Kinder des Zorns

TitelKinder des Zorns
Genre Horror, Thriller
Jahr2023
FSK16
RegieKurt Wimmer

Heimkinostart: 28.03.2024

Die Kinder sind mal wieder zornig

Stephen King, der Meister des Horrors, Maestro des literarischen Grauens. Während seine Romane den viszeralen Horror im irdischen und übersinnlichen Schrecken suchen und finden, sind es bei den filmischen Interpretationen die Verfilmungen selbst, die das Prädikat Horror tragen – und zwar negativ konnotiert. Zwischen der literarischen Tiefe von Kings Worten und dem oberflächlichen Glanz der Leinwand klaffen zumeist Welten. Auch wenn das qualitative Gefälle von wenigen Ausnahmen wie “The Green Mile”, “Die Verurteilten” oder dem ersten, und zwar ausschließlich dem ersten Teil der “Es”-Neuinterpretation mit Bill Skarsgård als groteskem Horrorclown, immer mal wieder aufgebrochen wurde, kann der Großteil der Werke getrost ignoriert werden. Die “Die Kinder des Zorns”-Reihe war nie Teil der kurzen Liste positiver Ausreißer, ein Umstand, den auch die insgesamt zehnte Verfilmung, dieses Mal in Form eines Quasi-Remakes, nicht ändern kann!

Kinder des Zorns ©Plaion Pictures

Und darum geht es…

Das Örtchen Rylstone im Herzen Nebraskas lebt seit jeher vom Anbau von Mais. Doch die Pflanzen sterben allmählich ab, was die Existenz der Bewohner*innen nachhaltig bedroht. Um in den Genuss von staatlichen Subventionen zu kommen, sollen die gesamten Maisfelder zerstört und anschließend mit anderen Getreidesorten bepflanzt werden. Doch eine seit Jahrhunderten in den Feldern lebende Gottheit weiß das zu verhindern und rekrutiert die Kinder des Orts wie die zwölfjährige Eden (ständig zornig: Kate Moyer), um den Erwachsenen das Handwerk zu legen. Einzig Boleyn (ständig schockiert: Elena Kampouris), als schlichtende Partei zwischen der jungen und der alten Generation, kann das Übel jetzt noch abwenden…

Kinder des Zorns ©Plaion Pictures

Der Trash macht es erträglich

Gesundheitsschädliche Pestizide, rücksichtslose Großkonzerne und mangelhafte Generationengerechtigkeit waren auch schon vorm kollektiven Erwachen in Bezug auf die Klimakrise Thema und wie heute gab es schon immer militante Gegenstimmen, die das drohende Unheil mit selbstgefälliger Gestik abwinkten. Unverändert zeitgemäß sind es also auch im neusten Remake der nicht totzugkriegenden „Kinder des Zorns“-Reihe die Kinder, die unter den Sünden der vorangegangenen Generationen leiden müssen und prompt zurückschlagen, im Auftrag der Natur. Als Remake beziehungsweise Neuinterpretation der zugrundeliegenden King-Kurzgeschichte schlägt „Kinder des Zorns“ einen ähnlichen und doch anderen Weg ein, doch bleibt dem Kern der Geschichte sowie den blutigen Schauwerten, aber auch der mangelhaften Qualität treu.

Kinder des Zorns ©Plaion Pictures

Statt gehaltvoller Gesellschaftskritik, handelt „Kinder des Zorns“ seine Klimabotschaft mit stumpfen Plattitüden ab, mehr pflichtbewusst als nachdrücklich, und verirrt sich in einem Wust aus furchtbaren Dialogen über böse Konzerne, Maisanbau, noch mehr Mais-Thematik und sonstigen Agrar-Kauderwelsch. Wenn dabei x-mal betont wird, wie hochexplosiv der Maisstaub doch sei, überrascht kaum was im Finale passiert. Ohne Gespür für Dramatik, dafür oft unfreiwillig komisch, dass es stellenweise sogar wieder unterhaltsam wird, ansonsten aber frei von Spannung und Tempo schleppt sich der Plot schwefelig voran. Einige Gewaltspitzen machen Laune, das dürftig getrickste Maismonster irgendwie auch, und die sonnendurchfluteten Hochglanzbilder in Verbindung mit kitschigen Slow Motion-Kamerafahrten und der greifbar drückenden Hitze erzeugt tatsächlich so etwas wie Atmosphäre. Nichtsdestotrotz schaut das Publikum größtenteils chronisch gequält drein, fast so wie die limitierte Kinderdarsteller*innen bei ihrem blutigen Werk.

Kinder des Zorns ©Plaion Pictures

Fazit

Unter Berücksichtigung des trashigen Unterhaltungsfaktors noch erträglicher Horror-Quatsch!

Bewertung: 2 von 5.

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