The Bricklayer

TitelThe Bricklayer
Genre Action, Thriller
Jahr2023
FSK16
RegieRenny Harlin

Heimkinostart: 18.04.2024

Rennytentes drehen von Mangelware

Es wäre nicht unrechtgemäß, den gebürtigen Finnen Renny Harlin als Kultregisseur zu bezeichnen, der seine Karriere mit der erfolgreichen dritten Fortsetzung der „Nightmare on Elm Street“-Reihe vorantrieb und uns neben „Stirb Langsam 2″ auch den Weihnachtsklassiker „Tödliche Weihnachten“ mit Ex-Frau Geena Davis bescherte, mit der er ein Jahr zuvor „Die Piratenbraut“, einem der größten Filmflops aller Zeiten drehte. Erinnerungswert bleiben die Sly-Stallone-Bergsteiger-Action „Cliffhanger“ und der Mutant-Hai-Horror „Deep Blue Sea“, ehe Harlins Karriere zur Jahrtausendwende bergab fuhr. Sein jüngster Streich ist die Romanadaption „The Bricklayer“, der längst nicht so katastrophal ausfällt wie seine Actionthriller der vergangenen zwanzig Jahre, aber sich ebenfalls zu Harlins Schema-F-Minderwerken gesellen kann.

The Bricklayer ©Telepool GmbH

Und darum geht es…

Der totgeglaubte Ex-CIA-Agent Radek (Clifton Collins Jr.) ermordet mehrere ausländische Journalisten und lässt es danach aussehen, als wäre die CIA dafür verantwortlich. Die USA geraten unter Druck und so bittet die CIA den Ex-Agenten Steve Vail (Aaron Eckhart) um eine Rücckehr in den aktiven Dienst. Gemeinsam mit der Aufpasser-Agentin Kate Bannon (Nina Dobrev) nimmt Vail es gegen die Bösewichte auf und entdeckt eine Verschwörung auf internationaler Ebene.

The Bricklayer ©Telepool GmbH

Der Maurer legt ein schwaches Fundament

Nach „The Accountant“ und „The Beekeeper“ kommt mit „The Bricklayer“ ein weiterer Actionfilm über Hitmen mit gängiger Berufsbezeichnung. Selbst wenn darauf noch „The Barkeeper“ oder „The Bootblack“ folgt: Die Zuschauer haben diese Copy-Paste-Kotze satt! Denn sie wissen spätestens durch den Trailer über den Einheitsbrei Bescheid, der sie erwartet. Welche Absicht hinter der Verfilmung von „The Bricklayer“ steckt, kann nur vermutet werden. Eine Steuerabschreibung, eine Vertragserfüllung, oder bloßes VOD-Füllmaterial? Was auch immer die Existenz dieses gängigen B-Movie-Bauplans rechtfertigt, es kann trotzt einst großer Namen wie Harlin oder Eckhart getrost vergessen werden. Unfreiwillige Komik wird geboten, etwa wenn Vail aus der Deckung einen Bauarbeiterhelm als Ablenkung wirft, der Gegner auf den Helm schaut und diesen beschießt. Dies ist eine von etlichen hanebüchenen Einfällen, entnommen von einem uninspirierten und lazy-writing-bestätigenden Drehbuch, nach einem ebenfalls einfallslosen Roman. Explodierende Baustellenaufzüge? Entschwindende Schusswunden? Einzelne Angreifer? Check! 

The Bricklayer ©Telepool GmbH

Die Dialoge sind minderwertiger als eine Unterentwicklungsphase von ChatGPT und die Wendungen sind derart absurd, dass, selbst wenn man sich von vornherein mit einem Hirn aus, Action rein-Mentalität auf „The Bricklayer“ einlässt, der Spaß getrübt wird. Auch konservative Fans von altmodisch-lächerlichen Klischeeproduktionen ohne Interesse an Erzählunüblichkeiten könnten sich an „The Bricklayer“ stören, denn das ausschlaggebendste überzeugt am wenigsten: Die Action. Slow-Motion-Aufnahmen kaschieren die Kampfunfähigkeit der Schauspieler und beim Schnitt wird nach der Devise Drei Cuts pro Punch gehandelt. Verständnisvollerweise muss man einsehen, dass Renny Harlin mittlerweile 65 Jahre alt ist und sein Pferdeschwanz und seine inszenatorische Energie passé sind. Etwas mehr Mühe wäre dennoch wünschenswert gewesen und wünschenswert bleibt, dass Harlin ein anspruchsvolleres Drehbuch zugespielt bekommt, welches er mit einem fähigeren Team umsetzen kann, um seine Karriere vielleicht doch noch mit einem herausragenden Werk abzuschließen.

The Bricklayer ©Telepool GmbH

Fazit

Der Hauptfigur beim Maurern zuzuschauen wäre viel interessanter als sich dieses klischeebeladene und hanebüchene B-Action-Einerlei anzutun.

Bewertung: 2 von 5.

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