Naga

TitelNaga
Genre Thriller, Horror
Jahr2023
FSK16
RegieMeshal Al Jaser

Starttermin: 07.12.2023 (Netflix)

In der Wüste Saudi-Arabiens hört dich niemand schreien!

Auch wenn sich die Lage für Frauen in Saudi-Arabien im Laufe der vergangenen Jahre zum Besseren entwickelt hat, nehmen die traditionellen Geschlechterrollen in der saudi-arabischen Gesellschaft immer noch einen großen Stellenwert ein. Während jüngste Veränderungen und Reformen auf dem Papier zwar mehr Rechte und Möglichkeiten für die weibliche Bevölkerung einräumen, bestehen weiterhin kulturelle, gesetzliche und soziale Barrieren, die die volle Gleichstellung der Geschlechter behindern – auch innerhalb der Familien. Im saudi-arabischen Netflix-Horror “Naga” versucht eine junge Frau, für wenigen Stunden ihrem konservativen Elternhaus zu entfliehen, um auf einer Party endlich sie selbst sein zu können – doch der Trip hält mehr als nur eine böse Überraschung parat!

Naga ©Netflix

Und darum geht es…

Sarah (Adwa Bader) lebt mit ihren streng-konservativen Eltern in Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien. Um ihrem traditionellen Elternhaus wenigstens für ein paar Stunden zu entfliehen und punktuell ein normales modernes Leben führen zu können, trifft sie sich regelmäßig heimlich mit ihrem Freund Saad (Yazeed Almajyul). Als die beiden eines Abends tief in die Wüste fahren, um dort eine Party zu besuchen, erwacht Sarah plötzlich mutterseelenallein im Kofferraum eines Fahrzeugs – mitten im Nirgendwo. Noch ahnt sie nicht, dass eine Begegnung mit einem wildgewordenen Kamel nicht das einzige Problem auf ihrem beschwerlichen Nachhauseweg sein wird.

Naga ©Netflix

Ein Spiel mit den Erwartungen

Mit dieser Kritik verhält es sich genauso wie mit dem darin besprochenen Film: Beide spielen mit der Erwartungshaltung des Publikums, wobei der Rezensionist, der Filmvorlage geschuldet, dafür eigentlich gar nichts kann – und trotzdem: Pardon! So ist die in der Einleitung angerissene Feminismus-Komponente zwar vorhanden, kommt aber genauso stiefmütterlich zum Tragen, wie die in der Inhaltsangabe befeuerten Creature Feature-Einschläge samt Horror-Kategorisierung. Die Unterwanderung gestreuter Erwartung ist Teil des Konzepts hinter “Naga” – einem Film, der irgendwie Horror, vielmehr Thriller und dann doch wieder Komödie ist. Ein Wust aus eingestreuten Themen, liegengelassenen Motiven und orientierungslos aneinandergereihten Wendungen. Dabei geht es im Grunde doch einfach nur um eine junge Frau, die vor 22 Uhr zuhause sein muss!.

Naga ©Netflix

Doch nicht nur inhaltlich herrscht Orientierungslosigkeit. Auch stilistisch feuert Regisseur Meshal Al Jaser aus allen Rohren, was während der bärenstarken, zu diesem Zeitpunkt noch homogenen ersten halben Stunde auch wunderbar funktioniert. Dutch Angels, um die eigene Achse rotierende Bilder oder direkt auf den Kopf gestellte Einstellungen sorgen für ein surreales Horrorambiente und machen Lust auf mehr. Selbst die späteren inszenatorischen Einfälle haben für sich betrachtet ihren Reiz, wirken im hektischen Durcheinander aus inhaltlichen und gestalterischen Einfällen jedoch beliebig. Hinzu kommt die tonale Disharmonie – “Naga” tingelt nach Belieben zwischen Komödie und Thriller hin und her – die das allgemeine Ungleichgewicht des Netflix Originals nochmal unterfüttert. Am Ende bleiben viele Fragen – wieso wollte Sarah überhaupt zu einer lahmen Altherrenzusammenkunft und nicht zu einer echten Party? – aber auch durchaus gelungene Momente, in einem irgendwie interessanten, aber auch ziemlich anstrengenden Machwerk.

Naga ©Netflix

Fazit

Ein überladener Trip durch die Wüste Saudi-Arabiens!

Bewertung: 2.5 von 5.

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