Schwerverbrecher die damals 14-jährige Becky (Lulu Wilson) und ihren Vater überfallen haben. Damals musste Becky mit ansehen, wie ihr Vater kaltblütig ermordet wurde. Nach ihrer blutigen Rache, bei der das Mädchen die gesamte Nazi-Bande auf brutalste Art und Weise aus dem Leben scheiden lies, wurde das Waisenkind von Pflegefamilie zu Pflegefamilien gereicht, wo sie jedoch immer wieder abhaute. Zwischenzeitlich haben sie und ihr Hund Diego es sich bei einer einsamen alten Frau gemütlich gemacht und führen endlich ein unbeschwertes Leben – wären da nicht die drei unhöflichen Kerle (u.a. Seann William Scott), denen Becky prompt eine Lektion verpasst. Diese entpuppen sich jedoch als nicht minder rachsüchtig als die rebellische Kämpferin und das blutige Treiben beginnt von vorne!

Steve Stifler versus Lil’ Jane Rambo
In Anbetracht des jüngsten filmischen Fehltritts des Regie-Duos Matt Angel und Suzanne Coote, dem furchtbar misslungenen Netflix Original “The Open House”, standen die Zeichen für ein Becky-Sequel nicht gerade gut. Jonathan Milott und Cary Murnion, die im unterhaltsamen Vorgänger noch auf dem Regiestuhl Platz nahmen, sind in “Becky 2 – She’s Back!” nun nur noch als ausführende Produzent*innen mit an Bord, während sich Angel und Coote für Regie und Skript verantwortlich zeigen und aus ihrem “The Open House”-Fehler glücklicherweise gelernt zu haben scheinen. Ohne große Änderungen vorzunehmen, schließt die Fortsetzung qualitativ nahtlos da an, wo “Becky” einst aufgehört hat – mit allen Stärken und Schwächen – und präsentiert sich als spaßiges Wiedersehen mit Lulu Wilson als schlagfertige Miniatur-John Rambo. Der treibende Score geht gut nach vorne, die Action ist schön blutig und das diesmal umgedrehte „Kevin allein zu Haus“-Szenario größtenteils kurzweilig erzählt.

Nachdem es in “Becky” noch Doug Heffernan-Softie Kevin James war, der trotz körperlicher Überlegenheit und finsterem Schwerverbrecherimage eine ordentliche Tracht Prügel einstecken musste, hält “Becky 2 – She’s Back!” mit Seann William Scott einen würdigen, ebenfalls der Comedy-Branche entsprungenen Ersatz parat. Wie bereits der “King of Queens”-Star überzeugt auch Scott, der im blutigen Horrorthriller “Bloodlines” bereits seine Qualitäten als eiskalter Killer unter Beweis stellen konnte, als grimmiges Nazi-Oberhaupt. Die knapp bemessene Laufzeit von 82 Minuten sorgt dabei zwar für ein hohes Tempo – einen kleinen Durchhänger im Mittelteil muss das Publikum dennoch über sich ergehen lassen – hat aber auch zur Folge, dass Scott viel zu wenig Screentime bleibt, genauso wie den deftigen Schauwerten. Das macht sich insbesondere beim abrupten Ende bemerkbar. Während sich die Exposition noch Zeit lässt, um eine emotionale Fallhöhe zu schaffen, geht es auf den letzten Metern plötzlich ganz schnell.

Fazit
Wer bereits mit “Becky” seine Freude hatte, wird auch bei der Fortsetzung auf die Kosten kommen!


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