Trunk – Locked In – Kritik

TitelTrunk – Locked In
Genre Thriller
Jahr2024
FSK16
RegieMarc Schießer

Starttermin: 26.01.2024 / Prime Video

Gefangen im Kofferraum

Filme, die sich auf wenige Quadratmeter beschränken, öffnen die Tür zu einer einzigartigen Welt des Erzählens. So illustrierte beispielsweise der mit Ryan Reynolds in der Haupt- und somit auch einzigen On Screen-Rolle besetzte „Buried – Lebend begraben“, dass es eigentlich nicht mehr bedarf, als eine engagierte Darsteller*in und ein Minimum an Raum, um daraus ein Maximum an Spannung zu generieren. Die Herausforderung besteht darin, die Intensität aufrechtzuerhalten und das Publikum trotz des begrenzten Raums für rund eineinhalb Stunden in den Bann zu ziehen. Ob dem deutschen Amazon Original “Trunk – Locked In” dieses Kunststück gelingt, erfahrt Ihr in der Review!

Trunk: Locked In ©Amazon Prime Video

Und darum geht es…

Als Malina (Sina Martens) zu sich kommt, kann sie gerade noch miterleben, wie ein unbekannter Mann den Deckel des Kofferraums, in dem sie sich befindet, vor ihren Augen schließt. Wenig später setzt sich das Auto in Bewegung. Wieso sie sich in dieser Situation befindet, kann sich die junge Frau, die eben noch mit ihrem Verlobten Enno (Artjom Gilz) auf dem Weg in den Urlaub war, nicht erklären. Erst ein Video auf ihrem Smartphone bringt etwas Klarheit – vor allem aber auch Kontakt in die Außenwelt und der Polizei. Doch selbst die wackelige Verbindung zu ihren potenziellen Helfer*innen, ist kein Garant dafür, dass Malina rechtzeitig gefunden wird. Denn das Fahrzeug fährt zielsicher Richtung Grenze und mit jedem Kilometer schwinden die Chancen, dass sie lebendig aus ihrem nur wenige quadratmetergroßen Gefängnis entkommt…

Trunk: Locked In ©Amazon Prime Video

Spannung ja, Drehbuch naja

“Trunk – Locked In” muss sich erstmal warm fahren. Wenn der deutsche Single LocationThriller mit dem Ampelsignal die Startposition verlässt, dann zunächst einmal ein, zwei Runden hinter dem Safety Car – Achtung: Formel 1-Analogie – bis alle Hindernisse von der Strecke geräumt wurden. Diese, die Fahrt beeinträchtigenden Ärgernisse – in diesem Fall unglückliche Drehbuchentscheidungen – finden sich zwar auch im weiteren Streckenverlauf immer wieder vereinzelnd auf der Fahrbahn, können, ist das Tempo erst einmal angezogen, aber einfach umfahren werden. Dass die erste Dreiviertelstunde ihre Spannung größtenteils aus der Unfähigkeit Malinas Gesprächspartner*innen zieht und die, die volle Bildschirmfläche einnehmenden Videoaufnahmen auf ihrem Smartphone, zunächst jegliches Gefühl von Ausweglosigkeit und Beklemmung unterbinden, kann die rasante zweite Hälfte jedoch nie ganz entschädigen.

Trunk: Locked In ©Amazon Prime Video

Wenn Malina immer wieder zum Smartphone greift, ist es schwer, selbst nicht auch dem intrinsischen Verlangen nachzugeben und, mit der Absicht, der anfänglichen Trägheit zu entfliehen, es ihr gleichzutun. Doch “Trunk – Locked In” gelobt Besserung – und die folgt auf dem (Blei-)Fuß! So steigt, je näher wir uns gen Ende bewegen, auch die Spannung merklich an, bis sie im überraschend actionlastigen Schlussdrittel dann ihr volles Potenzial ausspielen kann. Die Fragen, wieso der anfangs noch volle Akku dann plötzlich nahezu leer ist und wer es im Jahr 2024 mit Minimum 20 Gigabyte Datenvolumen hinbekommt, eben jenes gen Null herunterzuwirtschaften, schwirren zwar auch dann noch störend im (Koffer-)Raum herum, verpuffen in Anbetracht der pulstreibenden Entwicklungen dann aber auch recht schnell. Selbiges gilt für den blauäugigen Entführer, der arglos alles und jeden in den Kofferraum verfrachtet, ohne mal eben kurz nachzuschauen, ob sich mit den Mitbringseln in den Taschen nicht doch etwas anstellen ließe, was seinen Plan vereiteln könnte.

Trunk: Locked In ©Amazon Prime Video

Fazit

Die zunehmende Unruhe, gepaart mit einem in die Höhe schießenden Ruhepuls seitens der Zuschauerschaft geben dem deutschen Thriller-Kammerspiel trotz all den Drehbuchschwächen letzten Endes doch recht. Wer nicht genau hinsieht – oder hinsehen möchte – wird mit einem spannenden Trip belohnt!

Bewertung: 3 von 5.

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