Drei Gänge und ein Todesfall

TitelDrei Gänge und ein Todesfall
Genre Komödie
Jahr2023
FSK12
RegieMatt Winn

Heimkinostart: 04.04.2024

Rate mal, wer zum Leichenschmaus kommt

„Drei Gänge und ein Todesfall“ oder „The Trouble with Jessica“, wie er im Original heißt, ist eine schwarze Komödie von Matt Winn, die von der Prämisse her an Alfred Hitchcocks „Immer Ärger mit Harry“ und Ted Kotcheffs „Immer Ärger mit Bernie“ erinnert. Es geht um das dynamische Zusammenspiel der Beteiligten und ihren schrecklichen Entscheidungen, die sich durch das plötzliche Auftauchen einer Leiche ergeben. Der Film ist boulevardtheater-mäßig überzeichnet, kann aber dennoch kurzweiligen Spaß bereiten, wenn man sich auf diese absurde Idee einlässt und dem Siegel „Very British“ wohlgesonnen ist.

Drei Gänge und ein Todesfall ©Pandastorm Pictures

Und darum geht es…

Das finanziell angeschlagene Paar Sarah (Shirley Henderson) und Tom (Alan Tudyk) hat einen Käufer für ihr Haus in London gefunden, in das sie ihre besten Freunde Richard (Rufus Sewell) und Beth (Olivia Williams) zum letzten Abendessen einladen. Auch die ungebetene Bekannte Jessica (Indira Varma) kommt vorbei, die sich nach einem Streit am Esstisch im Garten erhängt. Sarah befürchtet ein Verkaufsscheitern, wenn der Käufer herausfindet, was vorgefallen ist und versucht die anderen deshalb davon zu überzeugen, Jessicas Leiche in ihre Wohnung zu bringen und es danach aussehen zu lassen, als hätte sie dort Selbstmord begangen. Doch das ist nur der Anbeginn der Turbulenzen.

Drei Gänge und ein Todesfall ©Pandastorm Pictures

Todlangweilig keineswegs, aber auch nicht todeswitzig

Bei einer Spieldauer von 90 Minuten, dauert es eine Weile, bis es wirklich interessant wird. Der Film spielt überwiegend in einem Setting, nämlich dem Anwesen von Sarah und Tom. Sarah ist der herausragendste aller überzeugend chargierenden Charaktere. Das Drehbuch serviert den oberflächlich gezeichneten Figuren zwar klobige Dialogzeilen, dennoch hat man es hier mit einer namhaften Besetzung zu tun, die ihre Rollen mit viel Selbstvertrauen spielen. „Drei Gänge und ein Todesfall“ gibt jedem Schauspieler die Möglichkeit, in den unruhigen Köpfen seiner Figur zu schwelgen, wobei die hinterlistige Henderson, der hochnäsiger Anwalt Sewell, und Moralapostel Williams besonders hervorstechen. Henderson und Williams kehren im Verlauf ihre Rollen um, was dem ganzen eine besondere Charakterzeichnung verleiht. Dies ist auch eine Beobachtung der Gesellschaft und des missgestalteten moralischen Kompasses mancher Menschen, die persönliche Vorteile wie Geld in Betracht ziehen, um sich selbst zu retten. Alan Tudyk, der einzige Nicht-Brite in der Runde, ist der am wenigsten lustige der Truppe. 

Drei Gänge und ein Todesfall ©Pandastorm Pictures

Nach einer etwas lahm gestalteten ersten Hälfte verbessert sich „Drei Gänge und ein Todesfall“ zum anschauungswürdigen aber keinesfalls unvergesslichen Erlebnis. Amüsante Szenen sind beispielsweise die einer neugierigen Nachbarin, die einer spontanen Hausbesichtigung, und die eines Koitus zwischen betrunkenen Teenies. „Drei Gänge und ein Todesfall“ ist bemüht, gleichzeitig lustig, skurril und dramatisch zu sein, ohne sich auf einen dieser Töne festzulegen, weshalb das Abzielen auf gewünschte Effekte eher verpufft. Zwischen Schimpftiraden und unterhaltsamen kurzen Pausen gibt es aber auch Wahrheit, die ans Licht gebracht werden, um die Figuren nicht allzu blass erscheinen zu lassen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser britische Stoff in Zukunft eine noch aufwändigere und derbere amerikanische Variante erfährt, unterhaltsam ist „Drei Gänge und ein Todesfall“ allemal, auch wenn mehr Schwärze beim Humor wünschenswert gewesen wäre.

Drei Gänge und ein Todesfall ©Pandastorm Pictures

Fazit

„Drei Gänge und ein Todesfall“ ist eine typisch britische Komödie mit stellenweise lustigen Momenten und mit einer Spitzenbesetzung. Ein kurzweiliger Spaß, den man sich bedenkenlos geben kann, der aber keineswegs unvergesslich bleibt.

Bewertung: 3 von 5.

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