Hunt Club – Kritik

TitelHunt Club
Genre Action, Thriller
Jahr2023
FSK16
RegieElizabeth Blake-Thomas

Heimkinostart: 23.11.2023

Mena Suvari im Kampf gegen toxische Maskulinität

Feminismus und toxische Maskulinität sind zwei bedeutende Themen in der Filmwelt, die in den letzten Jahren vermehrt an Bedeutung gewonnen haben. Sie sind eng miteinander verknüpft und beeinflussen die Art und Weise, wie Geschlechterrollen und -beziehungen in Filmen dargestellt werden. Im Horror-Genre wurden diese Themen bereits lange vor Filmen wie „Barbie“ auf subtile Weise angesprochen, wie etwa in „Black Christmas“ von 1974, um nur ein Beispiel zu nennen. Es ist im Genre der Horrorfilme keine Seltenheit, auf starke weibliche Hauptcharaktere zu treffen. Obwohl „Hunt Club“ nicht ausschließlich dem Horror-Genre zugeordnet werden kann, weist er dennoch Elemente davon auf. Auch in diesem Fall findet sich Mena Suvari in der Situation, sich gegen misogyne Männer zur Wehr setzen zu müssen. Doch stellt sich die Frage, ob sie dabei erfolgreich ist?

Hunt Club ©Plaion Pictures

Und darum geht es…

Nach einer Auseinandersetzung mit ihrer Freundin Tessa (Maya Stojan) trifft Cassandra (Mena Suvari) in einem Schnellrestaurant den wohlhabenden Carter (Casper Van Dien) und seinen Sohn Jackson (Will Peltz). Carter lädt sie zu einem Jagdwettbewerb auf einer abgelegenen Insel ein, bei dem ein Preisgeld von hunderttausend Dollar winkt. Als Cassandra vor Ort eintrifft, wird ihr schnell klar, dass sie und die anderen Frauen ungewollt zu den Gejagten werden sollen. Doch dann entschließen sie sich, die Situation zu ihren Gunsten zu kehren.

Hunt Club ©Plaion Pictures

Die einzige Jagd, die Sie hier erleben, ist die Suche nach einem unterhaltsamen Film

Mena Suvari erlangte ihre Bekanntheit durch herausragende Rollen in Filmklassikern wie „American Beauty“ und „American Pie“. Es bleibt ein Rätsel, wie sie sich dazu entschließen konnte, für ein Werk wie „Hunt Club“ vor der Kamera zu stehen. Selbst angesichts des fürchterlichen Drehbuchs zeigt sich ihr Talent deutlich, was die Tatsache nur noch frustrierender macht, dass sie anscheinend nicht in der Lage ist, anspruchsvollere Rollen anzuziehen. Retten vermag ihre solide Leistung den Film dennoch nicht. In „Hunt Club“ werden Themen wie toxische Maskulinität oberflächlich und fast lächerlich behandelt, wobei die Dialoge direkt aus den Kommentarspalten sozialer Medien stammen könnten. Dieser Ansatz grenzt beinahe an eine Parodie und geht an der eigentlichen Botschaft des Films vorbei. Das simple Umkehren der Geschlechterrollen, indem Männer zu Gejagten werden, vermag den Kern der Aussage nicht angemessen zu vermitteln.

Hunt Club ©Plaion Pictures

Die Schwächen des Films wären vielleicht verzeihbar, wenn „Hunt Club“ wenigstens unterhaltsam wäre. Bedauerlicherweise enttäuscht der Film auch in dieser Hinsicht. Die Jagdszenen sind frei von Spannung, und das Blut fließt selten und wenn, dann auf eine einfallslose Art und Weise, die visuellen Effekte wirken billiger als manch Halloweenkostüm und kaum authentisch. Selten hat Filmblut so künstlich gewirkt. Die gesamte Produktion ist einfallslos in der Inszenierung. Während schon des Öfteren bewiesen wurde, dass hohe Budgets nicht immer notwendig sind, um visuell beeindruckende Filme zu schaffen, scheint es hier an jeglichem Engagement für die künstlerische Gestaltung zu mangeln. Sogar die Kampfszenen sind steif und hölzern, was erneut den Eindruck einer unfreiwilligen Parodie erweckt.

Hunt Club ©Plaion Pictures

Fazit

Fader Überlebenskampf, der weder in der Lage ist, das Publikum zu fesseln noch seine Botschaft überzeugend zu vermitteln. Mena Suvari zeigt eine solide schauspielerische Leistung und schafft es in Zukunft hoffentlich wieder deutlich stärkere Projekte an Land zu ziehen.

Bewertung: 1.5 von 5.

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