The Queen Mary – Kritik

TitelThe Queen Mary
Genre Horror, Thriller
Jahr2023
FSK16
RegieGary Shore

Kinostart: 28.12.2023

Willkommen auf der Queen Mary

Seit dem Erscheinen von „Ghost Ship“ im Jahr 2002, der mit seiner blutigen Eröffnungsszene Kultstatus erreichte, hat es nur wenige nennenswerte Horrorfilme gegeben, die sich auf Schiffen abspielten. Da wären der von Kritikern hochgelobte Film „Triangle“ aus dem Jahr 2009, der mit seiner intelligenten Handlung und aufregenden Wendungen überzeugte oder der diesjährige „Project Wolf Hunting“, der durch seine drastische Brutalität für Aufsehen sorgte. Abgesehen von diesen Filmen sieht es eher mager aus. Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die reichen Geschichten von zahlreichen Luxusdampfern eine faszinierende Grundlage für Horrorfilme bieten. Offenbar teilte auch das Team hinter „The Queen Mary“ diese Ansicht, denn sie laden die Zuschauer zu einer unheimlichen Geschichte auf dem berühmten Passagierschiff ein.

The Queen Mary ©Splendid Film GmbH

Und darum geht es…

Das Ehepaar Anne (Alice Eve) und Patrick Caulder (Joel Fry) begibt sich zusammen mit ihrem Sohn Lukas (Lenny Rush) an Bord des renommierten Passagierschiffs Queen Mary, um Recherchen für ihr Buch anzustellen. Als Lukas auf unerklärliche Weise verschwindet, beginnen die beiden eine verzweifelte Suche und kommen dabei den düsteren Geheimnissen des prächtigen Luxusdampfers auf die Spur. Die Geister aus längst vergangenen Zeiten wandeln immer noch auf der Queen Mary und verlangen nach Blut.

The Queen Mary ©Splendid Film GmbH

Gefangen im Passagierschiff des Grauens

Manchmal ist weniger mehr. „The Queen Mary“ fühlt sich in seiner zweistündigen Laufzeit übermäßig überladen an und tut sich mit seiner nicht-linearen Erzählweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart keinen Gefallen. Insbesondere die in der Gegenwart angesiedelten Handlungselemente tragen nur wenig zur Gesamthandlung bei, sie vermissen Spannung und verlieren gegen Ende immer mehr an Kohärenz, da ein klarer roter Faden zu fehlen scheint. Zudem führt der fortwährende Wechsel zwischen den Zeitebenen schließlich zu Verwirrung, und es entsteht der Eindruck, dass entscheidende Handlungselemente einfach übersprungen wurden. Es wäre besser gewesen, sich vollständig auf die Ereignisse von 1938 zu konzentrieren, denn hier liegt die eigentliche Stärke des Films.

The Queen Mary ©Splendid Film GmbH

Auf visueller Ebene ist „The Queen Mary“ überraschend qualitativ gelungen und gar nicht der Low Budget-Trash, den man vielleicht erwarten würde. Das Kostümdesign in den Szenen von 1938 wirkt authentisch, die Darstellung des Schiffes ist äußerst beeindruckend und atmosphärisch in Szene gesetzt, und insbesondere die praktischen Effekte sind für Fans des Horrorgenres einen genaueren Blick wert. Für diejenigen, die auf brutale und blutige Szenen stehen, wird „The Queen Mary“ sicherlich ein Vergnügen sein, da hier mehr als nur einmal die Axt geschwungen wird. Die schauspielerischen Darbietungen sind solide, wobei besonders Will Coban überzeugend ist, selbst wenn er den Großteil seiner Screentime eine Maske trägt.

The Queen Mary ©Splendid Film GmbH

Fazit

Außen hui, innen pfui! „The Queen Mary“ überzeugt visuell auf ganzer Linie, doch die lange Laufzeit und die verwirrende Erzählweise mindern die Wirkung dieses Horrorfilms erheblich.

Bewertung: 2.5 von 5.

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