| Titel | Wanted Man |
| Genre | Thriller, Action |
| Jahr | 2024 |
| FSK | 16 |
| Regie | Dolph Lundgren |
Heimkinostart: 15.02.2024
Wanted Man, Wasted Movie
„Castle Falls“ war der letzte Film, bei dem der hünenhafte schwedische Schauspieler Dolph Lundgren Regie führte und die Hauptrolle übernahm, und die Hoffnung war groß, dass seine jüngste Regiearbeit „Wanted Man“ ein weiterer überdurchschnittlicher Actionfilm sein würde. Fehlanzeige! Das vielleicht einzig Überraschende an „Wanted Man“ ist, dass drei Autoren – Lundgren, Hank Hugues und Michael Worth – nötig waren, um eine minimalistische, unplausible, und unspannende Story zu Papier zu bringen, die unterdurchschnittlich und mit ziemlich dürftiger Action umgesetzt wurde. Und das bei einer Laufzeit von nichtmal 90 Minuten.

Und darum geht es…
Wegen eines viralen Videos, auf dem sich der Cop Mike Johansen (Dolph Lundgren) rassistisch äußert, erhält dieser die Chance auf Rehabilitierung, indem er zwei Kartell-Kronzeuginnen aus Mexiko in die USA überführen soll. Der Transport gerät vor der Grenze in einen Hinterhalt, eine der beiden Frauen wird getötet, und Johansen überlebt schwer verletzt. Die überlebende Kronzeugin Rosa (Christina Villa) pflegt Johansen im Heim ihrer Familie und sie erfahren, dass der Anschlag nicht von Kartellmitgliedern, sondern von US-Regierungsbeamten ausging, die schon bald das Haus stürmen. Johansen und Rosa müssen ums Überleben kämpfen.


Laber, Laber, Boom, Boom
Lundgren ist gegenwärtig sowohl im Kino, als auch im Heimkino präsent, hat seine Glanzzeiten aber hinter sich und mit mittlerweile 66 Jahren sind ihm seine Einschränkungen durch Alter und Krankheit deutlich anzumerken. Was Lundgren und sein Charakter Johansen, bis auf den skandinavischen Nachnamen verbindet, ist die Alteingesessenenhaltung und die schwindende Karriere. Dass man es bei „Wanted Man“ mit einem Low-Budget-Machwerk zu tun hat, erkennt man bereits an den ersten unausgebleichten Bildern. Größere Summen würden sich für derartige B-Ware ohnehin nicht rentieren, doch mehr Mühe hätte „Wanted Man“ sicherlich zur Genüge getan, wenn man bedenkt, dass man mit niedrigem Budget inzwischen viel mehr rausholen kann, als noch vor zwanzig Jahren.

Dass korrupte Agenten die Täter sind, wird schon in den ersten Minuten verraten, was jegliche Spannung raubt und man sich diesen Twist besser bis zum finalen Akt hätte aufsparen können. Zudem dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis es mit der Action losgeht. Erstmal werden platte Dialogzeilen von sich gegeben, es wird sich gegenseitig angeschrien, und Lundgren bleibt zu Genesungszwecken vorerst ans Bett gefesselt. Bis die Hintermänner das Versteck ausfindig machen und es zur zweiten großen Actionszene kommt, vergeht eine Stunde. „Wanted Man“ ist größtenteils ein Dialogdrama, das sich auf das Zusammenspiel zwischen Johansen und Rosa konzentriert und dem Zweck dient, den vermeintlich rassistischen Johansen erkennen zu lassen, dass nicht alle Mexikaner kriminell sind, sondern meist aus Armut und Verzweiflung dazu getrieben werden.

„Wanted Man“ hätte durchaus Potential für eine Sozialdrama-Sidestory gehabt, doch für einen Film mit drei Autoren ist das Ergebnis viel zu vorhersehbar. Unvorstellbar, dass keinem der Autoren irgendwas Innovatives eingefallen ist und diese sich stattdessen an genretypischen Tropen bedienen. Die Actionszenen, die vielmehr auf Shootouts statt Nahkämpfe setzen, sind zwar handwerklich sauber inszeniert, aber spärlich eingesetzt. „Wanted Man“ ist, trotz der Annahme, kein Actionfilm, sondern vielmehr ein Laberfilm, bei dem die Gespräche durch kurze Gewalteinschübe unterbrochen werden. Auch die Extended Cameos von Kelsey Grammer („Frasier“) und Michael Paré („Straßen in Flammen“) zu Beginn und am Schluss hinterlassen keinen besonderen Eindruck. Wer sich nach Action im B-Bereich sehnt, dem steht eine Fülle an weitaus beeindruckenderen Alternativen bereit, so auch Lundgrens frühere Regiearbeiten. Bleibt zu hoffen, dass Lundgren bei seinem nächsten Projekt überzeugender abliefert als mit „Wanted Man“.

Fazit
Viel Gerede und wenig Action in einem unterdurchschnittlichen B-Movie.


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