Jahresrückblick 2023: Die besten Filme des Jahres – Chrischas Top 50
Wem man sich schon anmaßt eine Liste mit den besten Filmen des Jahres zu verfassen, dann sollte man auch Filme wie “Killers of the Flower Moon”, “Mission Impossible: Dead Reckoning – Teil 1”, “Beau is Afraid” und “Oppenheimer” gesehen haben. Ob es all diese Titel, ein paar oder vielleicht auch kein einziger (!!!) davon in meine persönliche Top 50 geschafft hat, erfahrt ihr im nachfolgenden Ranking – basierend auf insgesamt 298 gesehenen Filmen mit deutschem Starttermin 2023!
Platz 10 – The Banshees of Inisherin

Mit seinem eigenwilligen Schreibstil, gespickt mit staubtrockenen Humor und viel Liebe für seine Figuren bereitet Martin McDonagh seinen Stars die perfekte Bühne, um die volle Bandbreite ihres darstellerischen Könnens auszuspielen. Gleeson und Farrell spielen sich durch messerscharfe, schwarzhumorige Dialoge, um im nächsten Augenblick dafür zu sorgen, dass den Zuschauer*innen das Lachen im Halse stecken bleibt und der leichtfüßige Spaß einer berührenden Melancholie weicht.
Platz 09 – How to Have Sex

Während sich “How to Have Sex” lange Zeit selbst wie eine mitreißende Odyssee aus purer Lebensfreude anfühlt, herrscht plötzlich depressiv-drückende Katerstimmung. Aus Feel-Good wird Drama. Aus Drinks der Freude werden Drinks des Vergessens. “How to Have Sex” spielt dabei gekonnt mit den Erwartungen, löst vermeintlich tragische Ereignisse wohlwollend auf, um andererseits zunächst glücklich anmutende Momente doch noch in albtraumhafte Szenarien zu transformieren.
Platz 08 – Talk to Me

Furchteinflößend, clever und unglaublich atmosphärisch in Szene gesetzt. “Talk to Me” ist die Horror-Überraschung des Jahres und genau das, was dem Mainstreamhorror all die Jahre gefehlt hat. Ein wirklich fieser, gruseliger Film!
Platz 07 – Die Fablemans

Steven Spielberg gelingt es in “Die Fabelmanns” nicht nur, die gesamte Magie, die das Filmemachen und des Mediums Film mit sich bringt, auf die Leinwand zu projizieren, sondern erzählt darüber hinaus auch noch eine rührende Familiengeschichte mit vielschichtigen Figuren, die einem direkt ans Herz wachsen.
Keine Kritik vorhanden
Platz 06 – Roter Himmel

Der beschwingte Weg Richtung obligatorischem Happy End findet gerade dann ein jähes Ende, wenn sich die Zuschauer*innen, liebestrunken vom Zusammenspiel aus exzellenter Kameraarbeit, nuanciertem Schauspiel und nonverbalem Geschichtenerzählen, in falscher Sicherheit wähnen und dass sich bereits am Himmel abzeichnende Unheil längst aus ihren Gedanken verbannt haben. Wenn Petzold seinem Publikum auf den letzten Metern mit einer stoischen Beiläufigkeit schließlich doch noch den Boden unter den Füßen wegzuziehen, gehört dies bereits jetzt zu den intensivsten Filmmomenten des gesamten Kinojahres.
Platz 05 – Speak No Evil

Ein aufwühlender Psychotrip, der es einem kalt den Rücken runterlaufen lässt – erst vor Fremdscham, später vor waschechtem Terror! Das macht „Speak No Evil“ nicht nur zu einer beißenden Satire über festgefahrene gesellschaftliche Umgangsformen, sondern auch zu einem das Nervenkostüm an die Grenzen des Erträglichen ausreizenden Psychothriller, der noch lange im Gedächtnis bleibt. Ein echter Horror-Geheimtipp!
Platz 04 – Guardians of the Galaxy 3

Der fulminante Abschluss einer fantastischen Trilogie: „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ ist lustig. Sehr sogar. Und doch sind es die ergreifenden, rührenden Momente, die sich nachhaltig ins Gedächtnis brennen und den dritten Teil letztlich sogar zu einem der besten Filme des gesamten MCU machen!
Platz 03 – Sonne und Beton

Wer hätte gedacht, dass einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre ausgerechnet aus der Feder eines 34-jährigen Stand-Up-Comedians stammen wird? Die Verfilmung des gleichnamigen Bestseller-Romans „Sonne und Beton“ von „Gemischtes Hack“ – Podcaster Felix Lobrecht holt das Maximum aus seiner autobiografisch angehauchten Vorlage heraus und packt dabei sogar noch eine ordentliche Schippe obendrauf. Das macht das Coming-Of-Age-Drama zum intensivsten deutschsprachigen Kinoerlebnis seit „Berlin Alexanderplatz“. Genau so geht Genrekino!
Platz 02 – Resurrection

In einer niederschmetternden Abwärtsspirale aus Paranoia und Angst reißt der atmosphärische Slow-Burner sein Publikum mit einer gemächlichen, aber nicht zu entrinnenden Kraft mit sich in den Abgrund. “Resurrection” wird von Minute zu Minute besser, lässt den Figuren und mit ihnen auch der Atmosphäre und der Spannung genügend Raum und Zeit, sich zu entfalten, um letztlich in einem fantastischen Schlussakt seine ganze komplexe Wucht zu entfesseln. Ein sowohl darstellerisch als auch Inszenatorisch brillanter Psychothriller, dessen schleichender Horror sich bis tief unter die Haut gräbt!
Platz 01 – Soft & Quiet

Wo bin ich hier nur reingeraten? Mit „Soft & Quiet“ fand das noch junge Filmjahr 2023 auf dem Hard:Line Festival bereits im April seine erste große Herausforderung und führt das unwissende Publikum bis an die Grenzen des Erträglichen. Eine Tortur in Echtzeit, ohne Schnitte, unmittelbar und direkt. Die dynamische Kamera wirft die Zuschauer*in mitten ins Geschehen, macht sie zur Kompliz*in einer unbegreiflichen Tat. Je weniger man weiß, umso intensiver – also Augen zu und durch!


