Nightwatch: Demons Are Forever – Kritik

TitelNightwatch: Demons Are Forever
Genre Thriller, Horror
Jahr2023
FSKungeprüft           
RegieOle Bornedal

Kinostart: 16.05.2024

Alle Kritiken der Fantasy Filmfest White Nights

Eine späte Fortsetzung

30 Jahre ist es her, dass das Regiedebüt des dänischen Regisseurs und Drehbuchautors Ole Bornedal “Nightwatch” zum international gefeierten Horrorüberraschung avancierte und dem Dänen die Tore zur Traumfabrik in Hollywood öffnete. Mit „Freeze – Alptraum Nachtwache“ lieferte Bornedal zwar prompt ein US-amerikanisches Remake seines eigenen Erfolgsfilms, verschwand dann jedoch wieder recht schnell von der Bildfläche, um sich, mal abgesehen vom Kinofilm “Possession – Das Dunkle in dir” aus dem Jahr 2012, wieder kleineren Genreproduktionen in seinem Heimatland zu widmen. Mit “Nightwatch: Demons Are Forever”, der späten Fortsetzung seines Türöffners in die Herzen vieler Horrorfans verteilt um den gesamten Globus, könnte sich dies nun ändern. Nach seiner Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest White Nights gibt es das Slasher-Sequel bereits in wenigen Monaten in den deutschen Kinos zu sehen.

Und darum geht es…

Trotz, oder gerade wegen der traumatischen Vergangenheit ihres Vaters Martin (Nikolaj Coster-Waldau), der vor fast 30 Jahren während seiner Tätigkeit als Nachtwächter in einer Pathologie zur Zielscheibe des Serienkillers Wörmer (Ulf Pilgaard) wurde, beschließt die Medizinstudentin Emma (Fanny Leander Bornedal) genau derselben Arbeit in eben jener Einrichtung nachzugehen. Damit sollen ihre Nachforschungen dazu, was sich einst zugetragen hat und ihren Vater bis heute traumatisiert, während sich ihre Mutter sogar das Leben nahm, noch nicht enden. Sie beschließt, den zwischenzeitlich erblindeten, schwachen, alten Wörmer in der Klinik aufzusuchen, in der er seitdem seine Strafe absitzt, nichtsahnend, dass sie damit eine erneute Welle der Gewalt lostreten wird. Ein Copycat-Killer ist ihr und ihrer Familie fortan dicht auf den Fersen, fest entschlossen, das blutige Werk seines großen Vorbilds zu beenden – koste es, was es wolle!

Nightwatch: Demons Are Forever ©TrustNordisk

Die Alten sind für die Tonne, Vorhang auf für die neue Generation

Selbstmord, Tablettensucht, Alkoholkonsum – die Ereignisse aus “Nightwatch” haben ihre Spuren hinterlassen. Wenn es um das Thema Trauma geht, schöpft “Nightwatch: Demons Are Forever” aus dem Vollen und lässt dabei kein noch so vergilbtes Klischee ungenutzt. Wie Ole Bornedal die alten Kamellen in Szene setzt, mag in gewisser Weise atmosphärisch sein, scheitert dann aber immer wieder am doch arg eingerosteten Spiel seiner Original-Darsteller*innen. Doch zum Glück ist neben der alten Garde, wie es sich für einen Legacy-Slasher der Marke “Scream” gehört – “Nightwatch: Demons Are Forever” springt einfach mal selbstsicher mit auf den Zug, ohne dabei je auch nur annähernd den Status eines “Halloween” oder “Texas Chainsaw Massacre” erreicht zu haben – auch noch frisches Blut mit an Bord, und kann für die lange Liste an Makeln doch noch ein bisschen entschädigen.

Nightwatch: Demons Are Forever ©TrustNordisk

So blöde “Nightwatch: Demons Are Forever” stellenweise sein mag – einige Entwicklungen sind an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten – und dazu noch unfreiwillig komisch, dann wieder freiwillig komisch, nur ohne dabei komisch zu sein, macht der unorganische Wust an Themen, Ideen und Storylines am Ende doch überraschend viel Spaß. So ist Wörmers spindeldürrer, dämonisch grinsender Handlanger tatsächlich eine der unangenehmsten Horrorgestalten der letzten Jahre und auch die wenigen Kills kommen oft unerwartet und effektiv um die Ecke, während der ungewöhnliche Musikeinsatz (u.a. “I Fink U Freeky” von Die Antwoord) in Szenen in denen horrorfilmgenormt sonst totenstille herrscht, dem aufgeblähten Ganzen eine angenehme Frische verleiht. Abseits des Ballasts des Legacy-Sequel-Drumherums bietet “Nightwatch: Demons Are Forever” demnach genügend Unterhaltungswerte, wenngleich diese von den viel zu konstruierten, oft nicht nachvollziehbaren Entwicklungen auf der Handlungsebene ausgebremst werden.

Nightwatch: Demons Are Forever ©TrustNordisk

Fazit

Ein aufgeblasener, selten logischer und dennoch unterhaltsamer Legacy-Slasher!

Bewertung: 2.5 von 5.

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