| Titel | Retribution |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 16 |
| Regie | Nimród Antal |
Heimkinostart: 01.02.2024
Berliam Neeson
Nimród Antals „Retribution“, das dritte Remake vom spanischen Thriller „Anrufer unbekannt“, der bereits auf Koreanisch als „Hard Hit“ und auf Deutsch als „Steig.Nicht.Aus“ verfilmt wurde und auch in Berlin hinterm Steuer spielt, muss der mittlerweile über siebzigjährige Neeson nicht etwa rennen, kämpfen oder schießen, sondern sein anderes markantes Merkmal einsetzen, das in „Taken“ schon eine große Tragweite hatte: Seine Stimme.

Und darum geht es…
Der in Berlin arbeitende Investment-Banker Matt Turner (Liam Neeson) erhält in seinem Wagen einen Anruf von einem Unbekannten, der eine Bombe unter seinem Sitz deponiert hat und diese droht zu detonieren, wenn Matt nicht seine Anweisungen befolgt.


Tempo mit Langeweile in einer Stadt ohne Atmosphäre
Liam Neeson ist keineswegs bloß ein Actionstar, sondern ein bemerkenswerter Schauspieler und beweist selbst auf kleinstem Spielraum, in diesem Fall ein PKW, dass er überzeugen und mitreißen kann, auch wenn es für ihn in „Retribution“ nicht viel mehr zu tun gibt als zu fahren und zu sprechen. Seine Rolle Matt Turner ist nicht der Ex-Agent oder gutbürgerliche Normalo, der einer Extreme ausgesetzt ist, sondern ein arrogantes, familievernachlässigendes Arschloch, das in eine missliche Lage gerät, sein Verhalten reflektiert und die Zuschauersympathien auf seine Seite zieht. Doch leider reicht dies nicht aus, um einen zwar temporeichen, aber langweiligen Thriller zu überwiegen. Action, Originalität, und Logik lassen zu Wünschen übrig und die Spannung zu erfahren, wer dahinter steckt, wird erstickt, wenn man große Namen liest, die lange Zeit nicht auftauchen, um dann in den finalen Minuten zu enttäuschen. Wer das Original und die beiden vorangegangenen Remakes kennt, dem hat „Retribution“ nichts Neues anzubieten.

Von Berlin hätte man mehr Lokalkolorit erwartet. Die Hauptstadt verkommt zur beiläufigen Hintergrundkulisse, ohne Charme oder Atmosphäre zu versprühen und an den unlogisch befahrenen Routen werden sich Berlinbewohner- und Kenner stören. Deutsche Dialogzeilen? Nope! Bliebt zu hoffen, dass Neeson (zuletzt zu sehen in „Saints and Sinners“) zu Lebzeit eine Schindler-Niveau-artige Rolle angeboten bekommt, um seine Filmografie nicht mit B-Ware abzuschließen, doch erstmal sei eine Neuauflage von der absurd-kultigen Comedy „Die nackte Kanone“ geplant, bei der Liam Neeson in Leslie Nielsens (vielleicht kam die Idee aufgrund derselben Initialen?) Fußstapfen treten soll.

Fazit
Wer das Original und die beiden vorangegangenen Remakes kennt, dem hat „Retribution“ nicht Neues anzubieten, als einen langweiligen und actionlosen Thriller, der sich nur für Neesons eindringliches Schauspiel auf engstem Raum lohnt.


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