Silber und das Buch der Träume – Kritik

TitelSilber und das Buch der Träume
Genre Fantasy
Jahr2023
FSK12
RegieHelena Hufnagel 

Starttermin: 08.12.2023 (Prime Video)

Ein traumhaftes Abenteuer, oder doch nur eine weitere einschläfernde Jugendromanverfilmung

Nachdem mit “Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes” vor kurzem eine der beliebtesten und gleichzeitig erfolgreichsten Young Adult-Filmreihen ein Revival erfuhr, ist es nun an der exklusiv für Prime Video produzierte deutschen Romanadaption “Silber und das Buch der Träume” den Grundstein für ein potenziell neues Franchise zu legen. Die Verfilmung des ersten Bandes der dreiteiligen Jugendbuchreihe von Kerstin Gier erzählt von einer Teenagerin, die die Fähigkeit erhält, durch eine parallele Welt in die Träume anderer zu reisen und hat mit gleich zwei möglichen Fortsetzungen eigentlich die beste Ausgangslage dafür – aber weiß sie diese überhaupt für sich zu nutzen?

Silber und das Buch der Träume

Und darum geht es…

Seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters ist die 17-jährige Liv (Jana McKinnon) eigentlich nur noch unterwegs. In den letzten fünf Jahren ist sie gemeinsam mit ihrer Mutter Ann (Nicolette Krebitz) und ihrer kleinen Schwester Mia (Riva Krymalowsi) bereits sieben Mal umgezogen, ehe es die Familie schließlich nach London verschlagen hat. Dort angekommen trifft sie auf den charismatischen Henry (Rhys Mannion) und dessen Freunde, die über die Fähigkeit verfügen, durch die Welt der Träume zu reisen und muss schnell feststellen, dass die Begegnung keinesfalls ein Zufall gewesen ist: Seit sie in London ist hat sie dieselbe Gabe bei ihr entdeckt. Was als harmloser Spaß beginnt, bekommt schon bald eine gefährliche Eigendynamik – mit einem ungewiss gefährlichen Ausgang!

Silber und das Buch der Träume

Um Welten besser als die “Edelstein”-Reihe, aber…

Wer nach den völlig missglückten Verfilmungen der „Edelstein”-Romanreihe der deutschen Autorin Kerstin Gier vorsichtig ist, wenn es darum geht, dass die ebenfalls aus der Feder von Gier stammenden Fantasygeschichte über eine traumreisende Teenagerin eine filmische Adaption erhält, kann zunächst einmal beruhigt sein. Auch wenn es sich bei “Silber und das Buch der Träume” wie schon bei der “Edelstein”-Trilogie um eine deutsche Produktion handelt, kann das Amazon Original mit internationalem Casts und im großbritannischen London angesiedelten Setting dank weitaus größerem Produktionsstandards immerhin eine der größten Schwächen, die in “Rubinrot” und Co. noch vorherrschten, ausmerzen. Inszenatorisch kann man “Silber und das Buch der Träume” in seiner Eigenschaft als immer noch kostengünstig produzierte Young Adult-Fantasy, wenig vorwerfen.

Silber und das Buch der Träume

Dass die an Christopher Nolan angelehnte Teenager*innen-Traumreise-Geschichte mit späterem jugendfreien “Final Destination”-Einschlag – die Kids werden der Reihe nach nicht vom Tod höchstpersönlich, sondern von ihren Albträumen verfolgt – letztlich doch eine zähe Angelegenheit geworden ist, hat mehrere Gründe: Während sich “Silber und das Buch der Träume” zunächst viel Zeit für Livs durch den Verlust ihres Vaters ausgelöste Traumata lässt, wirkt der Einstieg in die Fantasywelt wiederum sehr gehetzt. Das Drama bleibt trotz der großen Screenetime stets oberflächlich, während die sich entspinnende Traummission zwar schnell erzählt, aber selten spannend geraten ist. Hinzu kommen die in deutschen Produktionen leider zum Standardrepertoire gehörnenden realitätsfernen und hölzernen Dialogen, die genau so auch vorgetragen werden. Der Cast agiert größtenteils wie ferngesteuert, die Figuren bleiben uninteressant und die durchaus vorhandenen Konflikte tun es ihnen gleich. Das macht “Silber und das Buch der Träume” zu einem immerhin handwerklich grundsoliden und dabei überraschend düsteren Young Adult-Geschichte, aber auch zu einer recht einschläfernden Angelegenheit.

Silber und das Buch der Träume

Fazit

Liv reist in das Land der Träume und das Publikum tut es ihr gleich! Sein Publikum wird „Silber und das Buch der Träume“ vermutlich trotzdem finden…

Bewertung: 2 von 5.

Wie hat Dir „Silber und das Buch der Träume“ gefallen?

Das könnte Dich auch interessieren!