| Titel | Butterfly Tale |
| Genre | Animation, Abenteuer |
| Jahr | 2023 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Sophie Roy |
Kinostart: 01.02.2024
Alter Falter!
Gegenstände und Tiere lassen sich in etlichen Variationen vermenschlichen und sind ein jahrtausendealter Bestandteil humanistischer Kreativität. Ob die Selbstfindungsreise eines Schnürsenkels oder eines Schmetterlings, es sind genau diese Realitätsparallelen in Kinderfantasieverpackung, die nachhaltig für Unterhaltung mit Anspruch sorgen. Mit dem deutsch–kanadischen „Butterfly Tale“ von Debütantin Sophie Roy kommt ein tempo- und lehrreiches Insektenabenteuer in der Tradition von „Ants“ und „Das große Krabbeln“ angeflogen.

Und darum geht es…
Der wagemutige Monarchfalter-Teenie Patrick hat ein winziges Körperteil und hängt mit der Möchtegern-Schmetterling-Raupe Marty herum. Beide sind flugunfähig und erpicht, an der Reise ihrer Artgenossen teilzunehmen. Patrick und Marty werden beim Migrationseinschleichen entdeckt und die höhenangstüberspielende Altersgenossin Jennifer wird ihre Aufsichtsperson. Als Trio-Schwarm müssen sie zusammenarbeiten, um sich vor Naturkatastrophen und schrägen Vögeln zu schützen.


Sozialismus und Inklusion in Naturform
Die schwarz-orangen Flügel sind eine Augenweide für Kinder, die Schmetterlinge ohnehin als Wunder bestaunen. Einige Blaugesichter in „Butterfly Tale“ erinnern an die Schlümpfe und in einer natursozialistischen Gesellschaftsform wie die Schlümpfe leben auch die Monarchfalter, während die Systemunfähigen ausgegrenzt- und in ihrem selbstverwirklichungsmotivierten Verhalten eingegrenzt werden. Obwohl Patrick, Marty, und Jennifer nicht die gleichen Fähigkeiten besitzen, leistet jeder seinen Überlebensbeitrag für die Gruppe.

Die Hauptmessage von „Butterfly Tale“ ist deutlich zu verstehen als „Gemeinschaftlich sind wir stark, wenn wir auch die Schwachen miteinbeziehen“. Patricks Heldenmut, Martys Humoreinlagen, und Jennifers Höhenüberwindungsprozess machen den Reiz ihrer Gruppendynamik aus. Die gegengeschlechtlichen Raubvogel-Antagonisten tragen zusätzlich zum Gekicher bei, als dass sie bedrohlich rüberkommen. Es gibt in kurzer Spielzeit Action, Humor, und Sentimentalität, mit geschickt in die Story einbezogenen Inklusions-, Sozial-, und Umweltmessages in einer für Kids verständlichen Veranschaulichung.

Aufschlussreich und herzerwärmend mit Old-School-CGI
Ein Abstrich muss bei der veralteten Computeranimation von „Butterfly Tale“ gemacht werden, was keineswegs verwunderlich ist bei Auslandskonkurrenz von Pixar, DreamWorks, oder Illumination. Auch die Größenverhältnisse zwischen Monarchen und Umwelt variieren bis zur Unverhältnismäßigkeit. Dennoch bekommt man bewundernswerte Umgebungen und flott inszenierte Slapstick- und Flugverfolgungssequenzen präsentiert. Das Endergebnis von „Butterfly Tale“ ist aufschlussreich und herzerwärmend, und Familien sollten definitiv in die Richtung der Monarchfalter fliegen.

Fazit
Familiengerecht-unterhaltsame Abenteuer-Bildungsreise mit Herz und Lektionen.

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