| Titel | Das Herz des Jägers |
| Genre | Thriller, Action |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Mandla Dube |
Starttermin: 29.03.2024 | Netflix
Politthriller made in South Africa
Die Apartheid, ein düsteres Kapitel der südafrikanischen Geschichte, das tiefe Wunden hinterlassen hat. Durch das rassistische Regime wurden Menschen viele Jahre lang aufgrund ihrer Hautfarbe systematisch unterdrückt und diskriminiert. Diese brutale Trennung führte zu sozialen und wirtschaftlichen Schäden, die bis heute nachwirken – und das, obwohl die Apartheidpolitik seit dem 1994 offiziell als beendet gilt. In seinem Roman „Heart of the Hunter“ setzte sich der südafrikanischen Autor Deon Meyer mit eben jenen Auswirkungen auseinander und verpackte diese in das Korsett eines spannungsgeladenen Spionagethrillers. Wer des Lesens müde ist und/oder das Medium Film bevorzugt, bekommt mit “Das Herz des Kämpfers” nun die Möglichkeit, die filmische Adaption in Form eines Netflix Originals zu sehen.

Und darum geht es…
Südafrika: Seine Vergangenheit als Auftragsmörder hat Zuko Khumalo (Bonko Khoza) längst hinter sich gelassen. Für seine Nachbarn ist er nur der freundliche Familienvater von nebenan. Als er jedoch Besuch von einem früheren Weggefährten bekommt, der ihm von einer politischen Verschwörung berichtet und ihm dabei einen mysteriösen Schlüssel zusteckt, kommt er erneut ins Visier der Behörden. Zuku muss seine Familie zurücklassen, um nicht nur sich und die, die er liebt, sondern auch die gesamte Bevölkerung Südafrikas zu schützen. Doch der Feind ist ihm längst auf den Versen…


Man on a Mission
In seiner Eigenschaft als Politthriller nach dem klassischen Man on a Mission-Prinzip geht “Das Herz des Jägers” problemlos als die südafrikanische Antwort auf diverse Hollywood-Blockbuster der Marke “Die BourneIdentität” durch. Deutlich geringer budgetiert, dabei aber nicht minder ansehnlich in Szene gesetzt, kann Mandla Dube in seiner Regiearbeit handwerklich mit den großen Vorbildern von Übersee mithalten. Das Grundgerüst stimmt so weit, eine charakteristische Handschrift hingegen fehlt – und genau da liegt auch der Hund begraben. “Das Herz des Jägers” ist so routiniert und auf die einzelnen filmischen Aspekte heruntergebrochen industrienormgeeicht solide, dass es schwerfällt sich mit den aus bekannten Genreversatzstücken zusammengeschusterten Gesamtwerk anzufreunden.

Dem Netflix Original selbst kann man eigentlich keine Vorwürfe machen. Die Action ist vollkommen in Ordnung, die Darsteller*innen agieren der Geschichte entsprechend angepasst und das Skript erfüllt seinen Zweck, ohne nennenswerte Ausschläge ins Negative aufzuweisen. Lediglich der Einstieg fällt aufgrund der fehlenden Exposition und der breit gestreuten Handlungsstränge mit zahlreichen Charakteren ein wenig unübersichtlich aus. Wenngleich sich der Zustand der Orientierungslosigkeit langsam legt und “Das Herz des Jägers” an Fahrt aufnimmt, bleibt das Gefühl der bleiernen Durchschnittlichkeit unverändert besteht und bestätigt den sich auf Netflix zunehmend abzeichnenden Trend der Belanglosigkeit.

Fazit
„Das Herz des Jägers“ ist als Spionagethriller dermaßen routiniert in Szene gesagt, dass es schon wieder ins Gegenteil umschlägt!

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