Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord. – Kritik

TitelNightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.
Genre Thriller
Jahr2022
FSK16
RegieDonald Shebib

„Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.” gibt es aktuell ausschließlich als kostenpflichtiges VoD-Release auf diversen Streamingseiten zu sehen.

Ein tödliches Match

Herzlich willkommen auf der digitalen Tanzfläche der Dating-Apps, wo Herzen im Sekundentakt gematcht werden und die Chance auf Romantik nur einen Swipe entfernt liegt. Doch inmitten dieser glitzernden Welt der Anonymität verbergen sich Gefahren, die die Magie der vermeintlich großen Liebe trüben können. An einem undurchsichtigen Ort, an dem es ein Leichtes ist, sich eine komplett neue Identität zuzulegen, ist Anonymität sowohl Maskerade als auch Schutzschild – und lädt gleichzeitig zur arglistigen Täuschung ein. Dass am anderen Ende des Smartphones auch der Tod lauern kann, muss auch die taffe Ermittlerin des kanadischen Thrillers „Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.” erfahren, wenn sie sich selbst plötzlich in einer Spirale aus Verlangen und Lust wiederfindet und dabei ihr eigentliches Ziel immer mehr aus den Augen verliert!

Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord. ©Tiberius Film

Und darum geht es…

Als eine junge Frau halb nackt und stranguliert in ihrer Wohnung aufgefunden wird, sehen die Ermittler*innen schnell einen Zusammenhang mit der Dating-App Nightalk, die das Opfer kurz vor ihrem Mord benutzt hat. Ohne sich mit ihrem Vorgesetzten abzusprechen, beginnt Detective Brenda (Ashley Bryant) ihre Ermittlungen auf eigene Faust und meldet sich bei dem in erster Linie auf Telefonsex ausgelegten Portal an. Als sie bei ihrer Recherche auf den charismatischen Tom (Al Mukadam) stößt, beginnt sie, allen Warnungen zum Trotz, ein persönliches Interesse des Unbekannten zu entdecken. Ehe sie sich versieht, ist sie selbst Teil eines undurchsichtigen Spiels, das am Ende nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihr eigenes Wohlergehen gefährdet.

Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord. ©Tiberius Film

Genauso sexy wie man sich Telefonsex vorstellt!

Auch wenn „Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.”, die durch die Inhaltsangabe geschürten Erwartungen an ein perfides, psychologisches Machtspielchen zwischen Sex, Gewalt und echter Hingabe nie wirklich einlösen kann, sind die diversen Parallelen zur längst vergangenen Äre des 90er-Jahre Erotikthrillers nicht von der Hand zu weisen. Donald Shebibs erotisch aufgeladenes Katz-und-Mausspiel orientiert sich stark an den großen, oft damals schon schablonenhaften und wenig innovativen Vorbildern und transportiert die Motive nahezu eins zu eins in die Neuzeit – mit durchwachsenem Erfolg. Statt immer wieder darauf hinzuweisen, wie selbstbestimmt Brenda doch sei, hätte „Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.” besser daran getan, dieses Attribut mit in die Figurenzeichnung aufzunehmen. Der durch die bloße Behauptung auftretende Effekt ist jedenfalls konträr zu dem, was sich Feminismus nennt. Echte Ambitionen in diese Richtung lassen sich dementsprechend nicht erkennen.

Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord. ©Tiberius Film

Während das Nichterwähnen des sowieso nicht vorhandenen Female Empowerments in diesem Fall der weitaus galantere Weg gewesen wäre, erweist sich die Zurückhaltung in sämtlichen anderen Bereichen als störend. So fehlt es der Kriminalgeschichte, die sich nie organisch mit dem Plot rund um Brendas Telefonromanze vermischen will, an Substanz und vor allem Glaubwürdigkeit. Der Fall wirkt konstruiert, die Polizeiarbeit schlampig und unsinnig. Ähnlich fremd bleibt die, in Anführungszeichen, Lovestory. „Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.” ist mal Krimi, mal Romanze, mal Thriller, aber nie alles in einem. Klar, dass da keinem der Komponenten genügend Raum bleibt, sich zu entfalten. Das, in Verbindung mit den formelhaften Dialogen, dem Production Value auf TV-Niveau und dem, bis auf die solide Ashley Bryant, hölzernen Cast bricht „Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord.” schließlich das Genick. Was dann noch bleibt ist ein Erotikthriller ohne Thrill, bei dem sich die körperliche Liebe – mal abgesehen von einer ungelenken Sexszene am Ende – wie der praktizierte Telefonsex selbst, ausschließlich auf der Tonspur abspielt und dabei genauso unerotisch ist, wie man sich Telefonsex eben vorstellt.

Nightalk – Leidenschaft. Verführung. Mord. ©Tiberius Film

Fazit

Ein seichter Erotikthriller ohne Thrill und ohne Erotik!

Bewertung: 1.5 von 5.

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