| Titel | Candy Cane Lane |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 12 |
| Regie | Reginald Hudlin |
Starttermin: 01.12.2023 (Prime Video)
Auch auf Prime Video weihnachtet es sehr
Bisher lief die Weihnachtsoffensive seitens diverser Streamingdienste eher schleppend. Auch wenn mit den ersten Schneeflocken auch die weihnachtliche Vorfreude in die deutschen Haushalte Einzug erhielt, konnten weder Netflix mit ihrem “Best. Christmas. Ever!” noch Disney+ mit “Viel Wirbel um Weihnachten” diese Stimmung weiter befeuern. Nun liegt es also an Prime Video und Eddie Murphy mit “Candy Cane Lane” endlich handfeste festliche Gefühle zu generieren.

Und darum geht es…
Das hatte sich Familienvater Chris (Eddie Murphy) anders vorgestellt: Während bei seiner Frau Carol (Tracee Ellis Ross) eine fette Beförderung ins Haus steht, verliert er ohne Vorwarnung seinen Job – und das kurz vor Weihnachten! Um sich selbst etwas zu beweisen und natürlich auch angetrieben von der satten Gewinnprämie von 100.000 US-Dollar, nutzt er seine neugewonnene Freizeit, um sein Haus für die alljährliche Parade in der Candy Cane Lane weihnachtlicher zu schmücken als je zuvor. Der erste Platz scheint ihm sicher, als er zufällig auf den kleinen Laden der freundlichen Besitzerin Pepper (Jillian Bell) stößt und dort eine gigantische Weihnachtsattraktion für seinen Vorgarten erwirbt. Doch der Deal hat einen Haken und gefährdet nicht nur das Weihnachtsfest, sondern auch sein eigenes Wohlergehen – und das seiner gesamten Familie!


Das vorweihnachtliche Wettrüsten: Von den Vorgärten in den Streamingmarkt
Wenn man sich die US-amerikanischen Vorgärten vor den Feiertagen einmal ansieht, hat das sich dort angesiedelte Schauspiel fast schon etwas von einem vorweihnachtlichen Wettrüsten. Lichterketten, wohin das Auge reicht, gigantische Tannen, lebensgroße Krippenspiele und Kitsch über Kitsch. In “Candy Cane Lane” gibt sich “Beverly Hills Cop”-Star Eddie Murphy diesem festtagsbeleuchteten Wahnsinn vollumfänglich hin – und bekommt prompt die Quittung für seinen Eigenwillen. Weihnachten ist schließlich mehr als nur Konsum. Die Botschaft hinter der Familienkomödie ist einfach: An Heiligabend geht es um die Familie und nicht um Geld. Dass sich der Streamingmarkt aktuell ein ähnliches Wettrüsten um die Feiertagsvorherrschaft liefern wie die dekobessesenen Vorstadtmenschen, ist dann doch ein wenig ironisch.

Hat sich Chris erst einmal blauäugig auf den Deal eingelassen und versehentlich sein Leben gegen das eines 100.000-Dollar-Gewinns eingetauscht, muss er sich mit der Kraft der Familie daran machen, ein Spiel zu lösen, um sein ansonsten unausweichliches Schicksal abzuwenden. Denn die hinterlistige Pepper verwandelt echte Menschen, die aus diesen Tauschgeschäften als Verlierer*innen hervorgehen, in Miniaturfiguren für ihre weihnachtliche Modellstadt. Während die von Jillian Bell verkörperte Elfin Pepper ähnlich wie die sprechenden Modellfiguren größtenteils nervig ausfallen, funktioniert die Dynamik innerhalb der Familienkonstellation rund um Eddie Murphys Familienvater noch einigermaßen passabel. Lustig oder besonders unterhaltsam geht es in den zu lang geratenen 120 Minuten aber nur selten zugange. Stattdessen regiert, wie so oft im Genre, der Kitsch.

Fazit
Ein weiterer Weihnachtsfilm von der (Zucker-)Stange!

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