| Titel | Red Right Hand |
| Genre | Action, Thriller |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 18 |
| Regie | Eshom Nelms, Ian Nelms |
Heimkinostart: 12.04.2024
Vom Elben zum Actionheld
Wenn man einmal durch ein großes Franchise Berühmtheit erlangt hat, ist es nur schwer in anderen Rollen ernst genommen zu werden. Orlando Bloom kann ein Lied davon singen. Der Brite wurde als der Elb Legolas in den „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“-Filmen sowie als Pirat Will in „Fluch der Karibik“ zum Star. Mit Projekten wie dem Kriminalfilm „Zulu“ bewies er jedoch, das er auch das Potenzial für düstere Rollen hat. Mit „Red Right Hand“, inszeniert von den Machern von „Fatman“, taucht er erneut in eine dunkle Welt ab und will Actionheld John Wick den Rang streitig machen.

Und darum geht es…
Der introvertierte Cash (Orlando Bloom) sehnt sich lediglich nach einem ruhigen Leben auf der Farm seines Bruders Finney (Scott Haze). Doch Finney hat Schulden angehäuft und begeht den Fehler, sich Geld von der Drogenbossin Big Cat (Andie MacDowell) zu leihen. Bald darauf stehen Big Cats Handlanger bei Cash vor der Tür und zwingen ihn, die Schulden durch zwielichtige Aufträge abzuarbeiten. Die Situation droht jedoch zu eskalieren, und schon bald schweben Cash, sein Bruder und seine Nichte Savannah (Chapel Oaks) in großer Gefahr.


„John Wick“ auf einer Farm
Es ist geradezu absurd, einen Film „Red Right Hand“ zu nennen und dabei den Kultsong der Rockband Nick Cave & The Bad Seeds, der auch in bekannten Werken wie der Filmreihe „Scream“ oder der Serie „Peaky Blinders“ prominent vertreten ist, nicht wenigstens in einer einzigen Szene zu verwenden. Verschwendetes Potenzial, was aber auch irgendwie passend ist. In dem von Eshom und Ian Nelms inszenierten Actionfilms sticht sofort das talentierte Ensemble positiv hervor. Orlando Bloom überzeugt in der Hauptrolle, während Andie MacDowell nach ihrem Auftritt in „Ready or Not“ erneut beweist, dass sie für die Rolle des Bösewichts wie geschaffen ist. Die schauspielerischen Leistungen werten den Actionthriller, der ansonsten nach Schema F verläuft, auf und hauchen den schablonenhaften Charakteren Leben ein.

Das Problem mit Filmen dieser Sorte ist, dass sie sich konstant Vergleichen mit „John Wick“ stellen müssen. Das Action-Franchise hat sich im letzten Jahrzehnt als Blaupause für Filme über einsame Antihelden etabliert, die unfreiwillig in eine düstere und brutale Welt gezogen werden. „Red Right Hand“ kann da leider nicht mithalten. Obwohl der Beginn durchaus Interesse weckt, lässt die Spannung im Verlauf nach und wird durch rohe Gewalt ersetzt. Die Inszenierung ist solide, ohne Frage. Die Actionszenen sind blutig und brutal, und visuell lässt der Film vermuten, dass finanziell viel investiert wurde. Wäre nur schön gewesen, wenn man bei der belanglosen Handlung mehr Kreativität gezeigt hätte.

Fazit
„Red Right Hand“ bietet einen guten Cast und solide Action, lässt beim Drehbuch jedoch zu wünschen übrig und ist nur ein weiterer „John Wick“-Klon, der nicht mit dem Vorbild mithalten kann.


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