The Breach – Kritik

TitelThe Breach
Genre Horror, Sci-Fi
Jahr2023
FSK16
RegieRodrigo Gudiño

Heimkinostart: 24.11.2023

Body Horror der zähen Sorte

Wenn der Körper zur Quelle des Grauens wird! Mit Filmen wie „Die Fliege“ und „Videodrome“ ebnete David Cronenberg in den 80er-Jahren den Weg für das Subgenre des Body Horrors. Die darin gezeigten drastischen und grotesken Darstellungen von körperlichen Veränderungen lassen sich oft als Metapher für gesellschaftliche Ängste oder persönliche Konflikte interpretieren. Der kanadische Horrorfilm “The Breach” von Rodrigo Gudiño, lässt einen ähnlichen doppelten Boden vermissen, was grundsätzlich nicht weiter schlimm wäre, wenn die Romanverfilmung abseits der blutigen Schauwerte noch irgendetwas anders zu bieten hätte

The Breach ©Lighthouse Home Entertainment

Und darum geht es…

Bevor John Hawkins (Allan Hawco) seinen Job als Sheriff in der Kleinstadt Lone Crow an den Nagel hängt, um in der nächstgelegenen Großstadt die Karriereleitern nach oben zu steigen, hat er mit seiner Ex-Freundin Meg Fulbright (Emily Alatalo) noch einen letzten Fall zu lösen: Der völlig deformierte Leichnam des zurückgezogen in den Wäldern lebenden Wissenschaftlers Cole Parsons (Adam Kenneth Wilson) gibt viele Rätsel auf, woraufhin sich das Zweiergespann, unterstützt von Gerichtsmediziner Redgrave (Wesley French), auf Ursachensuche begibt und dabei einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommt – mit tödlichen Folgen!

The Breach ©Lighthouse Home Entertainment

Angriff der laufenden Fleischlappen

Body Horror funktioniert auch ohne Anspruch. Wo der spanische Sci-Fi-Horror “The Passenger” immerhin noch mit einem spaßigen Ekelfaktor unterhalten konnte und der dann doch ein gutes Stück bessere Genreverwandte “The Seed” audiovisuelle das Maximum aus seinem kosmischen Albtraumszenario herauszuholen wusste, fehlt es “The Breach” an schlagkräftigen Argumenten. Was die drei Titel eint, ist der lovecraft’sche Hintergrund und doch liegen qualitativ (kosmische) Welten dazwischen. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Nick Cutter entspinnt Rodrigo Gudiño einen durch und durch generischen Horrorfilm, ohne erzählerische oder inszenatorische Akzente zu setzen. Was als langatmiges Crime-Movie beginnt, entwickelt sich zunächst zum nicht minder spannungsarmen 08/15-Thriller, ehe sich der Body Horror im Finale doch noch Bahn bricht – der kosmische Horror hingegen lässt auf sich warten. Wo die partiellen Metamorphosen und Auswüchse zunächst noch überzeugend ausfallen, wirken sie in voller Pracht nur noch albern. Doch die Probleme beginnen schon weit vorher.

The Breach ©Lighthouse Home Entertainment

“The Breach” vernachlässigt von Anfang an den Aufbau von Spannung und Atmosphäre. Stattdessen verfolgt das Publikum eindimensionalen Charakteren, wohnt vorrangig nichtssagenden privaten Problemchen und Beziehungskisten bei und begleitet sie beim orientierungslosen Umherstreifen – erst durch die Kleinstadt, dann die Wälder und schließlich das renovierungsbedürftige Wissenschalfterdomizil. Dabei sticht vor allem das Bad Acting des limitierten Casts ins Auge. Jede*r Einzelne von ihnen hat jeweils einen Gesichtsausdruck für sich gepachtet, der stoisch durchgezogen wird – von gequält-leidend über grimmig-finster bis dösbaddelig-überrascht. Das birgt naturgemäß eine unfreiwillige Komik, die den Horror weitestgehend untergräbt und “The Breach” letztlich zum gescheiterten Versuch verkommen lässt, echten Schrecken auf den Bildschirm zu projizieren.

The Breach ©Lighthouse Home Entertainment

Fazit

„The Breach“ tritt lange Zeit auf der Stelle, um dann mit einem enttäuschenden Horrorfinale zu enttäuschen!

Bewertung: 1.5 von 5.

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